Call of Juarez - The Cartel - Vorschau
In Marlboro Country ist die Welt noch in Ordnung. Heiß streicht der Wüstenwind über das weitläufige Tal, die imposante Fels- und Kakteenlandschaft flimmert in der Sonne, dazu jaulen die Kojoten mit der Westerngitarre um die Wette. Unter seinem großen Cowboyhut rinnt Ben McCall der Schweiß über die dekorativ vernarbte Stirn. Der Hinterhalt ist gut vorbereitet, die Banditen haben keine Chance – nur in die Falle gehen müssen sie noch. Er sucht mit scharfem Blick den gegenüberliegenden Hang nach verräterischen Bewegungen ab, während er gleichzeitig die Straße tief unten im Tal im Auge behält. Sein Gewehr ist schussbereit, und einen markigen Bibelspruch hat er sich auch schon zurechtgelegt. Nichts rührt sich, die Sonne brennt unbarmherzig weiter. Doch da - ein Ruf ertönt. McCalls Kameraden haben den Haupttrupp der Banditen erspäht: Hintereinander nähern sich die Wagen der Tunichtgute auf der Straße im Tal. McCall macht sich bereit, die Falle zuschnappen zu lassen, doch plötzlich erklingen Schüsse und Geschrei hinter ihm. Die Banditen haben den Spieß umgedreht und fallen McCall und seiner Truppe in den Rücken! Die Überfallenen hechten in Deckung und erwidern das Feuer.
Da ist was faul im Staate Texas!
Aber halt, Moment mal – irgendetwas stimmt hier nicht. Die Banditen scheinen sich nicht an die offizielle Kleiderordnung des Wilden Westens zu halten – sie tragen weder mexikanische Tracht noch Cowboykluft, sondern sehen mit ihren herumgedrehten Baseballkappen, schlabbrigen Sportklamotten und Turnschuhen aus wie die Gestalten, die man aus den Hip-Hop-Videos auf MTV kennt. Auch McCall selbst schießt nicht mit einem Winchester Repetiergewehr, sondern ballert mit einer AK-47 auf die bösen Buben. Die Anachronismen nehmen kein Ende: Bei der Verfolgung der Banditen kommen dann auch keine Pferde zum Einsatz, sondern bullige SUVs. Was ist hier geschehen?
Ganz einfach. Der dritte Teil der „Call of Juarez“-Reihe, „The Cartel“, spielt zwar in Mexiko und dem Südwesten der USA, allerdings in der Gegenwart.
Der Wilde Westen, so erklärt es uns PR-Spezialist Emerique von Ubisoft bei der Präsentation des neuen, dritten Teils der „Call of Juarez“-Reihe, sei nicht an einen bestimmten Ort oder eine Epoche gebunden. Der Wilde Westen sei eine geistige Haltung, ein Konzept von Freiheit, Männlichkeit und dem Kampf für oder gegen das Gesetz. Marlboro Country eben. Wenn der Westen also nicht auf eine Ära festgelegt ist, dann kann er heute noch existieren, auch wenn die Helden ihre Mustangs gegen klimatisierte Geländewagen und ihre sechsschüssigen Colts gegen zeitgemäßere Berettas eintauschen mussten.
Wer und warum?
Worum es im dritten Teil von „Call of Juarez“ geht, ist schnell erklärt. Ganz ähnlich wie in Tom Clancys Roman „Das Kartell“ (im Original „Clear and Present Danger“) bekommt eine südamerikanische Produktions- und Logistikfirma im Marktsegment Drogen Anwandlungen von Größenwahn und zettelt einen Anschlag auf ein Regierungsgebäude der Vereinigten Staaten an.

Sowohl im Spiel als auch im Buch können die USA das nicht auf sich sitzen lassen und reagieren etwas unwirsch: Im Clancy-Roman kommen leichte Infanterie und lasergelenkte Bomben zum Einsatz. In „Call of Juarez 3 – The Cartel“ dagegen stellen die drei betroffenen Behörden eine Sondereinsatztruppe aus drei Mitgliedern zusammen, die aufgrund ihrer Schießwütigkeit und ihrer brachialen Ermittlungsmethoden perfekt geeignet sind, einen Rachefeldzug zu führen:
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