Der Herr der Ringe - Der Krieg im Norden - Vorschau
Wenn wir an den hohen Norden denken, läuft uns meist spontan ein kalter Schauer über den Rücken. Wer ist schon gerne an einem dunklen, kalten Ort, an dem schwarzes Blut in Bächen fließt. Moment, schwarzes Blut? War das nicht mal rot? Wer sich diese Frage stellt, hat die Rechnung wohl ohne die Orks gemacht. Denn jeder, der die diesjährige Präsentation von „Der Herr der Ringe – Der Krieg im Norden“ auf der gamescom gesehen hat, fühlt sich mal wieder in der uralten Weisheit bestätigt, dass mit den Schönheiten aus Mordor nicht gut Lembas essen ist. Doch was wäre ein Herr der Ringe-Spiel ohne eine Schar mutiger Helden, die sämtlichen Gefahren die Stirn bieten? Um diese Frage zu beantworten haben wir einen Blick auf das kommende Koop-RPG aus dem Hause Snowblind geworfen und uns ein eigenes Bild vom x-ten Kampf Mensch gegen Mordor gemacht.
Sightseeing in Mittelerde
Zur Story des Titels ist bisher wenig bekannt. Klar ist jedoch, dass wir mit dem blutroten Partybus zu bekannten Locations in Mittelerde reisen dürfen, um in klassischer 3rd Person-Perspektive ganze Horden von Saurons Orks ihrer gerechten Bestimmung als Radieschengucker zuzuführen. Da in so einem Bus nicht unbegrenzt Platz ist, dürfen wir uns nur als Dreiergrüppchen durch die malerischen Nebelberge häckseln oder im Düsterwald wüten. Da man sich bei Snowblind die Rechte sowohl für die Filmumsetzung als auch die Buchvorlage gesichert hat, können wir uns aber sicher sein, dass wir auch noch nie zuvor Gesehenes im Spiel wiederfinden werden. Trotz der Fülle an Schauplätzen ist klar, dass man sich mit „Der Herr der Ringe – Der Krieg im Norden“ kein Open World-Spiel ins Haus holen kann. Dafür sind die Missionen zu linear strukturiert und zu stark gescriptet. Das tut dem Spielgefühl jedoch keinen Abbruch, denn der Fokus liegt hier klar auf Action bis die Schwarte kracht.
Fünf Freunde minus drei
Auch wenn wir nur zwei weitere Charaktere um uns scharen können, werden wir dank des umfangreichen Charaktereditors allerlei bunt zusammengewürfelte Trios an den Start bringen können. Als Rassen sind bisher Elben, Menschen und Zwerge bestätigt, eine Erweiterung ist aber durchaus denkbar. Aus diesem Pool dürfen wir uns dann unsere Charaktere zusammenschrauben, die dann je mit eine von drei Klassen, dem Krieger, dem Waldläufer und dem Magier, repräsentieren. Natürlich ist „Krieg im Norden“ auch im Einzelspielermodus spielbar, aber mit zwei Kumpels macht das ganze natürlich noch mehr Spaß, denn erst dann kommt das neue Koop-Konzept erst richtig zum Tragen. Denn um gegen die Massen an Gegnern eine Chance zu haben, müssen die drei Charaktere zusammenarbeiten. Wenn wir gegen schwächere Orks ins Feld ziehen, funktioniert das actionbasierte Kampfsystem, das uns neben Spezialfähigkeiten die übliche Action-RPG-Kost in Sachen Steuerung präsentiert, wunderbar, legen die Gegner jedoch an Grips und Muskelmasse zu, ist auch der geübte Spieler gefordert.
Aber nicht nur im Kampf, der in der Präsentation auch mal übel ausging – hungrige Bergtrolle mampfen auch gerne mal Elbenköpfe – ist das Koop-Feature sinnvoll. So hat jede Rasse eigene Fähigkeiten, die der Gruppe nutzen. So kann der Mensch beispielsweise Pflanzen in der Spielwelt erkennen und sammeln, um daraus Tränke zu brauen, der Zwerg kann Schwachstellen im Mauerwerk entdecken und so geheime Wege freilegen und der Elb kann sich als Fährtensucher betätigen. Auch abgesehen von diesen Spezialfähigkeiten bieten die verschiedenen Klassen eigene Skilltrees und die üblichen Attribute wie Stärke oder Vitalität, auf die sich bei jedem Level Up einige Punkte verteilen lassen. Natürlich wäre ein RPG nicht komplett ohne eine Vielzahl an Items, die wir zur Charaktergestaltung nutzen können. Von mächtigen Schwertern bis hin zu dicken Rüstungen ist alles dabei, was das Kriegerherz begehrt. Diese Argumentationshilfen sind neben der Kooperation der Spieler miteinander die wichtigsten Mittel, um die erstaunlich blutigen Kämpfe für sich zu entscheiden. Während der Präsentation hagelte es nur so Brutal Executions und Legendary Kills, die durch besonders heftige Spezialangriffe ausgelöst werden. Damit markiert „Krieg im Norden“ auch einen Meilenstein in Herr der Ringe-Versoftungen, denn noch nie wurde mit dem Lebenssaft nur so um sich gespritzt. Das dürfte vor allem erwachseneren Tolkien-Fans zusagen.
Schnetzeln in High Definition
Was wohl jedem Fan gefallen wird, egal ob noch nicht ganz so erwachsen oder schon wieder zittrig wie Espenlaub, ist die Grafik. Sogar auf der mittlerweile etwas altersschwachen XBox 360 lief die Präsentation ruckelfrei ab und war eine ziemliche Augenweide. Die für ein Action-Rollenspiel erstaunlich hohe Sichtweite, kombiniert mit dem immensen Detailgrad sorgt dafür, dass man sich Mittelerde so schnell nicht entziehen kann. Noch nie wurde das Nebelgebirge so schön und überzeugend dargestellt.

Das HUD ist dabei sehr übersichtlich gestaltet, damit wir in actionreichen Passagen nicht mit beiden Augen nach unserer Lebensenergieleiste suchen müssen, und passt sich gut in die Spielatmosphäre ein, obwohl es in diesem Bereich durchaus noch zu Änderungen kommen kann. Lediglich in Sachen Kollisionsabfrage gab es ein paar kleine Glitches, aber das Spiel hat tatsächlich noch einen langen Entwicklungsweg vor sich. Denn obwohl sich die spielbare Version schon relativ komplett angefühlt hat, wird man sich Bogen, Zauberstab und Kriegsaxt erst im Laufe des Jahres 2011 auf den Rücken schnallen dürfen. Nichtsdestotrotz lohnt sich die Wartezeit – denn ein Kurztrip nach Mittelerde ist die Geduld immer wert.
Infos






schrieb am 21.08.2010
um 17:55
Werde ich mal weiter Verfolgen :)
schrieb am 01.09.2010
um 15:34
schrieb am 01.09.2010
um 17:14