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Test - Der Dramödie zweiter Teil

Chaos auf Deponia - Test

Rufus ist zurück – zurück auf Deponia, diesem unwirtlichen Müllplaneten, dem der überzeugte Egomane eigentlich schon längst den Rücken gekehrt haben wollte, um stattdessen in der am Himmel schwebenden Stadtschönheit Elysium ein Leben in Frieden, Wohlstand und Sauberkeit zu führen. So, wie es dem strahlenden und tapferen Helden, den Rufus zweifelsohne zu sehen glaubt, wenn er in den Spiegel schaut, angemessen ist. Alles war einst bereitet für die große Flucht in ein besseres Leben. Doch dann kamen ihm eine wunderschöne Elysianerin mit Gedächtnisschwund, ein schleimiger Querulant names Cletus und das allgegenwärtige Kontrollorgan namens Organon samt diabolischer Weltzerstörungspläne in die Quere – all das nachzuspielen in Deponia, einem der besten und erfolgreichsten deutschen Adventures überhaupt. Nur ein halbes Jahr später steht nun der Nachfolger Chaos auf Deponia in den Startlöchern. Kann der Mittelteil der als Trilogie angelegten Deponia-Saga dem Vorgänger das Abwasser reichen?

Tochter aus Elysium
Die Geschichte von Chaos auf Deponia knüpft nahtlos an das etwas unbefriedigende Ende des ersten Teils an, bei dem Rufus die Tochter aus Elysium samt ihrem Verlobten Cletus gen Himmel entfliehen ließ, damit Goal die Bewohner von Deponia vor dem Untergang retten möge. Doch im Egozentrismus eines echten Helden ist kein Platz für Liebeskummer oder dem Nachtrauern verpasster Chancen, und so startet Rufus direkt einen neuen Versuch, die endlose Müllkippe hinter sich zu lassen und Elysium mit seiner Anwesenheit zu beehren. Die Apparatur, die der Tüftler dafür ersonnen hat, erledigt ihren Job auch ganz ausgezeichnet – blöd nur, dass Rufus auf seinem Weg in die Himmelsstadt den Weg jener Flugkapsel kreuzt, in der Goal und Cletus gerade ebenfalls auf dem Weg nach Elysium sind. Lange Rede, kurzer Sinn: Goal stürzt ein weiteres Mal in den gigantischen Mülleimer und verliert bei der unsanften Landung einen Teil ihres Bewusstseins. Kein Problem für den knorrigen Wissenschaftler Doc, der die Schönheit in seiner Werkstatt auf dem schwimmenden Schwarzmarkt wieder zusammenflicken möchte. Rufus, der seiner Angebeteten aus purem Pflichtgefühl (naja, und weil diese dämliche Schwerkraft keine andere Möglichkeit gelassen hat) gefolgt ist, erklärt sich auch prompt bereit, den Doc dabei zu unterstützen. Drei Datasetten soll Rufus aus einem Gadget-Laden besorgen. Dass es die guten, teuren und qualitativ hochwertigen Datasetten sein müssen erklärt sich dabei von selbst, denn schließlich geht es hier um das Leben von Goal! Der Doc könnte es sich sparen, so darauf zu beharren. Rufus ist ja nicht dumm. Aber was ist das? Zu der Billigvariante der Datasetten gibt es einen Dauerlutscher? In Regenbogenfarben? Okay, dass nicht einmal das Pflichtgefühl eines Rufus dem Lockruf einer zuckrigen Süßigkeit wiederstehen kann, daraus darf man ihm nun wirklich keinen Strick drehen. Und die kostengünstige Variante wird mit Sicherheit auch für das Vorhaben ausreichend sein … Not!

Die billigen Datasetten spalten die arme Goal in drei Wesenszustände: Lady-Goal legt Wert auf anständige Manieren, Baby-Goal blickt mit kindlich-naiven Augen auf die Welt, während Krawall-Goal eher mit ihren Fäusten für ihre Standpunkte eintritt. Alle drei Goal-Versionen haben dabei eines gemeinsam: Sie können Rufus nicht leiden.

Und wollen erst mühsam um den Finger gewickelt werden, um sich dann letztlich einverstanden zu zeigen, eine weitere Operation über sich ergehen zu lassen, die Goals gespaltene Persönlichkeiten wieder zur Original-Goal vereint. Doch Goals Heilige Dreifaltigkeit stellt nicht die einzige Sorge dar. Ohne das Wissen um ein bewohntes Deponia droht dem Müllplaneten mal wieder der Exodus, und ganz nebenbei schwingt Rufus sich auch noch zum Anführer einer Rebellion gegen den Organon auf.

Ich bin hier, Du bist hier, Schnabeltier!
Lady-, Baby- und Krawall-Goal wohnen alle im gleichen Körper. Doch je nachdem, welche Datasette sich gerade in Goals süßem Köpfchen befindet, wechselt sich ihr Charakter. Glücklicherweise gibt der Doc dem überforderten Rufus eine Fernbedienung, mit der man auf Knopfdruck zwischen den drei Wesenszügen hin- und herswitchen kann. Das Unterfangen, alle drei Damen glücklich zu machen, bildet den Hauptteil des Spiels. Lady-Goal möchte fein zum romantischen Dinner ausgeführt werden, Krawall-Goal will mit den richtigen Worten erobert werden, während Baby-Goal sich dem Widerstand gegen den Organon anschließen will. Jede dieser Aufgaben fällt natürlich weit komplizierter aus, als es zuerst anmutet, und zieht einen ganzen Rattenschwanz an weiteren kleinen und großen Aufgaben mit sich. Das einzige Restaurant, das der feinen Lady-Goal etwa angemessen wäre, ist das „Chez Schlumpi“. Dummerweise hat das Etablissement nur Schnabeltiergerichte auf der Speisekarte, bei denen die Herzensdame nur die Nase rümpfen würde. Um die Speisekarte von den Pseudoenten zu befreien, muss der Nachschub aufgehalten werden. Dafür sammelt Rufus vier verschiedene Schnabeltiereier, aus denen besonders zäher Nachwuchs schlüpft, der fortan die Nester hütet. Jedes Ei muss dabei aber auf ganz eigene Weise zur Reife gelangen. Und um das überhaupt zu erfahren, braucht Rufus zuerst einmal eine Mitgliedschaft im Verein der Schnabeltierfreunde. Doch dafür …

Schwarzer Markt, Rostrotes Meer
Man merkt schon, die Rätselketten von Chaos auf Deponia sind äußerst komplex ausgefallen und jagen den geplagten Rufus kreuz und quer über den schwimmenden Schwarzmarkt, Hauptschauplatz des Spiels. Im späteren Verlauf kommen zwar noch einige weitere Schauplätze hinzu, etwa Porta Fisca im Rostroten Meer, einem der großen Organon-Posten auf Deponia, an dessen Rand sich die Ärmsten der Armen niedergelassen haben, den größten Teil unserer Zeit verbringen wir aber hier zwischen dunklen Straßen und absurden Geschäften. Der schwimmende Schwarzmarkt ist unterteilt in mehrere Viertel, etwa den Marktplatz, Klein-Venedig oder das luxuriöse (sofern man auf einem Müllplaneten davon sprechen kann) Belleville. Jedes Viertel ist wiederum unterteilt in zahlreiche weitere Locations, etwa in eine Hafenkneipe samt Toilette des Grauens, in die spärliche Behausung eines unverstandenen Dichters oder die protzige Behausung von Capt´n Seagull. Im Gegensatz zu einigen anderen Adventures aus deutschem Lande wie zuletzt etwa das enttäuschende Geheimakte 3, aber auch Daedalic-eigenen Titel wie Satinavs Ketten, spielt Deponia 2 gleich von Beginn an mit der Entdeckungslust des Spielers.

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Infos

Chaos auf Deponia

Chaos auf Deponia

PC
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Entwickler:
Daedalic Entertainment
Publisher:
Daedalic Entertainment
Genre:
Point'n'Click-Adventure
USK:
6
Release:
12.10.2012
Link:
PC
ab 24,89 €
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08.10.12 | 00:14
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