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Test - Klettere oder stirb!

Catherine - Test

Die einstmals pickelige Schar junger Gamer ist erwachsen geworden und mit ihr das Medium Videospiel. Nicht nur die Optik hat sich in den letzten 25 Jahren drastisch verändert, auch die behandelten Themen und Problematiken. Dass dieser Sachverhalt nicht immer zwangsläufig durch den Eintritt in eine digitale Armee oder dem gekonnten Abtrennen von Gliedmaßen verdeutlicht werden muss, beweist Catherine von Atlus. Ein Spiel, das schwer in eine Schublade zu pressen ist und angenehm frische Wege geht. Die offensiv auf Manga-Erotik getrimmte Werbekampagne mag zunächst den Eindruck erweckt haben, Teenager ansprechen zu wollen, doch das täuscht. Denn Catherine ist quasi eine Midlife Crisis zum selber spielen und zielt somit auf den mündigen Zocker als Zielgruppe ab.

Scharfe Frauen
Sich mit dem Protagonisten zu identifizieren, fällt dabei besonders Männern leicht. Wie so viele von uns, ist Vincent Brooks ein ganz normaler Kerl mit ganz normalen Problemen. Zufrieden mit seinem Durchschnittsleben, wünscht er sich nichts anderes, als dass einfach alles so bleibt, wie es ist: Dem Job nachgehen, mit der Freundin zum Kaffee verabreden und abends mit den Jungs auf ein oder zwei Drinks in der Bar 'Stray Sheep' treffen. Leider reicht das seiner Partnerin Katherine nach zwei Jahren Beziehung nicht mehr aus und so konfrontiert sie den 32-Jährigen mit dem Thema Hochzeit. Vincent, der die Felle seines bisher unkomplizierten Daseins im reißenden Sog der Verantwortung davonschwimmen sieht, gefällt dieser Gedanke allerdings gar nicht und er begießt das aufkeimende Pflänzchen der Panik mit Alkohol. Da Probleme aber nun mal Rudeltiere sind, gesellt sich ein solches in Form der lasziven Blondine Catherine  - richtig gelesen, es handelt sich dabei nicht um die Freundin - in einem schwachen Augenblick zu ihm an den Tisch und später auch in sein Bett. Von Schuldgefühlen geplagt, verstrickt sich der Schwerenöter fortan immer weiter in ein Lügenkonstrukt, das bald gewaltig ins Schwanken gerät und einzustürzen droht.
Soweit so normal, wenn da nicht noch Nacht für Nacht diese Albträume wären, die dem bemitleidenswerten Kerl das Leben kosten könnten.

Stufen bauen
Diese Sequenzen bilden das spielerische Fundament von Catherine. Nur mit einem Kissen bewaffnet und nackt bis auf die gepunkteten Boxershorts, findet sich Vincent nach dem Einschlafen in einer surrealen Welt wieder. Von einer geheimnisvollen Stimme begleitet, ist es fortan seine Aufgabe, aus zig mannshohen Blöcken gestapelte Türme zu erklimmen, deren untere Ebene in regelmäßigen Abständen wegbricht. 

Ist der Klettermaxe nicht schnell genug, stürzt er in den Abgrund und verliert dadurch ein Leben. Diese stockt man durch das Einsammeln von mystischen Kissen auf. Sind keine mehr vorhanden, ist das Spiel vorbei! Um nun also möglichst flott den Gipfel zu erreichen, gilt es, die Würfel des komplexen Gebildes so zu verschieben, dass ein Weg nach oben entsteht. Die Regeln dafür sind zwar schnell verstanden, aber schwer zu meistern. Zunächst einmal kann Vincent immer nur eine Stufe erklimmen. Das bedeutet: Stehen zwei Blöcke direkt übereinander, muss man den unteren verschieben, sodass eine Treppe entsteht. Der Obere fällt dabei nicht herunter, solange er zumindest an einer Kante einen anderen Hexaeder berührt. Außerdem kann man an den Rändern entlangklettern und ganze Blockreihen horizontal verschieben.
Diese Grundmechanik wird im Verlauf des Spieles durch spezielle Bausteine erweitert, wodurch man zu immer neuen Herangehensweisen gezwungen wird. So gibt es Würfel, die unter einem wegbrechen, welche die explodieren und Rutschige aus Eis. Zudem kommen vereinzelt Items zum Einsatz, durch die man beispielweise zeitweilig in die Lage versetzt wird, zwei Blockhöhen zu überwinden oder alle Gegner auf dem Schirm zu eliminieren. Wobei Gegner vielleicht ein zu hartes Wort ist ...

Schafe im Traum
Vincent ist nicht alleine mit seinen Problemen. Hat man einen Turm gemeistert, betritt man eine Zwischenebene, die von sprechenden Schafen bevölkert ist. So seltsam das klingen mag, stehen diese stellvertretend für Männer, welche genauso in ihren Albträumen gefangen sind wie Vincent, der in den Augen der anderen ebenfalls als Nutzvieh daherkommt. Genau wie wir, wollen unsere Leidensgenossen auch nur die Spitze des Turmes erreichen und kreuzen dabei mitunter unseren Weg.
Normalerweise lassen sich störende Schafe problemlos mit dem Kissen eine Ebene tiefer schubsen, besetzen aber zuweilen höher liegende Blöcke und hindern uns am besteigen derer. In Notsituationen ist sich jeder selbst der Nächste, und frei nach dieser Devise gilt es dann, seinen Gegner in den Abgrund zu befördern oder schlicht und einfach zu überholen.

Auf besagter Zwischenebene ist dann aber jeder Zwist vergessen. Man sitzt schließlich im selben Boot. Hier kann man mit gesammelten Münzen Items kaufen und sich in Gesprächen über clevere Schiebe- und Klettertechniken austauschen, auf die man alleine vielleicht nie gekommen wäre. Diese zu beherrschen ist dann auch der Schlüssel, die immer anspruchsvoller werdenden Level zu meistern.

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Kommentare

1 Kommentar(e) bisher
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kay
kay
schrieb am 15.02.2012
um 21:21
Habe mich seit der Demo sehr auf das Spiel gefreut. Bin jetzt allerdings leider erstmal mit der MGS HD Collectionund Assassin's Creed Revelations beschäftigt, als dass ich jetzt schon zuschlage. Wenn es günstiger ist, werde ich es mir aber bestimmt holen.

Infos

Catherine

Catherine

XBOX 360PlayStation 3
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Entwickler:
n/a
Publisher:
Deep Silver
Genre:
Point'n'Click-Adventure
USK:
16
Release:
10.02.2012
Link:
XBOX 360
ab 24,95 €
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