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Test - Blaue Flecken für die Konkurrenz

Tekken Tag Tournament 2 - Test

"Tekken" - ach, da werden Erinnerungen wach. Zum Beispiel an den Zwirbelbart Heihachi, der in jedem Teil aufs Neue zum gnadenlos-unbarmherzigen Iron Fist Turnier aufruft. Erinnerungen an den karikierten Bruce Lee-Verschnitt Law mit seinem legendär-unfairen Trittkarussell. Oder an Paul Phoenix, dessen Turmfrisur mehr Haarspray verschlingt als ein amerikanisches It-Girl. Von allen "Tekken"-Teilen hat "Tekken Tag Tournament" jedoch ein besonderes Plätzchen in jedem Fanherzen inne, denn das Prügelspiel vereinte anno 2000 nicht nur die meisten Spielmodi, sondern auch die meisten Kämpfer - über 35 Prügelknaben gaben sich die Ehre. Mittlerweile ist die "Tekken"-Serie ins Straucheln geraten. Wie sich "Tekken Tag Tournament 2" schlägt, haben wir im Testring geklärt.

Das umfangreichste Tekken aller Zeiten
Ausgefallene Kostüme, knallharte Kettenkombos und ein Hang zu albernen Klischeekämpfern- "Tekken Tag Tournament 2" zu spielen ist, wie nach langer Zeit wieder nach Hause zu kommen. Denn abgesehen von einigen Kleinigkeiten hat sich bei Namcos Prügelserie nichts verändert. Fans erkennen die 50 unterschiedlichen Charaktere sofort, auch oder gerade weil sich diverse Klonkrieger in den Auswahlbildschirm geschummelt haben, die sich nur im Aussehen unterscheiden, aber denselben Kampfstil teilen. Die muskulöse Blechbüchse Jack etwa ist als prominenter Hüne gleich mehrfach vertreten; und auch das Capoeira-Alteisen Eddy Gordo verrenkt sich mit seinen geschlagenen Rädern ebenso elegant wie Christie Monteiro. Durchschaut man den Schwindel, bleiben zwar noch genügend eigenständige Fratzen übrig - wirkliche Neuzugänge fehlen aber auch diesmal.
Da die "Tekken"-Serie schon immer zu den unkomplizierten Buttonmashern zählte, feiern auch Grünschnäbel schnell Erfolge - der intuitiven Bedienung sei Dank. Sowohl Kinnhaken und Trommelschläge als auch schmerzvolle Roundhouse-Kicks sind schnell erlernt oder werden den Recken durch eifriges Knöpfchendrücken zufällig entlockt. Superattacken bedürfen meist mehrerer Tasten und müssen kurz aufgeladen werden. Geblockt wird durch banales Rückwärtslaufen. Das Kampfsystem kann wirklich jeder halbwegs dressierte Affe meistern, obschon sich ein Blick in die gewachsenen Kombolisten lohnt. Wer möchte, kann Stunden lang in Dojos und Trainingslabors verbringen und seinen Lieblingskämpfer bis ins kleinste Detail studieren. Mit dem individualisierbaren Robotermeister macht das sogar erstaunlich viel Laune. Aber all das braucht es nicht wirklich, um in den kurzen, knackigen Gefechten jede Menge Spaß zu haben - auch für Karatemuffel und Spieler, die bei "Chinese Kenpo" an ein asiatisches Gericht denken.

Voll auf die Zwölf - jetzt auch mit acht Fäusten
Im Arcade-Modus geht es natürlich wieder darum, sich durch die Turnierteilnehmer bis an die Spitze der Rangliste zu prügeln, um dann den Siegerpreis einzuheimsen und eine gewohnt lächerliche Videosequenz zu sehen. Allerdings wird in "Tekken Tag Tournament 2" nicht alleine, sondern stets im Team gefochten. Bis zu vier Charaktere und somit auch (menschliche) Spieler können an einem Kampf teilnehmen. Sinkt die Lebensleiste des Kollegen in den kritischen Bereich, genügt ein Knopfdruck, und schon hüpft der Partner in den Ring. In diesem Zuge kommen auch die brandneuen Tag-Moves zum Einsatz. Wollen wir uns etwa ein Päuschen gönnen, bearbeiten wir unseren Gegenüber mit ein paar getimten Hieben und wechseln die Figur, die prompt nachsetzt, den Gegner in die Luft katapultiert und mit Schmackes wieder gen Boden schmettert. Klug eingesetzt können die Tag-Moves über Sieg und Niederlage entscheiden, da es so gut wie unmöglich ist, aus der Stakkato-Dreschmaschine wieder herauszukommen. Setzt der Kontrahent also zur Kettenkombo an, könnt ihr euch getrost einen Kaffee kochen - ein Balancekreuz, das die Reihe bis heute auf dem Buckel trägt.

Vor allem Neulinge werden in den gnadenlosen Online-Gefechten frustriert in den Controller beißen, wenn sie von Vollprofis die Kauleiste deformiert bekommen - da macht auch "Tekken Tag Tournament 2" keine Ausnahme. Daher ist es schade, dass wir keine Kumpels direkt aus der Freundesliste in ein Match einladen dürfen. Somit ist es purer Zufall, wem wir als Nächstes ein paar blaue Flecken verpassen. Außerdem nervig: Während unserer Testpartien störten hin und wieder Ruckler oder gar Verbindungsabbrüche die schweißtreibenden Gefechte. Aufgrund des ungewohnt langsamen Spieltempos wirkt es zudem, als ob wir uns durch Watte prügeln würden - kein Vergleich zur rasanten Capcom-Konkurrenz.

Das trifft leider auch auf die maue Grafik zu, die sich in den drei Jahren seit "Tekken 6" kaum verbessert hat. Insbesondere die grobkörnigen Figuren wirken vor den teils wunderschönen Kulissen wie Fremdkörper. Auch die Kampfeffekte präsentieren sich erstaunlich zurückhaltend, obschon die "Tekken"-Spiele hier noch nie optische Maßstäbe gesetzt haben. Zum aufgeregt-hektischen Elektrogedudel können wir nichts anderes sagen, als dass sie zum Geschehen passt. Was man von der fürchterlichen Abspannmusik indes nicht behaupten kann.

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Infos

Tekken Tag Tournament 2

Tekken Tag Tournament 2

XBOX 360PlayStation 3
WÄHLE DEINE VERSION
Entwickler:
Namco Games
Publisher:
NAMCO BANDAI Games
Genre:
Beat'em'Up
USK:
16
Release:
14.09.2012
Link:
XBOX 360
ab 22,99 €
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09.10.12 | 19:04