Darksiders 2 - Test
Dass wir in Darksiders, einen der vier Reiter der Apokalypse spielen durften, ist bekannt. Krieg begeisterte uns mit einem hochgelobten Action-Adventure, dessen Nachfolger nun endlich vorliegt. Hauptdarsteller diesmal: sein Bruder Tod. Seltsam eigentlich, wenn man bedenkt, dass Krieg - laut dem 6. Kapitel der Offenbarung Johannes - der zweite Reiter ist, und Tod gar erst an vierter Stelle galoppiert.
Aber vielleicht ist man angesichts dessen, dass im Darksiders-Universum die Kacke gewaltig am Dampfen ist, einfach ein wenig durcheinander gekommen. Da kann man auf so was Profanes wie eine Reihenfolge schließlich keinen Wert legen. Wo kämen wir denn da hin, wenn sich die apokalyptischen Reiter wie Schulkinder um ihren Platz in der Schlange streiten würden. "Ich will zuerst!" "Nein ich, du warst letzte Apokalypse schon." "Maaaaaaaaaama, Tod hat mich getreten!" "Hab ich gar nicht!"
Da sah ich ein fahles Pferd ...
Aber wir wollen nicht übergenau sein. Das komplexe Plotgefüge ist auch so schon schwer genug zu durchschauen. Fest steht, das Geschehen von Darksiders 2 ist chronologisch zwischen dem Prolog und der Haupthandlung des Erstlings angesiedelt. Nachdem er erfahren hat, dass Krieg als angeblicher Auslöser der Apokalypse auf Erden zur Rechenschaft gezogen werden soll, zieht Tod los, um die Unschuld seines Bruders zu beweisen. Ein netter Zug von jemanden, der immerhin seinerzeit am Völkermord der eigenen Rasse beteiligt war, und die Seelen seiner gefallen Angehörigen in einem Amulett gebannt hat. Schuld verbindet wohl, und da mit den Reitern nach dem Schlachtfest nur noch vier Nephilim - eine Fusion aus Engeln und Dämonen - übrig sind, muss man schließlich zusammenhalten. Dergestalt motiviert beginnt die Reise des Schnitters mit einem grandios inszenierten Ritt durch eine von Eis zerklüftete Landschaft. Gerüchten zufolge, soll der dritte Teil der Reihe ein Shooter werden. Das macht Sinn, da immer wieder angedeutet wird, dass der noch im Stall stehende Reiter namens Streit (von wegen Pestilenz und Hunger) zwei Pistolen als Mordwerkzeug favorisiert.
Tod dagegen begleiten wir zunächst wie gehabt in ein Action-Adventure klassischer Machart. Zwar wurde sich offenkundig bei Genreschwergewicht Zelda bedient, doch wie der grandiose Einstand der Reihe bereits bewies, muss das nichts Falsches sein. Und so durchstreifen wir wieder allerhand komplexe Dungeons, welche diesmal allerdings eher eine Herausforderung an die Daumen darstellen, als an die grauen Zellen. Kamerafahrten rücken wichtige Spots ins rechte Licht und wissen wir mal nicht weiter, weist unsere treue Krähe Asche auf Knopfdruck den richtigen Weg.
... und der, der auf ihm saß, heißt „der Tod“ ...
Auch God of War musste als Quell der Inspiration herhalten, was im zweiten Teil deutlicher ins Gewicht fällt. Immerhin ist unser geschmeidiger Sensenmann wesentlich agiler als sein brachialer Vorgänger und eignet sich somit besser für dynamische Gefechte. Bewaffnet mit zwei Sensen, schnetzelt er sich dermaßen schnell durch die Gegnerreihen, dass man zuweilen gar nicht mehr weiß, wo er überhaupt ist. Hinzu kommt eine frei wählbare Zweitwaffe, in Form von gewaltigen Hämmern, Äxten oder Handschuhen für den Nahkampf.

Sensen und Zweitwaffen haben nun einen eigenen Knopf auf den Controller, müssen folglich also nicht mehr umständlich per Menü gewechselt werden, und erlauben im Wechselspiel imposante Combos. Magische Attacken, die man über Fähigkeitspunkte erwirbt, von denen nach jedem Level-Aufstieg einer vergeben wird, weisen wir per Auswahlrad den gewünschten Schnelltasten zu. Zwei verschiedene Skill-Trees stehen zur Verfügung, und gegen eine geringe Gebühr, lassen sich vergebene Punkte neu verteilen. Frische Moves für unser Metzelbesteck kaufen wir dagegen mit Gold, welches wir in den Levels sammeln. Ach ja, und den Ballermann von Gevatter Streit bekommen wir auch recht früh im Spiel zugesteckt. Auffällig ist, dass der Rollenspielcharakter in Darksiders 2 deutlicher herausgearbeitet wurde.
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schrieb am 03.09.2012
um 12:19
schrieb am 03.09.2012
um 12:21
schrieb am 03.09.2012
um 21:29