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Test - Immer Ärger mit der Finsternis

The Darkness 2 - Test

Videospielumsetzungen zu bekannten und beliebten Comic-Franchises sind heutzutage keine Seltenheit mehr. Diesen Trend darf man wohl zum Teil der ikonischen Strahlkraft von Helden wie Spiderman oder Batman zuschreiben, zum Teil aber auch einfach der Tatsache, dass rasante Actiontitel oft den passenden Deckel zum Topf des temporeichen Comic-Mediums darstellen. 2007 gingen die Jungs und Mädels von 2K Games mit The Darkness ein verhältnismäßiges Wagnis ein, denn hierzulande waren die Comics um den Mafia-Auftragskiller Jackie Estacado und die ihn beherrschende, bitterböse-zynische Macht namens Finsternis eher ein Geheimtipp. Nichtsdestoweniger konnte sich der Titel dank seiner bewegenden Story, glaubhaften Charakteren und einem Höchstmaß an knalliger Action ein Plätzchen in den Spielesammlungen vieler Zocker sichern, obwohl das Ende des ersten Teils für viele Spieler mehr als unbefriedigend war. Jetzt hat das Warten auf neue Eskapaden des Dream-Teams aus Mensch und mysteriöser Macht ein Ende, denn The Darkness II steht endlich in den Händlerregalen. Mit Digital Extremes zeigt sich diesmal ein Entwickler für Jackies Abenteuer verantwortlich, der nicht wirklich für storybasierte Actiontitel bekannt ist. Wie war das noch mal mit dem Schuster und seinen Leisten?

Von Brüdern und alten Lastern
Dem Gamer-Gott sei Dank, trifft dieser altbekannte Spruch ausnahmsweise mal nicht zu, denn Digital Extremes haben sich auch im Story-Bereich wirklich Mühe gegeben. Fans der Comic-Vorlage werden wohl trotzdem enttäuscht sein, ist die Geschichte von The Darkness II doch komplett eigenständig. So treffen wir Jackie zwei Jahre nach dem Ende des ersten Teils wieder, und auf den ersten Blick scheint die Trauer um seine ermordete Freundin Jenny wie weggeblasen. Schließlich hat es der junge Estacado entgegen aller schlechten Omen geschafft, sich zum Mafia-Don zu mausern und die unheilvolle Finsternis komplett in ihre Schranken zu verweisen. Obwohl es sich Jackie also zu Spielbeginn bei Wein, Weib und Moneten gut gehen lässt, ist die Freude natürlich nur von kurzer Dauer. Denn während er in einer Minute noch beim Dinner mit zwei Schönheiten in einem schicken Restaurant schäkert, steht die Welt plötzlich innerhalb von wenigen Sekunden Kopf. Bewaffnete Bösewichte stürmen das Restaurant und richten ein standesgemäßes Blutbad an, dem wir nur mit mächtig viel Glück entkommen können – und natürlich kann auch unser ewiger Begleiter, die Finsternis, nicht zulassen, dass wir über den Jordan geschickt werden. Die Unterstützung durch unseren übernatürlichen Parasit können wir auch gut gebrauchen, stellt sich doch heraus, dass die Ballerfritzen im Auftrag einer geheimnisvollen Gruppierung arbeiten, die sich selbst nur Die Bruderschaft nennt. Diese will uns aber nicht nur einfach tot sehen, sondern auch direkt die Finsternis anzapfen und für ihre eigenen undurchsichtigen Zwecke nutzen. Klar, dass wir das nicht zulassen können und uns mit allen möglichen Hilfsmitteln zur Wehr setzen müssen, um das Geheimnis um die Bruderschaft zu lüften.

Schnipp-schnapp, Spielspaß ab?
Das wohl Wichtigste und Spaßigste dieser Hilfsmittel dürfte jeder kennen, der schon The Darkness gespielt hat. Aber auch alle, die unbedarft an Jackies neuesten Horrortrip herangehen, dürften damit ihre Freude haben. Natürlich geht es hier um die Dämonenarme, die uns aus dem Rücken sprießen und deren Handhabung im Vergleich zum Vorgänger deutlich überarbeitet wurde. So sind die fleischigen Anhängsel jetzt auch in Verbindung mit anderen Fähigkeiten und Waffen direkt nutzbar und müssen nicht erst umständlich aktiviert werden. Auch das Balancing der Arme, die wohl das bedeutendste Alleinstellungsmerkmal des Horror-Shooters darstellen, wurde nochmals überarbeitet. So dürfen wir Gegner mit den rasiermesserscharfen Beißerchen der rechten Fleischpeitsche im Nahkampf regelrecht zerrupfen, während wir mit ihrem Gegenstück Widersacher oder Gegenstände greifen und munter durch die Gegend schleudern dürfen. 

Was sich zuerst vielleicht nur wie ein nettes Gimmick anhört, hat tatsächlich erhebliche Auswirkungen auf den Spielverlauf. Zum einen haben sich die Entwickler mit den spektakulären Todesanimationen – in deren Genuss wir als deutsche Zocker leider nur arg beschnitten kommen – viel Mühe gegeben, zum anderen gibt es für aufwendige Kills durch unsere dämonischen Auswüchse mehr Futter für unser Erfahrungspunktekonto. Dieses können wir wiederum nutzen, um unsere Fertigkeiten in vier Talentbäumen aufzupäppeln, darunter beispielsweise Upgrades für unsere Waffen oder neue Fertigkeiten für unsere Dämonenarme. Auch das schon aus dem Vorgänger bekannte schwarze Loch, das alle Gegner im näheren Umkreis einsaugt, können wir im Finsternis-Fertigkeitsbaum wieder freischalten. Ärgerlich ist tatsächlich nur, dass viele dieser lernbaren Fähigkeiten dank der optischen Entschärfung durch die deutsche Zensurbehörde ihre eigentliche Wirkung verlieren. Obwohl übertriebene Gewalt in den meisten Spielen unnötig ist, gehört sie zur The Darkness-Reihe wie ein Glas Milch zu einer Ladung Schokokeksen und illustriert eigentlich nur die abgrundtiefe Bösartigkeit der Finsternis und die Verrohung des Hauptcharakters durch schmerzhafte persönliche Erfahrungen. Hier hätte man zensurtechnisch einen Mittelweg fahren können, denn wenn schon Zwischensequenzen für über zehn Sekunden durch einen schwarzen Bildschirm ersetzt werden, ist irgendetwas nicht ganz richtig gelaufen.

Bunt und brutal
Dafür läuft im grafischen Bereich alles einwandfrei, denn anstatt sich für eine realistischere Umsetzung zu entscheiden, setzen die Entwickler bei The Darkness II auf eine Art Cel Shading-Look, der als Graphic Noir betitelt wird. Wenn auch die Story wenig mit den Comic-Vorlagen zu tun hat, schafft die grafische Umsetzung umso stärkere Parallelen. Gerade der Kontrast der knallig bunten Farben zum ultrabrutalen, schwarzhumorig-zynischen Tagewerk Jackies funktioniert besonders gut als Stilmittel, vor allem wenn wir durch eine der zahlreichen Irrenanstaltssequenzen hetzen. Neben den Irrenhaus-Levels, in denen Realität und Wahnvorstellungen immer mehr zu verschmelzen scheinen, führt uns The Darkness II durch zahlreiche Schauplätze wie verlassene Vergnügungsparks, U-Bahn-Stationen und sogar Jackies eigene Villa. Die Schauplätze sind dabei sowohl detail- als auch abwechslungsreich, die Animationen butterweich und die Spielfiguren liebevoll in Szene gesetzt. Dank der relativ dankbaren technischen Anforderungen, die sicher auch im ressourcensparenden Comic-Look begründet sind, stockt der Spielfluss nie und die FPS-Zahl bleibt auf einem konstant flotten Niveau – scheinbar fast schon zu flott, denn bereits nach acht bis neun Stunden Spielzeit flimmern die Credits über den Bildschirm. Wer jetzt noch nicht genug vom The Darkness II-Universum hat, muss aber glücklicherweise noch nicht die Segel streichen. Denn mit dem Blutrache-Modus hat Digital Extremes den neuesten The Darkness-Teil mit einem zusätzlichen, überaus launigen Koop-Modus versehen. 

Hier dürfen bis zur vier Spieler in die Haut von linkischen Mafiosi schlüpfen, jeder Einzelne mit einer individuellen Waffe und speziellen, abgeschwächten Finsternis-Fertigkeiten ausstaffiert. Das besondere Schmankerl hierbei: Im Blutrache-Modus spielen wir miteinander verknüpfte Missionen, die parallel zur Hauptstory von The Darkness II verlaufen und an Schauplätzen spielen, die im Hauptspiel selbst lediglich erwähnt werden. So ist der Koop-Modus nicht nur eine bloße Dreingabe, sondern eine tatsächliche Erweiterung des Spielerlebnisses. Abgerundet wird das gesamte Spielpaket durch die, zumindest in englischer Sprachausgabe, großartigen Synchronsprechern, allen voran natürlich das wirre Genie Mike Patton, der auch in The Darkness II der Finsternis seine lispelnde Keifstimme leiht. 

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Infos

The Darkness 2

The Darkness 2

PCXBOX 360PlayStation 3
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Entwickler:
Digital Extremes
Publisher:
2K Games
Genre:
Action-Adventure
USK:
18
Release:
n/a
Link:
n/a
PC

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