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Test - Heiß-kalter Krieg

Call of Duty - Black Ops - Test

Kennedy, Castro, Vietnam, Gehirnwäsche und der Wettlauf ins All – „Call Of Duty: Black Ops“ dreht die Uhr ein knappes halbes Jahrhundert zurück und nimmt uns mit in die Ära des Kalten Krieges. Damit hat auch Treyarch dem Zweiten Weltkrieg endgültig den Rücken gekehrt und seinen Zweig des „Call Of Duty“-Franchises einer Frischzellenkur unterzogen, so wie Infinity Ward es mit „Modern Warfare“ bereits ziemlich erfolgreich vorgemacht hat.

Die Russen kommen! Die Russen kommen!
Alex Mason heißt der Gefangene, der umgeben von Kameras, Überwachungsmonitoren und Tropfhängern an einen Stuhl gefesselt ist und von einer Stimme aus dem Lautsprecher immer wieder mit Fragen bombardiert wird. Wahrheitsdrogen, psychologische Kriegsführung, Gedankenkontrolle und MK Ultra, all dies schießt einem in den Kopf, und schnell, ganz schnell wird klar, dass in den Sechzigern die Feindbilder zwar im Vergleich zu heute noch relativ klar und deutlich definiert waren, aber ansonsten schon genauso schmutzig gekämpft wurde und die Spionageverwicklungen hinter den Kulissen mindestens genauso unüberschaubar waren. So beginnt Mason, im Verhörraum seine Geschichte zu erzählen, die wir als Spieler hautnah miterleben. Ein Attentat auf Fidel Castro, ein Treffen mit Präsident Kennedy im Pentagon, die Flucht aus dem Gulag, die Sabotage eines Raketenstarts am russischen Weltraumbahnhof Baikonur oder Einsätze in Vietnam: Das sind nur ein paar der Stationen von Masons knapp zehn Jahre umspannender Geschichte eines Rachefeldzuges, die jedoch deutlich verwinkelter und verworrener ist, als es ursprünglich scheint. Offenbar hat Treyarch damit auf die Kritik reagiert, die Infinity Wards „Modern Warfare 2“ vor einem Jahr eine platte Story vorwarf. Denn in „Call Of Duty“ gibt es Twists und Wendungen genug, dass sich ein zweites Durchspielen schon alleine der Geschichte wegen lohnt. Das ist auch ganz gut, denn ebenfalls in „Black Ops“ scheint sich der Trend fortzusetzen, dass die Einzelspielerkampagnen immer kürzer zu werden scheinen. Dagegen kann man halten, dass die Kampagne zwar kurz, aber extrem knackig ist und gerade in der zweiten Hälfte viel Abwechslung bietet. Der Star ist jedoch eindeutig das Setting, das mit seiner Betonung auf die modernste Technik der sechziger Jahre einen derartig frischen Charme versprüht, dass es einem manches Mal fast die Sprache verschlägt.

Analoge Kriegsführung
Rein optisch macht „Black Ops“ im Vergleich zu „World At War“ einen Schritt nach vorne und zieht damit – zumindest auf der Konsole – in etwa mit „Modern Warfare 2“ gleich.

Die Texturen sind nicht immer die schärfsten, dafür ist die Detaildichte der Maps wieder einmal sehr hoch, das Ganze läuft durchweg ruckelfrei und es gibt zu jeder Zeit eine Menge zu gucken – allerdings erwartet man von einem „Call Of Duty“ auch nichts anderes, als sauber inszenierten Actionbombast. Einzelne Missionen werden immer wieder von Szenen aus dem Verhörraum unterbrochen, die auch Abwechslung im Gameplay mit sich bringen. So muss man zwischendurch mit ferngelenkten Raketen Panzer ausschalten, fährt Motorrad, bedient das eine oder andere Bordgeschütz oder fliegt mit dem Heli durch die Bergschluchten Nordvietnams. In einer Mission springt man sogar zwischen dem Radartechniker eines Aufklärungsflugzeuges, der ein Team hinter feindlichen Linien in Sicherheit manövrieren muss und dem Team selbst, hin und her. Stealth-Missionen mit Armbrust und Explosivpfeilen stehen ebenso auf dem Programm wie der klassische Stellungskampf auf dem Hügel, wobei der Vietcong ungefähr genauso erbarmungslos zur Tat schreitet, wie man es von den japanischen Truppen in „World At War“ bereits gewohnt war. Während der Missionen wird man meistens von mindestens einem Teammitglied begleitet, manchmal hat man aber auch einen größeren Trupp als Rückendeckung. Wie üblich wechselt man während des Spiels mehrmals die Rollen und schlüpft in die Haut des CIA-Agenten Hudson oder des russischen Überläufers Reznov, der bereits in „World At War“ eine entscheidende Rolle gespielt hat. So ist natürlich auch der Flammenwerfer wieder im Einsatz, Scharfschützen verstecken sich in Palmwipfeln und es gibt einen der berüchtigten Vietcong-Tunnel zu durchlaufen, in dem hinter jeder Ecke der Tod lauert. Doch bei all der Aufregung und den zahlreichen „Oha“-Momenten gibt es leider den einen oder anderen Glitch zu vermelden. So stellte sich während des Tests in zwei Levels die Situation ein, dass es an einem Checkpoint nicht weiterging und auch vorsätzlicher Selbstmord nicht zu einem vernünftigen Ladepunkt zurückgeführt hat. An beiden Stellen musste die jeweilige Mission komplett neu gestartet und ein weiteres Mal vom Anfang an durchgespielt werden, was einfach nicht sein darf und insbesondere auf der wieder mal knackigen „Veteran“-Schwierigkeitsstufe enorm nervt.



Auf der sind die Gegner nämlich auch – mal wieder – nicht intelligenter, treten aber zahlreicher auf und machen keine Faxen, wenn man den Kopf zu lange aus der Deckung nimmt.

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Infos

Call of Duty - Black Ops

Call of Duty - Black Ops

PCXBOX 360PlayStation 3
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Entwickler:
Treyarch
Publisher:
Activision Blizzard
Genre:
Ego-Shooter
USK:
18
Release:
09.11.2010
Link:
PC
ab 22,49 €
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