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Test - Vom Tellerwäscher zum Gangsterboss

Omerta - City of Gangsters - Test

Knarren, schicke Anzüge und coole Sprüche. Im neuesten Strategietitel der Haemimont Games stürzen wir uns Hals über Kopf in die undurchsichtige Welt der Gauner und Ganoven. Welches Setting würde da besser passen als die goldenen 20er Jahre der USA, die Zeit von Prohibition und großen Gangsterbossen, gegen die Filmfiguren wie Scarface alt aussehen. Ob Omerta – City of Gangsters als Mafia-Simulator funktioniert, oder ob es ein paar blaue Bohnen in den Rücken kassiert, haben wir für euch getestet.

Ein Willkommensgeschenk der brutalen Art
Der Beginn des Spiels ist zumindest storytechnisch schon mal wenig Erfolg versprechend. Kaum haben wir, ein eingewanderter Italo-Amerikaner mit ominöser Abstammung, den ersten Fuß in die Stadt Atlantic City, den Schauplatz des Spiels, gesetzt, als uns auch schon eine ordentliche Tracht Prügel verpasst wird. Ein passendes Willkommensgeschenk, denn in Atlantic City herrscht ein rauer Umgangston. Kleinere und größere kriminelle Vereinigungen liefern sich regelmäßige Schusswechsel mit der Polizei und sicher sind die Straßen nicht mal am helllichten Tag. Stein des Anstoßes: die Prohibition, die den Ausschank von Feierabendbieren und Schnäpsen gesetzlich untersagt. Da ist es nur verständlich, dass das Geschäft mit dem Alkoholschmuggel floriert. Unser Ziel ist dementsprechend klar: Kauleiste gerade rücken, Startkapital besorgen, eine Gang aufbauen und als Chefschmuggler in die Geschichte der Stadt eingehen. Aber auch die größten zukünftigen Gangsterbosse müssen klein anfangen.

Alles im Blick
Die ersten Missionen von Omerta – City of Gangsters sind dementsprechend eher Bagatellen. Wir beginnen unsere Karriere mit dem Ausrauben von Brauereien und Ladengeschäften, um uns so eine entsprechende finanzielle Basis zu schaffen. Diese Tutorial-Missionen zeigen uns somit auch einen der großen Teilbereiche des Spiels, in welchem wir in isometrischer Ansicht durch Straßen Atlantic Citys streunen dürfen. Hier können wir den Grundstein für ein erfolgreiches Mafia-Imperium legen, indem wir leer stehende Gebäude aufkaufen und Einrichtungen wie Casinos, illegale Boxringe oder Schmuggelnetzwerke per Fischerboot aufbauen. Sobald wir die ersten Moneten mit unseren kriminellen Unterfangen verdient haben, können wir diese in Upgrades unserer Gebäude, Ausrüstungsgegenstände für unsere Charaktere oder Schmiergeldkampagnen stecken, mit denen wir uns die Unterstützung von Politikern, Prominenten oder Polizisten sichern, was wiederum unseren Beliebtheitsgrad erhöht. Wollen wir lieber als gefürchteter Gangster in die Annalen Atlantic Citys eingehen, bauen wir einfach einen Schutzgeldring auf und sichern uns somit Punkte für besondere Rücksichtslosigkeit. Der einfachste Weg, um schnell an Geld zu kommen, findet sich jedoch nicht auf der Übersichtskarte, sondern im Job-Menü. Hier können wir die vier Grundrohstoffe – Waren, Waffen, Bier und Spirituosen – an- und verkaufen, oft mit beträchtlicher Gewinnspanne. Dass wir dabei eventuell irische Terroristen oder korrupte Militärs unterstützen, lassen wir als skrupelloser Gangster natürlich unter den Tisch fallen.

Obwohl wir auf diese Weise Geld scheffeln können wie kein Zweiter, stellt uns Omerta – City of Gangsters dann doch noch ein paar Hindernisse auf dem Weg zum Herrscher über den kriminellen Untergrund in den Weg. Denn wer regelmäßig einen Laden ausraubt und auf offener Straße herumballert, hat bald die Polizei oder verfeindete Banden am Hals.
Kommt es zu solch einer Konfrontation, wechselt das Spiel zum zweiten großen Teilbereich, den taktischen Kämpfen. Hier schubsen wir die Mitglieder unserer Gang, von denen wir im Spielverlauf bis zu vier gleichzeitig an den Feuergefechten teilhaben lassen können, rundenbasiert durch Lagerhäuser, Wohnungen, Fabriken und andere Lokalitäten und versuchen, unsere Gegner möglich effektiv aus dem Weg zu räumen. Hierfür nutzen wir zwei verschiedene Arten von Aktionspunkten. Mit den Bewegungspunkten schicken wir unsere Mitkriminellen über die Karte, mittels der Aktionspunkte benutzen wir Fähigkeiten wie die Selbstheilung oder die ausgerüstete Waffe. Einen Vorteil verschaffen uns die teilweise unrealistischen Fähigkeiten nicht, da unsere Widersacher ebenso darauf zugreifen können. Deswegen sind die richtige Teamzusammenstellung und die geschickte Ausnutzung der gegebenen Deckungsmöglichkeiten elementar, damit wir in den Kämpfen die Oberhand behalten können. An dieser Stelle kommen auch die Attribute ins Spiel, die wir bei unserer Charaktererstellung anhand von typischen Rollenspielfragen festgelegt haben. Charaktere mit mehr Muskelkraft sind besser mit Nahkampfwaffen bedient, während Figuren mit mehr Ausdauer im Kampf länger auf den Beinen bleiben. Aber keine Sorge, selbst wenn einer unserer Gangster mal in die Knie geht, sterben können unsere Untergebenen nicht. Andererseits dürfte das die Kämpfe für Profizocker durchaus etwas langweilig machen.
Die Möglichkeit zur Langeweile haben aber auch die Spieler, für die die Schlagabtausche eine große Herausforderung darstellen. Denn die meisten Missionen, abgesehen von der gut inszenierten Hauptgeschichte, sind nicht spannender als ein Fernsehfilm eines Privatsenders. Zu oft müssen wir stumpf Geld durch die immer gleichen Aktionen sammeln, was auf die Dauer der Motivation nicht gerade zuträglich ist. Dazu kommt der eigentlich immer gleiche Spielablauf in Form des Besuchs bei einem Informanten, wodurch benutzbare Gebäude auf der Karte aufgedeckt werden, die uns dann die immer gleichen Interaktionsmöglichkeiten bieten.

Das Ding hat Swing
Immerhin bietet die Spielwelt selbst zumindest die eine oder andere optische Abwechslung. Architekturkenner werden in der liebevoll designten Stadt das ein oder andere Gebäude wiedererkennen, denn die Designer haben großen Wert auf historische Genauigkeit gelegt. Zusammen mit den netten Gimmicks wie herumstreunenden Fußgängern und die Straßen befahrenden Autos ergibt sich ein grafisches Gesamtbild, das uns direkt in die Welt der Gangster und Gauner eintauchen lässt. Dazu trägt auch der großartige Soundtrack bei, der epochengemäß locker-flockigen Standard-Jazz bietet und somit auch sehr zur schummrigen Atmosphäre beiträgt.

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Infos

Omerta - City of Gangsters

Omerta - City of Gangsters

PCXBOX 360
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Entwickler:
Haemimont Games
Publisher:
Kalypso Media
Genre:
Runden-Strategie
USK:
12
Release:
31.01.2013
Link:
PC
ab 26,95 €
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