The Next Big Thing - Vorschau
"Verwirrend" - diese Aussage werdet ihr bei „The Next Big Thing“ häufiger hören. Der eine oder andere Charakter, der sich mit unserer weiblichen Hauptfigur unterhält, muss gelegentlich durchatmen und seine Gedanken neu sortieren. Doch dazu später mehr. Wir hatten die Möglichkeit, das neue Adventure aus dem Hause Pendulo Studios anzuspielen. Die Story spielt in den Fünfziger Jahren, das erstaunliche ist allerdings, dass Menschen und Monster friedlich zusammenleben. Richtig gelesen, Monster existieren nicht nur, sie sind friedlich, sprechen unsere Sprache und tragen ihren Teil zur Gesellschaft bei. Das bringt uns auch gleich an den Anfang der Geschichte.
Traumpaar wider Willen
Zu Beginn werden wir Zeuge, wie der Chef des Magazins Quill das dynamische Duo Liz Allaire und Dan Murray zu einem Empfang der mko-Studios schickt. Dort sollen sie über den neuesten Tratsch aus der Filmbranche berichten. Zu schade, dass die beiden sich auf den Tod nicht ausstehen können. Dan ist mit Leib und Seele Sportredakteur und hält überhaupt nichts von seinem Ausflug unter die Schauspieler. Liz hingegen will sich unbedingt beweisen und ist voller Elan. Während die beiden gerade einen hinreißenden Dialog über den Sinn ihrer Anwesenheit führen, bricht der weltbekannte Big Albert ins Haus des mko-Firmenchefs ein.

Big Albert ist eine Art moderner Frankenstein, sein Körper ist der eines Bodybuilders, auf seinen Schultern hat er allerdings das Haupt eines Genies. Das macht ihn auch zum dreifachen Nobelpreisträger, in drei unterschiedlichen Kategorien versteht sich. Liz sieht ihre große Chance, sie muss Big Albert stellen, um ein Exklusivinterview zu bekommen.
Das ist aber natürlich nicht so einfach, wie man es gerne hätte. FitzRandolph, der blauhäutige Hauseigentümer und Filmmogul, nimmt uns nicht besonders ernst. Auf seine Hilfe können wir also nicht zählen, weglocken müssen wir ihn trotzdem. Nach einigen Minuten und gelösten Rätseln ändern sich die Vorzeichen und es gelingt uns sogar, den faulen Dan aus dem Auto heraus zu locken. Ein Trinkgelage mit seinem alten Freund Fitz, ebnet uns endlich den Weg. Jetzt müssen wir nur noch den Wachroboter vor FitzRandophs Büro davon überzeugen, dass wir dessen dralle Sekretärin sind und auch Zutritt zum Büro haben. Als wir Big Albert stellen, flüchtet dieser kurzerhand aus dem Fenster. Bei seiner Flucht sehen wir jedoch, dass er etwas weggeworfen hat. Nachdem wir die Nachricht entschlüsselt haben, kennt die neugierige Liz nur noch ein Ziel.
Am nächsten Morgen sehen wir den völlig verkaterten Dan in seiner Badewanne. Sein Chef macht ihm die Hölle heiß. Also macht er sich kurzerhand auf den Weg zur Villa und schaut, ob er Hinweise auf Liz verbleiben findet. In der Tat liegt plötzlich ihr Gürtel im Lager. Wie wir weitere Beweise aufspüren können, wird natürlich nicht verraten. Wenig später treffen wir ein ganz seltsames Paar.

Einen Doktor, der wie eine überdimensionale Fliege aussieht und der Poet des Schmerzes ist. Um weiter voranzukommen, gilt es alles auf eine Karte zu setzen. Wir müssen auf besonders elegante Art und Weise unseren Job verlieren. Dem Doktor müssen wir dafür einen Beweis liefern, dass wir nur noch weniger als zwei Jahre zu leben haben. Als Letztes müssen vier Tintenklecksbilder so gedeutet werden, dass man uns für einen vollkommen Irren hält. Vor allem die dritte Aufgabe hat es in sich. Um hier Ergebnisse zu erzielen, muss man dem gelangweilten Poeten des Schmerzes neue Impulse geben. Das wird in sehr anschaulichen Zwischensequenzen dargestellt.

Ersteindruck
Weiter wollen wir an der Stelle auch nicht auf die Story eingehen. Die Rätsel sind, wie wir es von den Pendulo Studios gewöhnt sind, sehr fordernd. Nachdem man sie gelöst hat, erscheinen sie aber stets logisch. Man braucht einfach ein paar Minuten, um sich in „The Next Big Thing“ hinein zu versetzen. Denn wie sich in den sehr schön vertonten Dialogen schnell herausstellt, sind Monster und Roboter eben auch nur Menschen. Im weitesten Sinne jedenfalls. Deswegen heißt es nicht vor dem Aussehen der Ungetüme zurück zuschrecken, sondern ihre Sehnsüchte zu erkennen. Wenn man den Umschaltknopf im eigenen Gedankengang erst einmal hinbekommen hat, kennt der Spielspaß kein Halten mehr. Dann wundert man sich auch nicht mehr, dass ein Monster halt eine fleischfressende Pflanze anstelle des klassischen Hundes als Haustier hält. In schöner Regelmäßigkeit gibt es Figuren und Dialoge, die an Filmklassiker anlehnen und für ein Schmunzeln sorgen. Direkt zu Beginn gibt der Roboter Phil eine wundervolle Hommage an Marvin, den depressiven Roboter aus „Per Anhalter durch die Galaxis“. Die Stimmen sind sehr schön ausgewählt worden und passen zu den Charakteren. Die Synchronisation aus dem Spanischen ist sehr gut gelungen. Wir freuen uns jetzt schon sehr darauf, die Vollversion in unseren Händen zu halten und weiter zu rätseln. Der Ersteindruck macht Lust auf mehr, ein bisschen fehlt mir das Gezanke zwischen Liz und Dan schon jetzt.
Von Thomas Kwasnitza
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