Borderlands 2 - Test
In Ländern wie Deutschland gestaltet es sich für den Otto Normalverbraucher verhältnismäßig schwer, an eine Waffe zu kommen. Dann gibt es Länder wie die USA, in denen es gang und gäbe ist, einen oder zwei Schießprügel in der Kommodenschublade neben dem Bett aufzubewahren. Tja, und dann gibt es da noch die Borderlands, in denen auf jeden Einwohner mehrere Hundert Kanonen kommen, wo sich an jeder Ecke Munition sammelt wie Staub, in denen Banditen, Monster und Mutanten scharenweise wie von selbst vor unsere Flinte laufen und in deren Flussbetten Blut statt Wasser fließt. Willkommen im Schlaraffenland der Waffenlobbyisten.
Glücklicherweise muss man nicht unbedingt zu dieser fragwürdigen Gattung Mensch gehören, um mit dem neuesten Titel von Gearbox Spaß haben zu können. Denn auf allem klebt eine prächtige Cel-Shading-Tapete, dick angestrichen mit Zynismus, welche verhindert, dass man das Geschehen allzu ernst nimmt. Vermutlich erscheint es auch deshalb in Deutschland ungeschnitten. Ein Schicksal, welches dem Vorgänger leider nicht vergönnt war. Aber worum geht es denn nun?
Kammerjäger unter sich
Mit den Borderlands ist eigentlich der von Menschen besiedelte Planet Pandora gemeint. Hier herrscht eine Form der Anarchie wie dereinst im Wilden Westen, einer Attitüde, welcher das Spiel durchweg frönt. Auf der Suche nach einer mysteriösen Kammer, angeblich voller Schätze, rannten wir im ersten Teil durch staubtrockene Wüsten und neigten ein wenig zur Langeweile. Was wir dann aber fanden, entsprach so gar nicht den Erwartungen. Statt Schätze zu horten, galt es ein lovecraftsches Tentakelmonster niederzuringen. 5 Jahre später hat sich der damalige Antagonist Handsome Jack den Orden, die Kammer gefunden zu haben, ans eigene Revers geheftet, wurde durch die Öffnung derer doch das wertvolle Mineral Eridium freigesetzt. Jack, der mittlerweile an der Spitze der Hyperion Corporation steht, unterdrückt und tyrannisiert als falscher Friedensprophet das Volk von Pandora, während er eine weitere sagenumwobene, noch größere Kammer sucht. Allerdings ist er da nicht allein.
Und da kommen wir, im wahrsten Sinne des Wortes, ins Spiel. Zunächst wählen wir aus vier Klassen. Da wäre zum einen der Gunzerker, der bei Disputen mit purer Feuerkraft und zwei, auf Wunsch auch vollkommen verschiedene Waffen argumentiert. Die Sirene ist eher dem defensiven und unterstützenden Lager zuzuordnen und verfügt über Magie. Der Assassine ist – Überraschung - der Leisetreter im Team und aufgrund seiner Fähigkeit sich unsichtbar zu machen, beziehungsweise Trugbilder seiner selbst erzeugen zu können, bestens für Hinterhalte geeignet. Und zu guter Letzt haben wir da noch den Commando, dessen Geschütz nun endlich frei platziert werden kann, und in einem 360-Grad-Radius feuert. Später wird der Necromancer per Download nachgereicht. Eine junge Technikerin mit einem recht großen Roboterfreund.
Zwar erscheint Borderlands 2 auf den ersten Blick wie ein Ego-Shooter, es verfügt aber über ein Skillsystem aus dem RPG-Bereich. Für so ziemlich alles was wir tun erhalten wir Erfahrungspunkte und Tokens. Steigen wir ein Level auf, dürfen wir in einen von drei Skilltrees investieren. Geschickte Kombinationen können dabei äußerst mächtige Effekte zur Folge haben. Experimentieren lohnt sich also. Zu diesem Zweck lassen sich die Punkte an speziellen Automaten jederzeit neu umverteilen. Blöd dagegen, dass man erst satte fünf Stück auf einen Skill verwenden muss, bevor der Darunterliegende zugänglich wird.

Die Tokens nutzen wir, um Fähigkeiten wie Waffenhandling oder Nachladegeschwindigkeit um einen winzigen Prozentsatz zu heben. Klingt wenig, allerdings bekommt man die Dinger am laufenden Band und kann sich so quasi unendlich pimpen. Dann hätten wir da noch verschiedene Mods, Artefakte und durch gefundenes Eridium erworbene Verbesserungen. Es gibt also allerhand Möglichkeiten, seinen Charakter zu optimieren.
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