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Test - Indiana Jones und der Teilchenbeschleuniger des DaVinci

Geheimakte 3 - Test

Wenn sich eine Spiele-Reihe in diesen an hochkarätigen Genrevertretern wahrlich nicht armen Breitengraden den Titel „Meistverkaufte Adventure-Serie“ ans Point-n-Click-Revers heften darf, dann kommt das nicht von ungefähr. Die beiden Geheimakte-Teile von Animation Arts boten alles, was eine gute Abenteuergeschichte ausmacht: exotische Schauplätze, mysteriöse Machenschaften und originelle Rätselkost. Mit Geheimakte 3 liegt nun das vorläufige Finale der Serie vor. Im folgenden Test verraten wir euch, ob Max Gruber und Nina Kalenkow mit dem dritten Teil die riesigen Fußstapfen ausfüllen können, die sie mit den großartigen Vorgängern selbst hinterlassen haben.

Die Braut, die sich was traut
Wie lautet die alte Drehbuchregel für angehende Autoren doch gleich? Beginnt der Film mit einer Katastrophe, handelt es sich höchstwahrscheinlich um eine Komödie. Ist zu Beginn aber alles in Butter, dann wird das Drama nicht lange auf sich warten lassen. Wenn wir also am Anfang von Geheimakte 3 Nina ganz in weiß mit einem Blumenstrauß vorfinden, dann ist klar, dass der glücklichste Tag in ihrem Leben sicher nicht mehr allzu lange so glücklich sein wird. Und so kommt es auch: Noch bevor sich die beiden abenteuerlustigen Turteltäubchen das Ja-Wort geben können, wird Max vor Ninas Augen von einer schwerbewaffneten Spezialeinheit entführt. Nina heftet sich prompt an die Fersen der Entführer und findet schon bald heraus, dass Max während seiner Forschungen an einer Tempelanlage auf dem Nabelberg in der Türkei auf ein uraltes Geheimnis gestoßen ist, auf das es nun auch allerhand obskure Gestalten abgesehen haben. Allmählich versteht Nina im Laufe ihrer Nachforschungen dann auch, woher die merkwürdigen Visionen über das Ende der Welt rühren, die sie seit einiger Zeit plagen. Denn mal wieder steht nicht weniger als das Schicksal der gesamten Menschheit auf dem Spiel.

Zeitgeschichte
Ja, die Geschichte von Geheimakte 3 ist genauso klischeehaft und abgedroschen, wie sie klingt. Doch auch wenn  sich Animation Arts wieder ausgiebig bei bei Indiana Jones, Dan Brown und Co. bedient, die großen Überraschungen ausbleiben und man das Gefühl hat, das alles schon unzählige Male in anderen Spielen erzählt bekommen zu haben, hält die Geschichte ordentlich bei der Stange. Zwar werden wissenschaftliche Fakten und fiktive Mystery-Elemente nicht so meisterhaft verwoben wie in den Vorgängern oder gar den Geschichten der großen Jane Jensen, trotzdem wollten wir stets wissen, was es mit den geheimnisvollen Entführern und den mysteriösen Wächtern aus Ninas Träumen auf sich hat.

Wenngleich selbst weniger geübte Spieler kaum mehr als sechs Stunden bis zum Abspann brauchen werden, sind diese Stunden doch äußerst abwechslungsreich geraten. So führen Ninas Ermittlungen unter anderem nach San Francisco samt Alcatraz-Abstecher, in eine türkische Tempelanlage, eine unter dem Meer liegende Ruine, an Bord eines riesigen Frachters oder in die unterirdische CERN-Forschungsanlage. Ninas kleine Zeitreise in das Florenz des 15.Jahrhunderts, bei dem sie einem gefangenen Händler zur Flucht verhilft und anschließend Leonardo DaVinci ein Geheimnis entlockt, wirkt hingegen etwas albern und will nicht so recht in das sonst stimmige Gesamtbild passen.
Doch nicht nur Ninas Geschicke lenken wir. Im Laufe des Spiels schlüpfen wir in insgesamt fünf verschiedene Rollen. Diese Abschnitte, in denen wir unter anderem auch Max, dessen Kollegen Emre oder die CERN-Wissenschaftlerin Jane steuern, sind aber jeweils nur von kurzer Dauer, den Großteil der Zeit verbringen wir mit der designierten Braut. Bei den Charakteren hat Geheimakte 3 leider eine der großen Schwächen der Vorgänger geerbt: Sie bleiben allesamt blass. Während es an wirklich prägenden Nebenfiguren mangelt und die Bösen als auch die Guten kaum über Abziehbildchenstatus hinauskommen, sind Max und Nina wieder eine Spur zu tough und spitzfindig geraten. So findet sich Nina etwa nach einem verheerenden Unfall kopfüber im Wrack eines Autos eingeschlossen, kommentiert aber immer noch süffisant jede ihrer Aktionen. Auch ihre Sorge um Max oder das Ende der Welt wirkt deshalb immer extrem unglaubwürdig.

Biedermeier
Geheimakte 3 wartet mit allerhand eigentlich spektakulären Szenarien auf, inszeniert diese aber erstaunlich bieder. Ob nun im Prolog die Bibliothek von Alexandria niedergebrannt wird oder wir Nina in einer ihrer Visionen durch eine Großstadt nach der Apokalpyse steuern, vieles wird in den ansonsten guten Rendersequenzen nur angedeutet, relativ unspektakulär in Spielgrafik abgefrühstückt oder gleich in schnöden Texttafeln à la „Einige Stunden später“ übersprungen.

Da passt es ins Bild, dass auch die meisten Aktionen, die Nina ausführt, ebenfalls nicht zu sehen sind, sondern nur deren Resultat. Wenn wir Nina etwa anweisen, mit einem Gesteinsbohrer ein Loch in einen Felsboden zu bohren, um zu einem dort festsitzenden Archäologen vorzudringen, dann sehen wir bloß, wie Nina in den Bohrer steigt, und nach einer kurzen Auf- und Abblende steigt sie wieder aus, während im Boden ein Loch prangt. Auch Gegenstände, die Nina einsammelt, steckt sie nicht schön animiert in ihre Taschen, stattdessen ploppen sie einfach ins Inventar.

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Infos

Geheimakte 3

Geheimakte 3

PC
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Entwickler:
Fusionsphere
Publisher:
Deep Silver
Genre:
Point'n'Click-Adventure
USK:
12
Release:
31.08.2012
Link:
n/a
PC
ab 28,25 €
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