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Test - Unkonventionell individuell

Faery - Legends of Avalon - Test

Bei dem Angebot hochkarätiger Spielgenüsse der letzten Monate kämpfen die oft vernachlässigten Low-Budget-Produktionen oft vergeblich um die Aufmerksamkeit der Videospieler. Eines dieser genügsamen Abenteuer ist „Faery: Legends of Avalon“ - ein Elfen-Rollenspiel, das bereits im November letzten Jahres für Xbox Live Arcade sowie PlayStation Network erschien. Nun geht die etwas teurere Pappschachtel-Version für den PC ins Rennen. Eine lohnende Investition?
Und die mit diversen Bildchen geschmückte Faltkartonverpackung ist zugleich der einzige Unterschied zur digital vertriebenen Konsolenversion. Inhaltlich wie optisch hat sich nichts verändert. Ihr erhaltet weder exklusive Extras noch Boni, keine spielerischen Zusatzinhalte, nicht einmal den offiziellen Soundtrack. Als einzige Beilage klemmt in der Hülle ein dürres Heftchen, das seine wenigen Schwarz-Weiß-Seiten Warnhinweisen für Epileptiker und Softwarepiraten opfert. Das Paradoxe an der Geschichte: Die PC-Fassung kostet 30 Euro, mehr als das Doppelte des Online-Häppchens, dem es vor einem halben Jahr entsprungen ist. Kein Vergleich zur kolossal vollgestopften "Super Meat Boy Ultra Edition".

Aufgewacht und mitgemacht
Geschichtlich backt das Elfenmärchen kleine Brötchen. Die einst verwunschene Fantasiewelt Avalon wurde über die Jahrtausende von den Menschen vergessen und droht nun vom Dunst der Amnesie verschlungen zu werden. An Gedächtnisschwund leidet auch der Held, der jäh aus seinem Tiefschlaf erwacht und sich fortan aufmacht, das Dunkel zu vertreiben. Wie es sich für ein Rollenspiel gehört, dürft ihr zu Beginn des Spiels nicht nur den Namen sowie das Geschlecht eures Alter Egos bestimmen, sondern dessen äußere Erscheinung mithilfe zahlreicher Augen-, Nasen und Ohrenvarianten formen. Auf das Aussehen unserer Flügel habt ihr indes keinen Einfluss.
Bereits zu Spielbeginn hadern wir mit den unvertonten Dialogen beziehungsweise der gewöhnungsdürftigen Steuerung. Denn in „Faery: Legends of Avalon“ seid ihr erwartungsgemäß fliegend unterwegs. Leider krankt die Bedienung an einer trägen Umsetzung und kamerabedingten Übersichtsproblemen, vor allem auf dem Boden.

In luftigen Höhen hingegen macht es Spaß durch die abwechslungsreichen Schauplätze zu sausen. Umso unverständlicher, warum sich der Großteil des Abenteuers auf dem Erdreich abspielt.

Unkonventionell individuell
Hier unten knüppelt ihr in rundenbasierten Fehden auf allerlei böse Kreaturen, die neben Erfahrungspunkten nützliche Gegenstände preisgeben. Weil es in Avalon keine Händler gibt, ist fleißiges Gegnerfetzen die einzige Möglichkeit, um seinen Charakter mit teils mächtigen Klunkern zu zieren, die im Zusammenspiel mit eurer Ausrüstung für unterschiedliche Spezialfähigkeiten sorgen. Dank des beliebig geräumigen Inventars könnt ihr eure Kluft vor einer Auseinandersetzung jederzeit wechseln; aufgrund des eher niedrigen Schwierigkeitsgrades hilft aber meist stupides Kloppen aus der Misere.
Taktisch anspruchsvoll ist das Spiel ohnehin nicht, denn genreuntypisch steigert ihr nach einem Stufenaufstieg keine Attribute. Die Wahl über Schnelligkeit, Stärke und Intelligenz rinnt aus den Händen des Spielers und obliegt allein eurer Waffen- und Rüstungskonstellation. Apropos Waffen: Außer einigen Bögen hat das Arsenal nichts zu bieten. „Faery“ zwängt die Elfen und Feen entschlossen in das Klischee eines naturverbundenen Fernkämpfers.

Die allgemeine grafische Detailarmut macht „Faery: Legends of Avalon“ mit viel Sprachwitz wieder wett, der euch auch in der deutschen Version ein gelegentliches Schmunzeln abringt. Viele der unterhaltsamen Dialoge könnt ihr sogar beeinflussen und so den Gesprächsausgang zu euren Gunsten wenden. Leider ist die inkonsequente Synchronisierung nur eine von vielen ungenutzten Chancen. Dazu gehört der Mangel an Rätseln und Geschicklichkeitsaufgaben, aber auch die Tatsache, dass wir unsere eigens rekrutierten Gefährten nicht befehligen dürfen. Mit seiner acht Stunden langen Handlung sowie einer Vielzahl versteckter Extras erwartet euch zwar kein Epos, aber immerhin ein unterhaltsamer Fantasy-Ausflug, dem es vor allem an Feinschliff fehlt.

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Infos

Faery - Legends of Avalon

Faery - Legends of Avalon

PC
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Entwickler:
Spiders Studio
Publisher:
Morphicon
Genre:
Rollenspiel
USK:
6
Release:
06.05.2011
Link:
n/a
PC
ab 14,60 €
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