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Test - Schrecklich spannend oder schaurig langweilig?

Black Mirror II - Test

Erinnern wir uns: 2004 erschien mit Black Mirror ein Adventure inmitten der großen Rätseldurststrecke. Knobelspiele waren damals rar gesäht. Black Mirror markierte deshalb einen echten Höhepunkt des Adventurejahres 2004, auch weil es mal nicht auf Humor, sondern auf düstere Stimmung und Thriller baute. Kein Wunder also, dass das Spiel ein voller Erfolg wurde und Publisher dtp nach einem zweiten Teil lechzte.

Fünf Jahre später kommt er jetzt in die Läden. Weil der erste Teil in sich geschlossen war, führt Black Mirror 2 die Geschichte aber nicht mit dem selben Hauptcharakter weiter, sondern versetzt uns zwölf Jahre in die Zukunft und nach Amerika. Dort schlägt sich Physikstudent Darren Michaels im Kleinstädtchen Biddeford mit Nebenjobs durch: er arbeitet in einem Fotoladen als Helfer. Die Moneten sind allerdings das einzig Erfreuliche an der Arbeit, denn sein Chef würde wohl sogar seine Mutter für einen gehässigen Kommentar verkaufen. Eines Tages schneit die mysteriöse, aber attraktive Angelina in den Laden herein und möchte ein paar Fotos von sich schießen lassen. Darrens Lichtblick ist nur von kurzer Dauer, denn sein Chef möchte die Sache gerne "selbst in die Hand" nehmen - und wird kurze Zeit später erstochen aufgefunden. Angelina ist natürlich die Hauptverdächtige, doch Darren glaubt an ihre Unschuld. Der gute Start eines gefährlichen Abenteuers und nur eine der unzähligen Nebengeschichten, die sich um den roten Storyfaden herumflechten.

Guter Einstieg, schlechte zweite Hälfte
Der Einstieg in das Adventure ist also äußerst gelungen und spannend. Das Städtchen Biddeford bietet den idealen Schauplatz für einen verwirrenden Mord, der aufgeklärt werden muss. Viele skurile Gestalten laufen in der Kleindstadt herum, so etwa die sehr ängstliche Kellnerin Mrs. Biba, die die Liebe zu unserem Ex-Chef übrigens teilt. Alle Personen werden schön in die Geschichte eingeführt, auch wenn nicht alle wichtig für den Fortlauf sind. Trotzdem, sie tragen wesentlich zur Atmosphäre der ersten Stunden des Spiels bei und lassen diese düster-verworrene Stimmung aufkommen, die den Vorgänger so auszeichnete.

Leider verlassen wir Biddeford nach einiger Zeit. Darren hat mittlerweile vom aus dem Vorgänger bekannten Familienfluch erfahren und möchte natürlich zusammen mit Angeline mehr herausfinden. Also geht es nach England und schließlich für den Spieler zurück nach Schloss Black Mirror. Rein optisch erfreut sich das Auge, denn im Vergleich zu Teil eins haben die bekannten Umgebungen eine spürbare Wandlung durchlaufen. Die Geschichte wird spätestens ab der zweiten Hälfte des Spiels aber einfach zu abgedroschen. Angelina scheint nicht das zu sein, was sie vorgibt, und eine Sekte haut ebenfalls kräftig auf den Putz. Black Mirror war bis zum Schluss spannend, doch im Nachfolger bestätigt sich zu oft die erste Vermutung, die nur kurz durch ein paar Wendungen angezweifelt wird.

Ein echter Kotzbrocken?

Bis zu diesem Zeitpunkt haben wir auch entweder mit Hauptcharakter Darren unseren Frieden geschlossen, oder können seine Visage nicht mehr sehen. Darren ist ganz und gar nicht die Hauptperson, die auf Anhieb sympathisch ist und mit der wir mitfühlen können. Sein Physikstudium hat ihn anscheinend in höhere Sphären gehoben, von denen herunter er seine Mitmenschen sehr schnell verächtlich anmacht. Ein Streber ist Darren aber nicht. Mit Dreitagebart und ab Werk modisch zerrissener Jeans stapft der Jungspund durch die Gegend. Das kann man mögen, oder eben nicht.

Vielleicht wurde der Hauptcharakter aber auch nur so vorlaut gestaltet, um eine gute Grundlage für die hervorragenden Dialoge zu schaffen, die mit den Worten "Fuck", "Scheiße" und anderen Kraftausdrücken nicht sparen. Wie im echten Leben reden die Personen geradeheraus. Bei Wortgefechten entsteht keine adventuretypische Pause, hier wird sich auch abrupt ins Wort gefallen. Die Sprecher tragen ihr Übriges zu den hervorragenden Dialogen bei. Viele bekannte Stimmen sind nicht darunter, doch was an Bekanntheitsgrad fehlt, wird mit Elan und Ausdrucksstärke mehr als wett gemacht. Text und Sprache werden zu einer Einheit und die Messlatte für zukünftige Adventure unglaublich hoch gesetzt.

Auch die Grafik kann sich sehen lassen. Vor 2D-Hintergründen rätselt sich 3D-Figur Darren durch die Geschichte. Alle Orte, allen voran Biddeford, können mit ihrer ganz eigenen Atmosphäre überzeugen. Vor solchen Hintergründen ist das Rätseln natürlich doppelt motivierend. Die Knobelaufgaben selbst sind logisch aufgebaut. Wer nicht zu den hartgesottenen Adventurehasen gehört, sollte das Spiel allerdings mit den Hilfen durchspielen. Dann sind im Tagebuch neben Angaben zu den ausstehenden Rätseln auch Lösungshilfen verzeichnet, außerdem wird dann auf Knopfdruck jeder Gegenstand angezeigt, mit dem interagieren können. Bei den auftauchenden Minispielen helfen die Lösungshilfen am meisten: Wer nach unzähligen Versuchen keine Lust mehr auf dämliche Schalterrätsel hat, kann sie dann einfach überspringen.

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Kommentare

2 Kommentar(e) bisher
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jojo
jojo
schrieb am 02.01.1970
um 10:25
die frau ist irgendwie auch ganz nice geworden :-)
t0by
t0by
schrieb am 02.01.1970
um 11:29
au ja :D

Infos

Black Mirror II

Black Mirror II

PC
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Entwickler:
Cranky Pants Games
Publisher:
dtp entertainment
Genre:
Point'n'Click-Adventure
USK:
16
Release:
25.09.2009
Link:
PC
ab 3,99 €
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