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Test - Brustumfang und blaue Flecken

SoulCalibur V - Test

Wer Next-Gen-Prügelspiel sagt, muss Soul Calibur sagen. Denn immerhin begleitet uns das fröhliche Gekloppe schon seit über zehn Jahren und findet trotz Fingerverknotungsrisiko mit jedem neuen Teil relativ zielsicher ein Plätzchen in der Top-Liste der 3D-Klopper. Böse Zungen mögen behaupten, dass dies nur mit den physikalisch korrekt umherhüpfenden Vorzügen der weiblichen Charaktere und der mangelnden sexuellen Auslastung des typischen Kellerkind-Zockertypus zusammenhängt. Pünktlich zum neuen Spielejahr ist jetzt der neueste Teil der Beat Em Up-Franchise aus dem Hause Project Soul, Soul Calibur V, in den Händlerregalen aufgetaucht und will mit diesem Vorurteil aufräumen. Soul Calibur V verspricht neben einer ganzen Ladung neuer Charaktere auch einen stark ausgebauten Online-Modus und eine packende Story. Wie, ein Prügelspiel und Story? Das soll funktionieren? Die Zeichen hierfür stehen zumindest schon mal gut.

Schwertologie für Fortgeschrittene
Denn anders als bei den bisherigen Soul Calibur-Teilen folgen wir im neuesten 3D-Prügler ausnahmsweise nicht jedem einzelnen Charakter auf seinem eigenen Pfad aus blauen Flecken, Blut und Brüsten, sondern konzentrieren uns auf eine epische Geschichte rund um das Geschwisterpaar Patroklos und Pyrrha, die uns in eine fiktionale Version Europas im Jahr 1607 zurückversetzt. Zunächst dürfen wir in die Haut des arroganten griechischen Möchtegernhelden Patroklos schlüpfen, der nach dem Tod seiner Mutter Sophitia, bekannt aus den Vorgängern, nur ein Ziel kennt: den europäischen Kontinent nach seiner entführten Schwester zu durchkämmen und für seinen Auftraggeber Graf Dumas die sogenannten Malfested, Dämonen in Menschengestalt, über die Klinge springen zu lassen. Das klappt auch ganz wunderbar, bis wir auf unserer Pilgerreise auf Siegfried, den Anführer der Schwarzwind-Söldner, treffen und dieser uns erklärt, dass wir als neuer Träger des mächtigen Schwerts Soul Calibur auserkoren worden sind. Das für die Franchise namensgebende, überdimensionierte Käsemesser suche sich laut Siegfried nur die würdigsten Krieger aus und habe seit der Zerstörung von Soul Edge, dem bösen Zwilling des Schwerts, vor 17 Jahren quasi nur auf uns gewartet. Spätestens jetzt dürfte auch dem begriffsstutzigsten Zocker klar werden, welche Aufgabe eigentlich auf uns wartet, nämlich das Aufspüren und Zerstören des Schwesterschwerts Soul Edge und seines abgrundtief bösen Trägers, Nightmare. Aber ganz so einfach wird es dann doch nicht, denn kaum haben wir unsere Schwester gefunden, offenbart sich ein dunkles Familiengeheimnis, dass es ebenso aufzuklären gilt.

Die Kunst des Knöpfchendrückens
Eine so durchdachte Storyline, die uns nicht nur Patroklos, sondern auch seine Schwester und zahlreiche weitere Charaktere per Controllergerüttel und Buttonmashing durch das frühneuzeitliche Europa navigieren lässt, hat man bei Soul Calibur tatsächlich selten gesehen. Dabei bleibt das Grundprinzip natürlich auch im Storymodus gleich: Wir starten eine Episode, bekommen ein schickes Video in Ingame-Grafik oder liebevoll gezeichnete Zwischensequenzen präsentiert und prügeln uns anschließend den Schmalz aus der Birne. Wie auch schon bei vielen anderen Prügelknaben gilt auch bei Soul Calibur V das Prinzip „Leicht zu lernen, schwer zu meistern“. Anfänger finden dank der sporadischen Button-Belegung – Blocken, leichter Angriff, starker Angriff und Tritt - und der fixen Reaktionszeit recht schnell in das Spiel, während sich Beat Em Up-Strategen an den teilweise recht umfangreichen Combo-Attacken abarbeiten dürfen. 

Um diese auch effektiv einsetzen zu können, dürfen wir uns neben der Kampagne in zahlreichen Spielmodi sowohl offline als auch online erproben. Darunter gibt es sowohl Genre-Standards wie den Arcade- und den simplen Versus-Modus, in welchem wir gegen die CPU oder einen lokalen Mitspieler antreten, als auch den neuen Schnellkampf, in dem wir durch Siege gegen Gegner rund um den Globus neue Titel für unsere Charaktere freischalten können. Gerade bei der Charakterauswahl wagt Soul Calibur V, das seit jeher für eine starke Bindung der Spieler an ikonische Figuren steht, einen ungewöhnlichen Schritt. Denn anstatt die alten Figuren lediglich grafisch aufzupeppen, wurden zwölf neue Charaktere eingeführt, die teilweise altbekannte Helden ersetzen – beispielsweise Kiliks geistiger Nachfolger Xiba oder die Kinder der verstorbenen Sophitia, Patroklos und Pyrrha – und teilweise ganz frische Möglichkeiten für das gamergerechte Prügelfest bieten. 

Prügelknaben nach Baukastenprinzip
Sollten uns die 25 Charaktere immer noch nicht reichen, dürfen wir uns wie auch schon in den Vorgängern im Charaktererstellungs-Modus austoben. Auch hier hat Project Soul noch mal einen Gang nach oben geschaltet und zahlreiche neue Personalisierungsoptionen eingebaut, darunter die Möglichkeit, unseren Helden mit bunten Stickern zu versehen, fast jedes Körperteil in seiner Größe anzupassen und allen Kleidungsstücken ein neues Muster oder einen neuen Anstrich zu verpassen.  Die schon am Anfang beträchtliche Auswahl an Ausrüstungsgegenständen kann, wie gewohnt, aufgestockt werden. So erhalten wir nach jedem Kampf eine bestimmte Anzahl an Spielerpunkten. Haben wir genug davon gesammelt, steigen wir im Spielerlevel und schalten neue Klamotten, Waffen und Charaktere frei. Diese dürfen wir dann natürlich nicht nur in den Offline-Modi, sondern auch in Online-Duellen nutzen, die dank eines soliden Netzwerk-Codes auch größtenteils ohne Lags und Hänger auskommen. Aber nicht nur die im Hintergrund werkelnde Technik wurde von Project Soul auf Hochglanz poliert, auch die Spielgrafik gehört mit zum Besten, was das Prügelspiel-Genre derzeit zu bieten hat. Die Hintergründe sind dezent, aber effektiv animiert, um nicht zu sehr von der Prügelei an sich abzulenken, und das ist auch gut so. Schließlich wurden gerade die Charaktermodelle einer Frischzellenkur unterzogen, die sich gewaschen hat.



 Haare flattern physikalisch korrekt im Wind, die Mimik und Gestik wirkt – vom offensichtlichen Japano-Einschlag mal abgesehen – relativ lebensecht und auch die Animationen lassen sich auch auf der etwas angestaubten Xbox 360 flüssig abspulen. In einem Genre, in dem es auf spektakuläre Effekte und Bildschirmbombast ankommt, schlägt Soul Calibur V somit in die richtige Kerbe. Soundtechnisch gibt es gewohnte Project Soul-Qualität, die englischen Sprecher können trotz teilweise recht umständlich übersetzter Texte überzeugen, und dank der deutschen Untertitel dürften auch die anglophoben Vertreter der Zockerzunft den rar gesäten Wortgefechten ohne Problem folgen können. Die Hintergrundmusik ist hingegen nicht mehr als Standard, aber wer achtet bei rasanten Schlagabtauschen schon auf Hintergrundgedudel?

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Infos

SoulCalibur V

SoulCalibur V

XBOX 360PlayStation 3
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Entwickler:
Namco Games
Publisher:
NAMCO BANDAI Games
Genre:
Beat'em'Up
USK:
16
Release:
03.02.2012
Link:
n/a
XBOX 360
ab 43,00 €
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12.02.12 | 18:08
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