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Test - Trash Metal!

The Rockin' Dead - Test

Zwischen unfreiwilligem Schrott und ehrlichem Trash gibt es einen gewaltigen Unterschied: den eigenen Anspruch. Unfreiwilliger Schrott ist nicht immer, aber oftmals teuer produziert, startet vor allem aber mit einer viel zu großen Portion falschem Selbstverständnis. Ed Wood, posthum als schlechtester Regisseur aller Zeiten geadelt, war bei all seinen Machwerken, von „Plan 9 from Outer Space“ bis hin zu „Glen or Glenda“, vollkommen davon überzeugt, wirklich große Filmkunst zu schaffen. Und Uwe Boll, Ed Woods einzig wahrer Thronfolger, ist sich auch bei jedem seiner Filme sicher, einen Hit in der Mache zu haben, und niemand ist verwunderter als er selbst, wenn seine Leinwandgurken dann mit Goldenen Himbeeren überschüttet werden. Die Filmgeschichte ist voll von solchen Beispielen, und der Begriff B-Movie gilt längst nicht mehr nur für die billig produzierten Science-Fiction- und Horrorfilmchen der 50er Jahre. Man denke etwa an John Travoltas aufgeblasene Scientology-Propaganda „Battlefield Earth“. Auch die Spielwelt hat grandiose Flops hervorgebracht: Böse Zungen würden jetzt vermutlich sofort nach dem neuen „Medal of Honor“ oder nach „Arcania“ schreien. Diese Machwerke wecken in uns gerade deswegen eine solche Schadenfreude, weil trotz bester Voraussetzungen und dickem Budget einfach so vieles in den Sand gesetzt wurde.

Und dann gibt es noch den ehrlichen, aufrichtigen Trash, jene liebenswerte Spezies, die sich ihrer kleinen und größeren Macken bewusst ist und ihrem schmalen Budget mit einer großen Portion Selbstironie und vor allem mit viel Liebe und Herzblut entgegentritt. Kino-Schutzpatronen dieser Gattung sind sicher Quentin Tarantino und Robert Rodriguez, die erst vor kurzem mit ihrem „Grindhouse“-Projekt dem schlechten Geschmack huldigten, wenn auch mit dickem Portemonnaie. Nun ziehen die Jungs von bitComposer Games nach, um sich auch auf dem PC vor der Welt der lebenden Toten, verrückten Wissenschaftler, finsteren Burgen und rockenden Heroen zu verbeugen. Willkommen bei „The Rockin´ Dead“!

Tanz der Teufel
Das putzmuntere Adventure von bitComposer aber als Schund zu bezeichnen, wäre höchst vermessen, denn hinter seiner zugegeben etwas unattraktiven Schale verbirgt sich ein ordentliches, originelles und witziges Spiel. Mit dem Budget eines großen Studios wäre hier sicher ein wirklich großes Ding herausgekommen. So ein Budget haben die Jungs aber nicht, also machen sie aus der Not eine Tugend.
Bereits die Story gibt die Richtung vor, in die „The Rockin´ Dead“ geht: die „Deadly Lullabyes“, drei heiße Rock´n´Roll-Mädels, sind nach einem kurzen Abstecher in den Metal-Olymp hart auf dem Boden der Realität gelandet, und nachdem sich auch noch ihr Manager mit dem letzten Cent aus der Bandkasse aus dem Staub gemacht hat, müssen sich die Rockröhren wieder mit kleinen Gigs und einem schrottreifem Mini-Tourbus zufriedengeben. Da kommt der mysteriöse Flyer in ihrem Briefkasten mit dem Angebot, auf einem nach ihrem größten Hit „Creator´s Creation“ benannten Festival als Headliner aufzutreten, gerade recht. Die Mädels fackeln nicht lange, packen ihre E-Gitarren ein und machen sich auf den Weg zur abgelegenen Burg Knatterfels, auf der ihr Gig starten soll. Was die Mädels allerdings nicht wissen: Die Einladung zum Festival war nur der Vorwand von einem gewissen Bob, die drei Damen zu sich zu holen.

Bob hat nämlich versucht, den Songtext von „Creator´s Creation“ in die Realität umzusetzen, hat damit aber blöderweise auch seinem finsteren Onkel Waldo in die Karten gespielt, der gerade versucht, in einem unterirdischen Labor eine Armee von Untoten heranzuzüchten. Nun braucht Bob die Hilfe der „Deadly Lullabyes“, um seinem machtgierigen Onkel gewaltig in den Arsch zu treten. Und bis es so weit ist, muss sich Leadsängerin Alyssa durch eine völlig abgefahrene Geschichte rätseln, die ihren Anfang mit einer Autopanne mitten im Nirgendwo nimmt, bei der auch noch die anderen Bandmitglieder verschollen gehen.

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Infos

The Rockin' Dead

The Rockin' Dead

PC
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Entwickler:
Grasland Production
Publisher:
bitComposer Games
Genre:
Point'n'Click-Adventure
USK:
12
Release:
14.04.2011
Link:
n/a
PC
ab 9,50 €
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14.04.11 | 20:12