Jagged Alliance - Back in Action - Test
In diversen Spieleberichten und News sind im Vorfeld des PC-exklusiven Titel „Jagged Alliance – Back in Action“ einige hitzige Debatten entflammt. Das deutsche Entwicklerstudio Coveplay sowie die Publisher bitComposer Games und Kalypso Media die sich zuletzt für die Remakes von „Airline Tycoon 2“ und „Dungeons“ verantwortlich zeichneten, brechen mit der Serientradition und entreißen der Neuauflage das Kernelement des Originals: den taktischen Rundenmodus! Der Vorgänger wird als der Klassiker verehrt und nun soll ihm der Boden unter den Rundentaktik-Füßen weggezogen werden. Der Großteil der erbosten Community empfindet dies als starken Tobak und kann die Entscheidung nicht nachvollziehen. Um uns selbst ein Bild der Lage zu machen, haben wir in „Back in Action“ ausführlich getüftelt und Söldner in den Kampf geschickt. Wir liefern in unserem Test die Antwort, ob das auch wirklich ohne klassischen Rundenmodus funktioniert.
Es ist ein Remake!
In der Regel haben Remakes lediglich eine simple Aufgabe. Die Retrospiele von damals sollen den Kern des Spiels erhalten. Hierzu wird einfach ein bisschen an der Grafik sowie an den hoffentlich richtigen Stellschrauben für den Spielspaß geschraubt. Allerdings werden Klassiker von den meisten Entwicklern überwiegend als Vorlage für eigene Interpretationen genutzt und weichen dann doch vom Konzept einer originalgetreuen Neuauflage ab. Bei „Jagged Alliance – Back in Action“ könnte man dies allein an der Tatsache erkennen, dass der allseitsgeliebte Rundenmodus bei der Übertragung in die Moderne flöten gegangen ist. An dieser Stelle müssen wir eingreifen, denn obwohl nunmehr ein dynamischeres Kampferlebnis Einzug in die Serie gehalten hat, merkt man dem Titel seine Herkunft deutlich an.
Das klassische Anwerben der Söldner funktioniert immer noch über den spielintegrierten Laptop, ohne ausgeklügelten Plan und Tatikvorbereitungen ist jeder Angriff nach wie vor dem Untergang geweiht. Ein weiterer Beleg für den Klassiker im neuen Gewand ist, dass die Geschichte eins zu eins kopiert wurde. Auf die beiden ersten Punkte kommen wir später zurück. Wer also „Jagged Alliance 2“ gespielt hat, findet sich heute wie damals in dem kleinen Inselstaat Arulco wieder. Unter dem Deckmantel einer Monarchie regiert Diktatorin Deidranna Reitman, die mit ihrem Aussehen stark an Angela Merkel erinnert, mit eiserner Hand. Zuvor hatte sie ihren Ehemann aus dem Amt vertrieben. Der ins Exil verbannte Gatte hört auf den Namen Enrico Chivaldori und wirft uns in der gerenderten Introsequenz ein Päckchen Diamanten zu. Eine erste Anzahlung für den Auftrag, die Schreckensherrschaft zu beenden. Der rechtmäßig vom Volk gewählte Demokrat sorgt somit für unser Startkapital von vierzigtausend Euro. Nicht besonders viel, wie wir schnell erfahren müssen.
Wenn Sie nicht wissen, wo Sie uns finden ...
Insgesamt haben es 48 unterschiedliche Akteure in die Profiliga der Söldner geschafft, jeder mit eigenen Fähigkeiten und Ausrüstungsgegenständen. Dies kennen wir bereits aus dem Urtitel und erfreuen uns weiterhin, dass die menschlichen Kampfmaschinen ihre eigenständigen Charakteristiken beibehalten haben.

Wenn ihr den testosteronüberfüllten Steroiden in euer Team lasst und danach die ausgebildete Krankenschwester Fox anheuern wollt, quittiert diese das beim Anwerbungsversuch mit folgenden Worten: „Vergessen Sie es! Nicht solange dieser aufgepumpte, aufdringliche Mistkerl für Sie arbeitet.“ Im Klartext bedeutet das, dass ihr eben auch auf solche Animositäten achten müsst. Davon abgesehen habt ihr ein besonderes Auge auf die Truppzusammenstellung zu werfen.
Kommentare
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schrieb am 11.02.2012
um 14:16
Zudem werden im Spiel auf Zwischensequenzen des Originals vollkommen verzichtet. Hier hat Deidranna unser vorankommen immer mit Wutanfällen kommentiert und ihr armer Berater musste es dann auch noch ausbaden.
Das Ausrüsten der Miliz ist dazu auch noch schwerer. Weil man diese von Hand ausrüsten muss und es nicht einfach auf den Übersichtsschirm geht. Ein Waffenschrank für die Miliz wäre in jeder Ortschaft wirklich sehr gut. Das Verschieben von Gegenständen unter den Söldner ist genauso kompliziert. Wieso sie diese Feature aus dem Original auch nicht übertragen haben ist mir genauso ein Rätsel.
Alles in Allem macht das Spiel trotzdem Spaß und das Plan and Go macht das Spiel einfach dynamischer. Das hat für mich jedenfalls zur Folge, dass ich nicht nur einen Merc über die Map schicke, sondern sich wirklich gute Feuergefechte entwickeln. Das der Nahkampf gerade am Anfang sehr stark ist hat mich überrascht.
Und noch eine Frage ... wo ist das Zimmer des Leutnants in Drassen?
schrieb am 16.02.2012
um 11:41
(Bin großer JA2 Fan...)