Diablo 3 - Vorschau
Wenn es darum geht, unsere kostbare Zeit zu verschlingen, gibt es kaum jemanden der sein Handwerk besser versteht, als die Jungs und Mädels bei Blizzard Entertainment. Sei es Diablo, StarCraft, Warcraft oder World of Warcraft, wenn ein Spiel davon mal seinen Reiz verlieren sollte, sorgt man mit umfangreichen Erweiterungen wieder dafür, das der Spieler sich erneut vor den Bildschirm zwingt. Wie oft hat man sich sagen hören, nur noch diese Instanz, nur noch diesen Mob oder nur noch eine schnelle Partie. Doch wir wissen in unserem Inneren bereits, dass das eigene Versprechen nicht eingehalten werden kann. Zu viel Spaß macht es Items zu sammeln und den Charakter aufzuleveln. Zu spannend ist die epische Story und zu toll das Gefühl, den anderen die tolle Rüstung und Titel unter die Nase zu halten, für die man sich zig Nächte um die Ohren geschlagen hat. Oder, um Diablo spezifischer zu werden, zu leicht ist es, durch die Flut von Gegenständen, zum Messie zu werden. Wer ähnliche Erfahrungen und Erinnerungen hegt, wird sich genau deswegen unheimlich auf Diablo 3 freuen und bereits den nächsten Urlaub im Kalender rot anstreichen.
Tanz mit dem Teufel
Diablo ist zurück und macht auch keine Anstalten von alleine wieder zu verschwinden. Die Geschichte beginnt zwei Jahrzehnte nach den Ereignissen von Diablo 2, an die sich kein Mensch mehr erinnern will. Tristram wurde wieder aufgebaut und das normale Leben kehrt ein, doch dann trifft ein mysteriöser Komet die Kathedrale der Stadt und die Toten, beginnen aus ihren Gräbern zu kriechen. An dieser Stelle steigen wir ein, getrieben von Neugier und dem guten Willen, den Menschen zu helfen. In der Beta steht uns leider nur der erste Akt der Geschichte zu Verfügung, sodass wir nicht all zu viel über den weiteren Verlauf der Ereignisse erfahren. Dafür gibt es aber zwei Nebenaufgaben, die ihr auf eurer kurzen Reise absolvieren könnt und so noch 15-20 Minuten mehr Spielzeit erwirtschaftet.
Bevor wir jedoch Untote und Dämonen schnetzeln können, muss eine Entscheidung getroffen werden. Wie wollen wir die verwesten Körper wieder unter die Erde befördern? Es gibt fünf verschiedene Klassen, die sich sehr unterschiedlich spielen und ihre Vor- und Nachteile haben. Der Barbar setzt auf Brutalität und verheerende Nahkampfattacken, wobei ihr die Wucht der Schläge beinahe selber spüren könnt. Der Hexendoktor bedient sich diverser Gifte sowie verschiedenen Arten des Voodoozaubers und kann mit seinen Giftpfeilen auch als Fernkämpfer gespielt werden. Der wahre Fernkämpfer ist aber der Bogenschütze, der mit explosiven Geschossen oder Pfeilsalven die Gegner auf Distanz hält. Der Magier benutzt natürlich unterschiedliche Zaubermittel und gefährlichen Flächenzauber. Der Mönch hingegen setzt auf flinke Nahkampfangriffe und Heilungszauber.
Items Sammeln, bis der Arzt kommt Teil 3
Das Herzstück des Diablo 3-Spielerlebnisses ist das Sammeln von Gold und Gegenständen, die ihr durch ein weiteres Herzstück des Spiels, den Kampf gegen Untote und Dämonen, ergattert. Ihr macht euch also an die Arbeit und kloppt eure ersten Feinde zu Mus, wobei nach nur wenigen Sekunden der gesamte Bildschirm voll mit fallen gelassenen Items ist, die danach schreien, aufgehoben zu werden. Was wir natürlich machen, da sogar im Kampf uns die untoten Bestien nicht viel Schaden zufügen, sodass bedenkenlos gelootet werden kann. Sogar wenn grade verweste Finger an unserem Rücken kratzen. Mit ziemlicher Sicherheit wird an der Schadenausteilung der Gegner noch vor Veröffentlichung geschraubt. Nun, da Rüstungsteile unseren Rucksack füllen, wird es Zeit, diese auch mal anzulegen und deren Stärken zu vergleichen.
Dafür solltet ihr zuerst einen Blick auf eure Attribute werfen, die mit Stärke, Geschicklichkeit, Intelligenz und Vitalität betitelt sind.
Wer bereits Diablo 2 gespielt hat, wird sich sofort wohlfühlen, denn dort durfte man sich bereits mit der gleichen Bezeichnung der Attribute herumschlagen. Dabei solltet ihr allerdings darauf achten, welche Klasse ihr gerade spielt. Denn nur ein Barbar kann etwas mit Stärke anfangen, wo hingegen die Intelligenz den Mana-Haushalt des Magiers erhöht. Vitalität wirkt sich jedoch auf alle Klassen aus und erhöht die Lebensenergie. Ihr solltet euch auch keine Sorgen um das Verteilen von Punkten für eure Attribute machen, die werden bei jedem Levelaufstieg automatisch zugeschrieben.
Zurück zum Schmied des Vertrauens
Wenn ihr im Level aufsteigt, versteht es sich von selbst, dass nun eine bessere Rüstung angesagt ist. Diese könnt ihr natürlich nach den Kämpfen oder in Truhen finden, aber auch beim Schmied herstellen lassen. Dafür muss man zurück in die Stadt, was am besten mit einem Städteportal geht oder mit stationären Portalen, die nach einer längeren Spielzeit in der Landschaft zu finden sind. Aber auch in den Dungeons werdet ihr öfter auf diese Portale treffen, die genau dann erscheinen, wenn eure Tasche zum Bersten voll ist, Zufall?
Wenn ihr euch entschieden habt, eine kurze Verschnaufpause in der Stadt einzulegen und den Schmied zu besuchen, sollte euer erster Blick wieder in das Inventar wandern. Dort kann es sein, dass ihr Gegenstände findet, die keine Attribute anzeigen. Klar, die müssen vorher entdeckt werden, doch was brauchen wir dafür? Eine Schriftrolle oder einen speziellen Zauber? Nichts dergleichen, anklicken, drei Sekunden warten und schon wissen wir bescheid. Wer sich jetzt fragt, wo der Sinn dieses Vorgangs sei, dann geht es euch wie uns. Hier besteht auch noch ein wenig Nachbesserungsbedarf.
Beim Schmied angekommen, könnt ihr, je nach Gewicht eures Goldsäckels, in dessen Künste investieren, um stärkere Waffen oder Rüstungsteile herstellen zu lassen. Dabei werdet ihr pro Stufe mehr Gold ausgeben müssen, dementsprechend aber mit mächtigeren Items belohnt, wenn die Materialien vorhanden sind. Um diese zu erhalten, müssen zuerst unbrauchbare, aber seltene Gegenstände zerstört werden. Diese nutzt ihr dann, um das Wunschobjekt herstellen zu können.
In den Staub!
Last, but not least wenden wir uns den Talenten und Speziallattacken der Klassen zu. Durch einen Rangaufstieg dürft ihr bereits vorhandene Skills verbessern oder komplett neue erlernen. Dabei gibt es am Anfang kein entweder oder. Ihr skillt gefälligst das, was auf den Tisch kommt! Das liegt an den begrenzten Möglichkeiten eines Low-Level-Charakters, ist aber trotzdem extrem einfach gelöst worden. Entscheidet ihr euch für eine neue Attacke, bedeutet es nicht, dass sich euer Charaktere das gesamte Spiel mit dieser durch die Horden kloppen muss. Ihr wechselt nach Belieben zwischen euren Fähigkeiten, indem ihr das Fertigkeitenmenü aufruft und eine neue auswählt. Zwar dauert es 30 Sekunden, bevor die neue Fähigkeit verfügbar ist, aber auch mit den Standardangriffen könnt ihr euch in der Beta noch gut verteidigen.

Grafisch sowie soundtechnisch macht Diablo 3 bereits jetzt eine tolle Figur. Zwar scheint die Kantenglättung noch nicht hundert prozentig zu greifen, doch die Effekte, Texturen und Animationen sind bereits jetzt schön anzusehen. Vor allem die Inszenierung eurer Attacken und Zaubereien ist einfach nur grandios! Durch den erstklassigen Sound spürt ihr die Wucht hinter den Schlägen eures Barbaren oder die Macht der Zaubersprüche, wenn diese mal eben 20 Feinde gleichzeitig zurück ins Jenseits befördern.
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schrieb am 27.03.2012
um 09:24