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Test - Gebranntes Kind

Papo & Yo - Test

So klein und zerbrechlich ein Kind auch sein mag, birgt seine Fantasie doch immense Macht. Sie ist ein Ort, an dem man Berge versetzen kann, voller Magie und Wunder. Ein weites Land der Helden und Monster, das Glück und Trauer vermengt, wie ein Brunnen, in den Tränen fallen. Sie ist ein Heim, das nur uns gehört, ein Rückzugspunkt, und sie kann helfen Wunden zu heilen, selbst dann, wenn das Kind schon längst erwachsen geworden ist.
So geschehen in dem uns vorliegenden PSN-Download Titel Papo & Yo, mit dem Creative Director Vander Caballero seiner eigenen Aussage nach versucht, einen traumatischen Teil seiner Kindheit kreativ zu verarbeiten. Doch lassen wir ihn selber sprechen und zitieren aus dem Playstation.Blog: 'Well, the tale told in Papo & Yo is about myself and my father, a good man but also an evil one. Like many, he used alcohol and drugs to cope with a challenging life, and I was caught in the middle of it. The emotional core of this game is ultimately a fable about my relationship with my father.'

Hinter den Augen
Und so beginnt es auch mit einem kleinen Jungen, furchtsam zusammengekauert in der hintersten Ecke eines Kleiderschrankes. Ihm graut vor dem, was da vor der Tür auf ihn wartet, und er sieht nur einen Ausweg: die Flucht in seine eigene Fantasie. Eine weiß leuchtende Spirale tut sich auf, und tapfer schreitet das Kind ins Licht, in eine Welt, in der es etwas bewegen kann, in der die Angst es nicht lähmt.

Gestaltet ist diese, wie eine südamerikanische Favela, in dem sich blass bunte Hütten irrwitzig Stapeln. Ganz klar ein Hinweis auf Caballeros Herkunft. Was es in den realen Armenvierteln allerdings nicht gibt, sind besagte weiße Linien, Kreidezeichnungen, die es uns erlauben die Umgebung zu manipulieren, um so die vielen Rätsel zu lösen. Sei es ein in den Raum ragendes Zahnrad, welches in die Wand geschoben den darauf gemalten zweidimensionalen Mechanismus in Gang setzt, oder ein Schlüssel, der gedreht werden muss, um Ebenen zu drehen. Die magischen Linien weisen uns stets den Weg. Dabei wird auch gerne mal die Umgebung gefaltet, wie eine Apfelsine geschält oder aus den Behausungen ein Stapel gebildet, welcher dann als Brücke fungiert.

Die Level-Architektur wird zum Spielball in den Händen unseres kleinen Helden namens Quico, dessen Handlungen auf Laufen, Springen, Tragen, Werfen und Interagieren beschränkt sind. Selbst Linien zeichnen können wir nicht. Das übernimmt eine Wegweiserin in Form des kleinen Mädchens Alejandra, die sich scheinbar besser auskennt als wir, und uns sagt, was zu tun ist.

Vater & Sohn
Zu diesem spielerischen Grundgerüst gesellt sich das Monster, das es durch die Level zu lotsen gilt. Ohne zu viel vorwegnehmen zu wollen, symbolisiert dieses Quicos/Caballeros Vater. Im Wesentlichen daran interessiert, Kokosnüsse zu fressen, wodurch wir ihm den Weg weisen können, oder zu schlafen, wobei wir seine stattliche Plauze als Trampolin missbrauchen, erscheint Monster trotz seines Furcht einflößenden Aussehens zunächst friedlich und gewinnt schnell unsere Sympathie. Allerdings hat es eine Schwäche für Frösche und ist ein solcher erst mal vertilgt, steht Monster vor Wut förmlich in Flammen und jagt allem Lebendigen hinterher, um es zu töten. So auch uns! Also ist Quicos erklärtes Ziel, die Heilung des Wesens, welches sowohl bester Freund als auch schlimmster Feind ist.

Die sicherlich gewollt triste Optik wird immer wieder durch wunderschöne Graffitis an den Wänden veredelt, was aber nichts daran ändert, dass Papo & Yo, beim besten Willen keine Schönheit ist. Die Texturen sind mäßig, die Figuren auch auf der PS2 machbar, und Lippenbewegungen für die Sprachausgabe (deutsche Texte werden in Sprechblasen eingeblendet) gibt es nicht. Zudem kommt es häufig zu Clipping-Fehlern, Tearing und vereinzelten Bugs. Während unseres Probespieles blieb Monster beispielsweise hängen, wodurch das aktuelle Rätsel nicht mehr zu lösen war. Da sich einzelne Checkpoints aber gezielt anwählen lassen, verkommt dieses Problem zum kleinen Ärgernis. Die sporadisch eingespielte Musik wiederum gefällt mit lateinamerikanischen Klängen. Deren Bandbreite erstreckt sich von beschwingten Zupf-Gitarre-Samba-Rhythmen, bis hin zu melancholischen Pan-Flöten-Weisen, wodurch die Stimmung je nach Situation stets gut einfangen, beziehungsweise angemessen getragen wird.

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Infos

Papo & Yo

Papo & Yo

PlayStation 3
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Entwickler:
Minority Media
Publisher:
Sony Computer Entertainment
Genre:
Action-Adventure
USK:
n/a
Release:
n/a
Link:
PlayStation 3

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29.08.12 | 12:18