Deponia - Vorschau
Wir geben es ja gerne zu, der Untertitel zu dieser Preview klingt wie tausendmal wiedergekäut, aber diese Phrase könnte wohl kaum besser passen. Daedalic schicken alle Rätselfreunde mit ihrem neuen Adventure auf den namensgebenden Planeten Deponia. Der sticht durch eine besondere Eigenschaft heraus, die man bereits an seiner Bezeichnung leicht ablesen kann: Müll, so weit das Auge blicken kann. Ein kleiner Träumer namens Rufus, der dieser Ansammlung von Schrott endlich entkommen will, gibt den Hauptdarsteller und sieht sich eher als Bewohner der über den Wolken schwebenden Stadt Elysium. Dazu bedarf es natürlich geeigneter Fluchtpläne, die allerdings in der Vergangenheit stets scheiterten. Wir haben den Tollpatsch vorab begleitet und teilen euch unsere Eindrücke mit.
Die Hamburger Spieleschmiede hat sich in den letzten Jahren mit ihrem Erstlingswerk „Edna bricht aus“ sowie „The Whispered World“ in der Branche als feste Größe etabliert. Mit ihrem letzten Produkt „Harveys neue Augen“ räumten sie sogar letztes Jahr beim Deutschen Entwicklerpreis 2011 in den Kategorien Bestes Art-Design, Bestes Jugendspiel, Bestes Adventure und Beste Story ordentlich ab. Dass auf dem neuesten Streich „Deponia“ somit ein ungeheurer Druck lastet, merkt man dem Spiel nicht im Geringsten an. Schon in den ersten Spielminuten mussten wir unser Zwerchfell bemühen und ließen kaum ein Auge trocken. Die witzigen Dialoge umrahmen die sympathischen und gut ausgearbeiteten Charaktere hervorragend. Während Rufus sich als privilegierter Bürger der Welt Elysium sieht, ist seine Vermieterin und gleichzeitige Exfreundin Toni eine realitätsnahe Frau, die mit beiden Beinen im Leben steht.
Immer dieser Stress mit den Frauen
Die Reibereien zwischen den beiden werden deutlich, wenn man mit Rufus durch die gemeinsame Wohnung tappt. In der ganzen Unterkunft sind diverse Merkzettel hinterlegt, die ihn auf den Abwasch, das Reinigen der Toilette und das Verbot hinweisen, ihr Zimmer zu betreten. Dessen ungeachtet geht der klassische Antiheld ignorant seinem Tagwerk nach und kümmert sich im wahrsten Sinne des Wortes einen Dreck um die Ordnung. Unser Protagonist muss zunächst seine Siebensachen packen und hat dafür eine Liste mit Socken, Proviant, Zahnbürste und Seitenschneider ausgearbeitet.
Wofür der Seitenschneider ist, kann selbst er sich nicht mehr erinnern. Da der Koffer dann auch zu klein ist, wird er kurzerhand von der Aufstellung gestrichen. Die von Mikroben befallene Zahnbrüste wird mithilfe einer Mausefalle und Proviantresten aus den Couchritzen wieder eingefangen.
Klingt logisch
Das Herzstück eines jeden Adventures sind naturgemäß immer die Rätsel und Kombinationsaufgaben der mitgenommenen Gegenstände. An dieser Stelle weiß „Deponia“ im originellen Bereich sehr gut zu punkten. Zwar ist das Steampunk-Szenario genauso abgedreht und teilweise verrückt wie die darin lebenden Menschen, hält uns aber nicht davon ab, die teils knackigen Rätsel zu lösen. Schließlich muss beim neuerlichen Versuch, der Abfallhölle zu entkommen, eine selbst zusammengeflickte Rettungskapsel samt Harpune einen Weltraumkreuzer erwischen. Der gefundene Briefkasten wird rasch als Sitz verschraubt, der Reisekoffer verstaut und die Batterie platziert. Freilich fliegt Rufus auch in die Luft, landet aber nur auf einem Mülltransporter. Dort wäre der daheim gelassene Seitenschneider ein Segen für das im Weg stehende Drahtgitter gewesen. Wem hier kein Lächeln abgerungen wird, der geht wahrscheinlich zum Lachen in den Keller. Auch im späteren Spielverlauf haben wir fordernde und knifflige Aufgaben zu bewältigen, bleiben aber stets fairem Niveau.
Da kommt Stimmung auf
Durch die in Point’n’Click-Abenteuern Standard gewordene Hotspot-Anzeige, ist die lästige Suche nach Gegenständen bei ungeduldigen Spielern längst passé und wird bei „Deponia“ bequem per mittlerem Mausklick ausgelöst. Das übersichtliche Inventar wird einfach mit einem Dreh am Mausrad über den kompletten Bildschirm eingeblendet.

„Deponia“ ist ein Adventure, welches von Daedalic komplett im Stile eines Zeichentrickfilms animiert wird. Wer dem etwas abgewinnen kann, wird mit einer unglaublich stimmungsvollen Welt belohnt. Die Charaktere passen fließend und ohne Nahtstelle in die wunderschön gezeichneten Hintergründe. Die Sprechrollen sind professionell vertont und machen ebenfalls einen hervorragenden Eindruck.
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schrieb am 10.01.2012
um 15:51
schrieb am 10.01.2012
um 21:38