Dishonored - Die Maske des Zorns - Test
Ein ständiges Leben im Schatten, eine Existenz, von der eigentlich keiner etwas wissen darf und eine Vorliebe für scharf geschliffenen Stahl. Das sind zumindest drei Merkmale, die bisher noch jeder Assassine in den virtuellen Welten der Videospiele für sich beanspruchen konnte. Während Charaktere wie der Vorzeigemeuchler Ezio Auditore aus Assassin’s Creed oder der gewiefte Langfinger Garrett, Protagonist der Thief-Franchise, jedoch ihrem dunklen Treiben meist freiwillig nachgehen, gibt es auch noch Figuren, deren Entscheidung für ein Leben im Zwielicht eher unfreiwilliger Natur ist. Das neueste Beispiel für einen gefallenen Helden nach dem Lehrbuch wird uns von Bethesda Softworks präsentiert. Im First-Person-Schleicher Dishonored dürfen wir nämlich in die Rolle von Corvo Attano schlüpfen, der eigentlich gar keinen Grund hat, sich vor irgendwem oder irgendwas zu verstecken. Wenn da nicht die kleine Sache mit dem Mord der Kaiserin wäre.
Seuchenalarm im Kaiserreich
Dabei scheint zu Beginn von Dishonored noch alles in bester Ordnung zu sein, zumindest relativ. Denn über der fiktiven Stadt Dunwall, in der ein bizarrer Steampunk-Mischmasch aus viktorianischer Gesellschaft und dampfbetriebenen Kuriositäten vorherrscht, liegt die sogenannte Seuche. Diese nahezu biblische Plage, von der niemand so genau weiß, wo sie herkommt, verwandelt gestandene Männer und Frauen in Weiner genannte Zombies, denen das Blut nur so aus den Körperöffnungen schießt. Wie es sich für Seuchen gehört, breitet sich die Krankheit dank einer dazugehörigen Rattenplage immens schnell aus. Grund genug für Kaiserin Jessamine, ihren Kaiserlichen Schutzherrn Corvo in andere Städte zu schicken, um Hilfe gegen die Plage anzufordern. Als wir nach einigen Monaten diplomatischem Geplänkel in die Hafenstadt zurückkehren, hat sich die Lage nicht sonderlich verbessert.
Da wirkt die Tatsache, dass wir nach Überbringung der schlechten Nachrichten aus den anderen Ländern Zeuge werden, wie ein paar hinterlistige Meuchelmörder die Kaiserin über die Planke springen lassen und ihre Tochter entführen, nur wie die verschrumpelte Kirsche auf dem verdorbenen Sahnepudding. Natürlich werden wir infolge des Hochverrats und Mordes angeklagt und unserer Titel und unseres Ansehens beraubt, während die Strippenzieher, der kaiserliche Meisterspion und Oberaufseher Campbell, das Szepter des Kaiserthrons an sich reißen. Zum Glück haben wir noch einige Freunde im Untergrund, unter anderem den Marineadmiral Havelock oder den leicht schnöseligen Lord Pendleton, die uns nach einigen Wochen Haft im Gefängnis von Coldridge die Mittel zum Ausbruch verschaffen und uns spontan als meuchelnden Widerstandskämpfer verpflichten. Natürlich gelten die folgenden Rachefantasien Corvos und der Kaisertreuen den Usurpatoren, welche wir mittels Faltklinge, Armbrust und Pistole zur Strecke bringen sollen – und dann wäre da noch diese Sache mit dem Outsider.
Denn anders als die meisten Menschen, die durch das mittlerweile technokratisch unterjochte Dunwall stromern, werden wir schon zu Beginn von Dishonored von einer mysteriösen Figur auserwählt, dem schon genannten Outsider.

Dieser brutzelt uns, mir nichts dir nichts, sein Zeichen auf den Handrücken, wodurch wir magische Fähigkeiten wie Teleportation, Gedankenkontrolle oder das Verlangsamen der Zeit erlangen können. Dies erweist sich in den – übrigens nahezu komplett vermeidbaren – Kämpfen als höchst hilfreich und sorgt für zahlreiche Möglichkeiten, unsere Gegner möglichst elegant über den Jordan zu schicken.
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