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Test - Hält Tim Schafers neues Spiel dem Hype stand?

Brütal Legend - Test

Denkt man an Spiele wie Day of the Tentacle, Monkey Island, Vollgas und Grim Fandango, kommt einem zwangsläufig Tim Schafer in den Sinn. Der gute Tim hatte mit seinem letzten Spiel Psychonauts allerdings weniger Glück, weshalb Publisher EA bei Brütal Legend ordentlich die Werbetrommel rührt und mit jemandem wie Jack Black an Bord, kann das Spiel ja nur ein Erfolg werden, oder? Wir haben uns das Adventure-Strategiespiel näher angesehen und verraten euch die Höhe- und Tiefpunkte des Spiels im Testbericht.

Ein Roadie – Eine Mission

In Brütal Legend schlüpfen wir in die Rolle von Edward „Eddie“ Riggs, einem Roadie. Halt Moment, nicht nur irgendein Roadie, sondern der beste Roadie aller Zeiten. Er baut in Windeseile neue Bühnensets, repariert Instrumente und rettet Bandmitglieder vor tödlichen Stürzen. Dummerweise wird ihm genau das im Spiel zum Verhängnis, da ihm kurz nach seiner Heldentat, die im Schatten passiert, denn Roadies sind generell unsichtbar, die Kulisse auf den Schädel fällt. Eddie stirbt und etwas Lebenssaft tropft in seine Gürtelschnalle, die dem Metalgott Ormagöden nachempfunden ist. Eben dieser wird durch Eddies’ rote Opferflüssigkeit herbeigerufen und macht die gesamte Band mit seinen Pranken platt, während das Publikum feiert. Währenddessen wacht Eddie an einem anderen Ort auf und befindet sich schon sofort in seinem ersten handfesten Kampf, bei dem er eine Axt und seine Klampfe Clementine erhält, die ihm gegen die Gegnermassen helfen. Während er mit der Axt seine Gegner dezimiert, hilft ihm die Gitarre mit Blitzen und Pyrotechniken dabei die Gegner auf Distanz zu halten.

Kurz darauf lernt Eddie Ophelia kennen, eine junge Dame mit Nietenarmbändern, die sich dem Widerstand gegen Imperator Doviculus angeschlossen hat. Da unser Held nichts Besseres zutun hat und den Ort, an dem er gelandet ist – eine Art Metal-Steinzeit – überaus krass findet, schließt er sich Ophelia an und macht sich in einem frisch gebauten Hot Rod auf nach Bladehenge, wo wir Lars Halford und seine kleine Schwester Lita kennenlernen.

Der Auftakt von Brütal Legend ist vielversprechend und verspricht ein brutales, witziges und spannendes Abenteuer zu werden. Brutal und witzig ist die Geschichte zu jeder Zeit, allerdings bleibt die Spannung irgendwann auf der Strecke, da man sich gegen Ende nur von Schlachtfeld zu Schlachtfeld fortbewegt und die große Wendung eh schon erraten hat.

Rockige Bühnenshows
Schlachtfelder? Richtig, denn Brütal Legend mag zwar aussehen wie ein Action-Adventure, bietet jedoch hauptsächlich Echtzeit-Strategie-Schlachten, die verdächtig an das Spiel Sacrifice aus dem Jahre 2000 erinnern. Eddie kann zwar tatkräftig mithelfen, doch die meiste Zeit ist er damit beschäftigt seine Einheiten zu befehligen, Verkaufsstände, die Fans anlocken, aufzustellen oder die Bühne auszubauen. Klingt aberwitzig? Ist es auch, besonders wenn mitten im Getümmel plötzlich von Fans oder Merchandise die Rede ist. Die Bühne dient als unsere Basis, wird sie zerstört, ist das Spiel vorbei. Verkaufsstände können hingegen am ehesten mit Raffinerien verglichen werden, die uns Fans einbringen, mit denen wir Einheiten anfordern können. Was auf den ersten Blick kompliziert aussieht, wird nach einigen Spielstunden langweilig und wiederholt sich oft.

Neben den Schlachten gilt es gelegentlich mit dem Hot Rod aka Druidenpflug durch die Landschaften zu düsend, den Tourbus zu beschützen oder neue Orte zu entdecken. Diverse Nebenmissionen können ebenfalls schnell mit dem Fahrzeug erreicht werden. Allerdings bestehen diese nur aus simplen Mini-Schlachten und Missionen, in denen man den Laufburschen spielt und beispielsweise Bierfässer zu einer Standparty transportiert.

Nicht gerade einfallsreich, aber notwendig um sich entsprechende Upgrades in der Motorenschmiede zu kaufen. Dort können wir neue Attacken erlernen, Waffenupgrades für den Druidenpflug kaufen oder gar das Aussehen unserer Gitarre ändern. In der gesamten Spielwelt sind außerdem Relikte vergraben, die wir mit einem Gitarrenriff ausbuddeln können. Dadurch finden wir zum Beispiel weitere Gitarrenriffs, die wir im Kampf einsetzen können, um unsere Truppen zu verstärken oder Spezialangriffe zu starten.

Die Steuerung von Brütal Legend ist schnell erlernt, jedoch schwierig zu meistern. Besonders die Fahrsequenzen sind teils schlecht steuerbar und so finden wir uns das ein oder andere Mal vor einer Wand wieder. Hat man das Problem in den Griff bekommen, kommt man jedoch mit Leichtigkeit durchs Spiel und die entsprechenden Passagen. Die restliche Steuerung ist genretypischer Standard, sodass wir mit wenigen Tasten eindrucksvolle Kombos aufs Parkett legen können, wenn wir uns mit Axt und Gitarre unserer Haut erwehren.

Außerordentliche Performance?

Technisch ist Brütal Legend jedoch in fast jeder Hinsicht gelungen, ab und zu ruckelt das Spiel, etwa bei Massenaufläufen oder beim Erkunden der hübsch gestalteten Spielewelt, insgesamt ist Eddies Abenteuer aber gut spielbar. Grafisch haut Schafers jüngstes Baby zwar keinen vom Hocker, kann jedoch mit liebevoll designten Charakteren und einem genialen, aber brutalen Comic-Look aufwarten. Eingeborene Kriegerinnen, die mit nichts weiter als ein paar Lederfetzen bekleidet sind, feindliche Einheiten, die an den örtlichen Swingerklub erinnern und Glamrock- und Gothic-Soldaten bilden nur einen kleinen Teil der abgefahrenen Charaktere im Spiel. Das Schmankerl sind jedoch die Sprecher, allen voran natürlich Jack Black als Roadie Eddie Riggs. Bereits nach seinem ersten Auftreten hat man Eddie, dank seiner Gelassenheit und seiner humorvollen Art, umgehend ins Herz geschlossen und möchte mit ihm stundenlang den fiesen Gesellen des Imperators Doviculus auf die Zwölf geben. Schauspieler Tim Curry leiht dem Bösewicht übrigens seine Stimme. Gefährtin Ophelia wird von Jennifer Hale gesprochen, die Fans von Metal Gear Solid als Naomi Hunter und Emma Emmerich kennen. Weitere Sprecher sind unter anderem die Musiker Rob Halford (Judas Priest), Lita Ford (The Runaways) und Ian Fraser „Lemmy“ Kilmister (Motörhead). Die deutsche Sprachausgabe geht in Ordnung, ist dem englischen Original aufgrund der Besetzung und des Humors jedoch klar unterlegen. Die Musik ist ein Genuss für Metal-Fans! Von Metallica, über Judas Priest oder gar Jack Blacks Zweimannband Tenacious D, ist für jeden etwas dabei. Selbst Leute, die mit der Musikrichtung nichts anfangen können, wie der Autor dieses Artikels, werden sich das ein oder andere Mal beim Headbangen erwischen.

Die USK-ab-18-Einstufung Brütal Legends kommt nicht von ungefähr. Der rote Lebenssaft fließt literweise und auch die Dialoge sind mit teils derben Wörtern geschmückt. Die Brutalität und Obszönitäten lassen sich jedoch während des Intros und im Hauptmenü wahlweise ein- oder ausschalten.

Online rockt es sich besser?
Der Spielmodus, der bei Brütal Legend für Langzeitmotivation sorgen soll, ist natürlich die Mehrspielerfunktion. Dieser Modus spielt sich ganz ähnlich wie die vielen Schlachten der Kampagne und lässt sich online mit mehreren Spielern bestreiten, oder aber alleine gegen den KI-Gegner. Zur Auswahl stehen die drei Fraktionen der Storymissionen, wie etwa Eddies Ironheade Bande und Tainted Coil von Imperator Doviculus. Mithilfe verschiedener Einheiten und etlichen Gitarrenriffs muss so die Bühne des Gegenspielers zerstört werden – ganz wie im Einzelspieler also.

Lässt man sich auf den Modus ein, können sicherlich noch einige Spielstunden herausgekitzelt werden. Auf lange Sicht könnte es jedoch zu eintönig werden – ebenfalls ganz wie im Einzelspieler.

Zugabe!
Neben den ganzen Upgrades und Gitarrensoli lassen sich während der Kampagne noch einige Extras freischalten. Diese bestehen zum größten Teil aus Konzeptzeichnungen und Storyboards. Dagegen bekommt man während des Abspanns noch einige Outtakes der Sprachaufnahmen und dem Vorabvideo zu sehen, das Jack Black extra für Brütal Legend gedreht hat. Dort sucht er in einem Plattenladen nach einer ganz bestimmten Schallplatte und wird nach einigen Sekunden auch fündig. Die Platte samt Hülle dienen als genial animiertes Hauptmenü.

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Kommentare

2 Kommentar(e) bisher
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stefan-bowack
stefan-bowack
schrieb am 02.01.1970
um 14:45
Arg....wegen diesem Test muss ich mir das Spiel mal ausleihen...arg!
kay
kay
schrieb am 02.01.1970
um 14:54
Ehrlich? Wenn es nämlich nach meiner subjektiven Meinung ginge, hätte ich dem Spiel 5 Punkte weniger gegeben.

Aber man muss sich ja an die Regeln halten. :p *Wertungssystem verfluch*

Infos

Brütal Legend

Brütal Legend

XBOX 360PlayStation 3
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Entwickler:
Double Fine
Publisher:
Electronic Arts
Genre:
3rd-Person-Action
USK:
18
Release:
15.10.2009
Link:
XBOX 360
ab 49,90 €
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