Company of Heroes 2 - Vorschau
Man darf die Gräuel des Zweiten Weltkrieges nicht vergessen. Und doch ist das Thema in unzähligen Ego-Shootern dermaßen ausgeschlachtet worden, dass der aufgeklärte Zocker nur noch genervt die Augen verdreht, wenn er MG 42 oder Sherman-Panzer hört. Ganz anders dagegen verhält es sich, wenn der Nachfolger eines der wohl besten Strategiespiele aus der PC-Ecke in den Ring steigt.
Getreu dem Motto 'Never change a winning Team', lässt auch diesmal wieder Entwickler Relic Entertainment die Sirenen heulen. Spielte der Vorgänger noch vornehmlich in Frankreich, ist die Handlung von Company of Heroes 2 diesmal an der Ostfront angesiedelt. Wir erleben die Ereignisse aus der Sicht eines Kriegsberichterstatters und übernehmen die Kontrolle über Einheiten der russischen Armee. Ob später noch eine weitere Fraktion in der Kampagne spielbar sein wird, wissen wir leider noch nicht.
Wie schon im Vorgänger, dient die selbst entwickelte Essence-Engine als Grafikmotor, der für den zweiten Teil selbstredend ordentlich getunt worden ist. Doch bevor wir hier mit Technikfachbegriffen um uns werfen, sei der Einfachheit halber zusammenfassend verraten, dass das Baby schnurrt wie eine Katze. Ob die Optik letztlich wirklich, wie großmundig behauptet, mit aktuellen Shootern gleichziehen kann, werden wir allerdings erst im ausführlichen Test beurteilen können.
In den Fängen des Winters
Das angespielte Level im verschneiten Russland machte auf jeden Fall schon mal ordentlich was her, womit wir auch gleich bei einem der neuen Schwerpunkte des Titels wären. Denn mit Verlagerung der Kriegsfront in den bitterkalten Osten ist nicht nur der deutsche Soldat euer Feind, ihr habt auch mit dem Klima zu kämpfen.
Sind eure Truppen zu lange der Kälte ausgesetzt, rücken sie dem Tod durch Erfrieren nach und nach näher, was durch ein sinkendes Thermometer neben der entsprechenden Einheit symbolisiert wird. Seht besser zu, dass ihr irgendwo Obdach findet, oder geht zumindest in Deckung vor dem wütenden Blizzard. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, Lagerfeuer entlang eurer Marschroute aufzubauen, an denen sich die ausgekühlten Soldaten aufwärmen können.
Des Weiteren werden zugefrorene Seen zum taktischen Spielelement. Meterdicke Eisschichten tragen zwar problemlos robbendes Fußvolk, unter den Ketten eines Panzers fängt es dann aber doch bedenklich an zu knirschen. Wer trotzdem eines der tonnenschweren Kriegsgefährte hinterherschickt, muss sich nicht wundern, wenn dieses als riesiger Eiswürfel auf dem Grund des Sees endet, während das Loch darüber langsam wieder zufriert. Freilich lässt sich dieser Umstand auch zu eurem Vorteil nutzen. Einfach einen Köder auf dem Eis platzieren, und sollte dieses nicht brechen, kann man immer noch mit Mörsern nachhelfen. Ob die KI mehr als einmal auf diese List im wahrsten Sinne des Wortes reinfällt, lässt sich nach der kurzen Spielzeit nicht beurteilen.

Wie bereits erwähnt, sieht das Ganze großartig aus. Die Soldaten bewegen sich mit unzähligen Animationen in jeder Situation geschmeidig animiert über den Bildschirm, und Schnee sammelt sich während eines Sturmes in Echtzeit an Häuserwänden. Richtig rund geht es aber, wenn wir einen Luftschlag ordern, wobei sowohl Hauswand als auch Schnee pulverisiert werden, oder das als 'Stalinorgel' bekannte mobile Mehrfachraketenwerfergeschütz zum Einsatz bringen. Man verzeihe mir den Zynismus, aber danach ist im großen Radius niemanden mehr kalt!
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