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Test - Abenteurer mit Schlapphüten waren gestern

The Book of Unwritten Tales - Test

Gnome zaubern nicht, sie basteln, bauen und schrauben. Das Gegenteil will euch Wilbur Wetterquarz im Fantasy-Adventure The Book of Unwritten Tales beweisen, wenn er zusammen mit der Elfe Ivo und dem Freibeuter Nathaniel Bonnet versucht mithilfe eines Ringes, einen Krieg zu verhindern. Die Persiflage auf sämtliche Fantasy- und Abenteurerklischees versucht mit viel Witz und Humor in die Herzen der Point&Click-Spieler zu kommen. Ob ihr das gelingt, lest ihr im ausführlichen Testbericht.

Gefangen
Die Geschichte von The Book of Unwritten Tales verschlägt uns in die Fantasywelt Aventásia, in der wir zunächst Bekanntschaft mit dem Gremlin-Archäologen Mortimer MacGuffin machen. In Gedanken bei seinem neuesten Tagebucheintrag, merkt er nicht, wie der fiese Hexer Munkus in seine Behausung einfällt. Der finstere Geselle will unter Mithilfe von MacGuffin das Geheimnis um ein Artefakt entschlüsseln, das der Armee der Schatten die Weltherrschaft garantieren könnte.
Der alte Gremlin zeigt sich wenig kooperativ und wird kurzerhand in einen Käfig auf dem Rücken eines Transportdrachen gesperrt. Zufälligerweise spaziert just in diesem Moment die hübsche und abenteuerlustige Elfe Ivo am Haus des Archäologen vorbei und beobachtet die Entführung. Neugierig, wie Elfen und Adventure-Helden nun einmal sind, springt sie mit einem Satz auf den abflugbereiten Drachen und findet sich kurz darauf in luftigen Höhen wieder.

 

Bereits in den ersten Spielminuten bekommen wir unzählige Gags um die Ohren gehauen

 

Nun liegt es an uns, den Alten aus seinem Gefängnis zu befreien, damit den bösen Mächten nicht der Ring in die Hände fällt, den er in seiner Tasche herumträgt. Dieser erste Spielabschnitt dient als Einführung, um uns mit der Steuerung und Spielmechanik vertraut zu machen. Texttafeln helfen an dieser Stelle beim schnelleren Vorankommen, schließlich soll sich die luftig bekleidete Elfe in hundert Metern Höhe keinen Schnupfen einfangen.
Ein paar amüsante Dialoge und Schwerthiebe später, ist MacGuffin auch schon befreit. Dummerweise stürzt er samt Käfig über dem Weißkammgebirge ab und landet direkt vor den Füßen des Gnoms Wilbur Wetterquarz. Verdattert bekommt Wilbur vom Gremlin den Ring in die Hand gedrückt und erhält den Auftrag diesen zum Erzmagier der Menschen nach Seefels zu bringen. Kurz darauf wird der alte Knabe vom Transportdrachen aufgegabelt und lässt den Gnom verwirrt, aber neugierig zurück.
Offenbar geht Wilburs größter Wunsch, einmal ein Abenteuer zu erleben, endlich in Erfüllung.

Ein Gnom kriegt schließlich nicht jeden Tag einen Ring aufgeschwatzt, der den Krieg beenden kann. Leider hat unser kleiner Held keinen Schimmer, wie er ohne Hilfe in die Stadt der Menschen kommen soll. Schließlich wendet er sich an seinen Großvater, Kriegsveteran und ehemaliger Soldat der Allianz-Armee, mit dem er im Gnomenbau neben der Zwergenbastion wohnt. Bereits in den ersten Spielminuten bekommen wir unzählige Gags um die Ohren gehauen, in denen nicht nur Der Herr der Ringe und Rollenspiel-Klischees, sondern auch Hollywood-Filme, wie Indiana Jones und Psycho persifliert werden.

Geklickt

The Book of Unwritten Tales spielt sich für ein Adventure angenehm flott. Lange Überlegungen, wie ein Rätsel anzugehen ist, gibt es selten. Dass dies ein positiver, wie auch negativer Kritikpunkt ist, liegt hierbei auf der Hand. Für Profis bietet das Point&Click-Adventure, streng gesehen, zu wenig Herausforderungen, wohingegen jüngere Spieler und Adventure-Neulinge ihre helle Freude mit Wilbur und Co. haben sollten. Falls uns das Spiel immer noch zu schwer ist, können wir uns mit gedrückter Leertaste die sogenannten Hotspots anzeigen lassen und sehen, welche Gegenstände benutzbar und welche nur dekoratives Beiwerk sind. Dieses Feature, das bei Adventures in letzter Zeit sehr in Mode gekommen zu sein scheint, gestaltet das Rätseln noch ein wenig simpler. Insgesamt lässt sich sagen, dass die Rätsel zwar erschreckend leicht, dafür aber durchweg logisch aufgebaut sind. Dadurch werden abstruse Gedankengänge hinfällig. Auch das Horten von allerlei Gegenständen gehört, wie in jedem guten Adventure, mit zur Lieblingsbeschäftigung unserer Helden. Alles Gesammelte finden wir in unserem geräumigen Inventar am unteren Bildschirmrand wieder. Die Übersicht bleibt hierbei stets erhalten. Schließlich können wir die Gegenstände auch unter den einzelnen Charakteren tauschen, was für einige Spielabschnitte sogar äußerst wichtig ist. Außerdem trägt die jeweilige Spielfigur nie mehr Objekte in der Tasche, als sie momentan benötigt.

Gestaunt
Eines ist auf alle Fälle sicher: Wilburs Abenteuer ist ohne Zweifel eines der hübschesten Point&Click-Adventure, das bis dato das Licht der Welt erblickt hat. Möglich ist dies dank der OGRE 3D Engine, die schon bei Jack Keane zum Einsatz kam. Sie kann nicht nur mit wenigen Polygonen durchaus hübsche Modelle, sondern auch Echtzeit-Schattenwurf darstellen. Jede der vielen Locations, die aus vorgerenderten Hintergründen bestehen, hat ihren ganz eigenen Charme. Einige Orte erinnern sogar an andere Genrevertreter, wie der Jahrmarkt aus Monkey Island 2. Trotz des tollen Gesamtbildes, gibt es einige kleinere technische Mängel. Dazu gehören teils fehlerhafte Animationen und stellenweise unpassende Mimik, sowie Gestik. Auch gelingt es dem Spiel nicht immer, die 3D-Modelle perfekt mit dem Hintergrund verschmelzen zu lassen, sodass wir einige unschöne Übergänge zu sehen bekommen.

Nicht nur unsere Augen werden verwöhnt, auch unsere Ohren bekommen Erstklassiges geboten. So kann The Book of Unwritten Tales mit einer talentierten und prominenten Sprecherriege aufwarten. Einige Sprecher, wie Oliver Rohrbeck (Ben Stiller), Dietmar Wunder (Daniel Craig), Wolfgang Völz (Mel Brooks), Santiago Ziesmer (Spongebob Schwammkopf) und Bodo Wolf (Christopher Walken), sind sowohl aus Kinoproduktionen und TV-Serien, als auch aus diversen Hörspielen bekannt. Alle Sprecher machen einen hervorragenden Job und lassen die herrlichen Dialoge mitunter kurzweilig erscheinen, auch wenn ihnen das nicht immer gelingt mag. Die Musik ist ein bunter Mix aus Neuinterpretationen bekannter Klassiker, sowie friedlicher und düsterer Fantasy- und Abenteuermusik, die im Zusammenspiel mit den Soundeffekten die nötige Atmosphäre verschaffen. Vor den Toren Seefels' zwitschern die Vögel und das Meer rauscht, wohingegen euch im kalten Weißkammgebirge der eisige Wind um die Ohren fegt. So macht Spielen Spaß.

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Infos

The Book of Unwritten Tales

The Book of Unwritten Tales

PC
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Entwickler:
KING Art Games
Publisher:
HMH Interactive
Genre:
Point'n'Click-Adventure
USK:
12
Release:
02.04.2009
Link:
PC
ab 11,50 €
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