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Test - Bedrohliche Unterwasserwelt

Bioshock - Test

SystemShock 2... für viele das beste Spiel aller Zeiten. Rund acht Jahre sind ins Land gegangen seit diesem Epos und Meisterwerk. Nun schickt sich ein neues Spiel an, die Geschichte zu wiederholen. Kann Bioshock im Jahr 2007 den extrem hohen Erwartungen standhalten und in die Fußstapfen von SystemShock 2 treten? Unser Test verrät es!

Von ganz oben nach ganz unten
Der Einstieg in Bioshock könnte dramatischer nicht sein. Eben noch saß Jack auf einem Transatlantikflug in seinem warmen Sitz und schwelgte in Erinnerungen an seine Eltern, als das Flugzeug plötzlich mitten im Atlantik abstürzt. Jack findet sich in der stürmenden See wieder, umgeben von brennenden Teilen des Flugzeugwracks. Die Geschichte von Bioshock scheint zu enden, noch ehe sie richtig begonnen hat. Doch was ist das? Da ragt ein riesiger, surreal wirkender Leuchtturm aus den Fluten. Über die seitlich gelegene Treppe gelangt Jack in das Innere des dunklen Turmes. Hierher scheint sich seit Ewigkeiten keine Menschenseele mehr verirrt zu haben. Und Jack taucht mit einem Mini-U-Boot ab in das Abenteuer seines Lebens.

Denn nichts ahnend hat Jack die Pforten nach Rapture aufgestoßen. Rapture, das ist die real gewordene Vision eines genialen Mannes namens Andrew Ryan, dessen Ideal die ultimative Freiheit des Menschen ist. Seine Unterwasserstadt soll ein Refugium für Freigeister sein, die sich nicht von äußeren Idealen wie Staat, Religion oder Ideologie dominieren lassen wollen. Frei von jeder ethischen Instanz soll hier der Mensch wirklich frei sein dürfen.

Dieser Traum hat sich jedoch zu einem Alptraum entwickelt. Frei von jeder ethischen Kontrolle hat die Wissenschaft in Rapture bizarre Blüten hervorgebracht. Genetische Veränderungen an Menschen sind dank der Entwicklung von „Adam“, einem Detergenz, das genetische Veränderungen in Sekundenschnelle erlaubt allgegenwärtig. Ohne ethische Limitierungen oder Bedenken wurden die genetischen Veränderungen der Allgemeinheit in Rapture zugänglich gemacht, und so werben überall großen Tafeln um die Gunst der Konsumenten.

Es werden stärkere Arme, bessere Augen oder Ohren und allerlei andere bizarre Verbesserungen angeboten. Adam ist die wichtigste Währung in Rapture geworden und der Markt wird von einem Mann kontrolliert: Andrew Ryan. Jeder will ADAM, jeder braucht ADAM und dafür gehen die Leute in Rapture über Leichen. Es herrscht Anarchie und jeder ist selbst für sein Überleben verantwortlich. Der Stärkste bekommt das ADAM und wird noch stärker. Die Stärksten in Rapture, das sind die so genannten Big Daddies, in riesige Taucheranzüge gepackte, schwer bewaffnete und gepanzerte Supersoldaten. Diese leben in Symbiose mit den so genannten Little Sisters, den einzigen lebenden Wesen in Rapture, die in der Lage sind neues ADAM aus Leichen zu gewinnen. Sie waren einst harmlose kleine Mädchen, die in Grausamen Experimenten mit Parasiten infiziert wurden.

Diese Parasiten sind die eigentlich Quelle des ADAM. Die schwachen kleinen Mädchen können das ADAM gewinnen, weshalb die Big Daddies diese mit ihrem Leben beschützen ... und gleichzeitig sind sie die einzige Möglichkeit für den Spieler an das begehrte ADAM zu kommen, denn auch Jack verfällt nach kurzer Zeit der Sucht nach genetischer Weiterentwicklung, nicht zuletzt, weil dies seine einzige Überlebenschance in diesem Chaos ist.

Die Story wird insgesamt ziemlich gut in Spielgrafik präsentiert und durch Funksprüche und gefundene Tonbänder voran getrieben. Leider bleiben so viele, für den Spieler wichtige Charaktere völlig im Dunkeln, da man vielen nicht wirklich begegnet. Hier wäre erheblich mehr drin gewesen in Sachen Präsentation. Die Story selbst ist jedoch sehr gut und spielt gekonnt mit dem ethischen Dilemma, das sich in Rapture abspielt, was sich zum Beispiel darin äußert, dass man, sobald man einen Big Daddy besiegt hat vor der Wahl steht, ob man die in begleitende Little Sister tötet und somit eine hohe Menge ADAM erhält, oder sie leben lässt und heilt, wobei jedoch weniger ADAM raus springt.

Leider wird ein Teil des ethischen Konflikts viel zu einfach und unauthentisch gelöst. Jack wird schon nach wenigen Minuten auf Rapture mit dem ersten Plasmid konfrontiert, das in Form einer mindestens 10 Millimeter dicken Injektionsnadel vor ihm liegt. Es wird kurz erklärt worum es sich dabei handelt und Jack nimmt ohne zu zögern, ohne Konflikt oder äußeren Zwang einfach diese riesen Nadel und haut sie sich in die Vene. Klar, wenn ich in einer anarchischen Unterwasserstadt, in der alle wegen genetischer Mutationen auslösender Drogen irre werden zum ersten mal bin, dann hauen wir uns die Droge auch sofort in die Venen...

Die Illusion von der völligen Freiheit
Bioshock suggeriert zunächst Bewegungsfreiheit, die sich jedoch schnell als Farce herausstellt. Im Endeffekt ist die Bewegung stark eingeschränkt uns das Abenteuer verläuft sehr linear, womit Bioshock trotz Allem ist im Prinzip nichts Anderes als ein klassischer Ego Shooter ist. Man läuft mit teils sehr einfallsreichen, ausbaubaren Waffen durch die Gegend und ballert seine Gegner ins Jenseits.

Neben den klassischen Waffen wie Maschinengewehr, Revolver und Schrotflinte gibt es noch die sog. Plasmide, die man sich mittels ADAM erwerben kann. Sie erlauben zum Beispiel das schießen von Feuer oder Blitzen aus den Fingern.

Was sich zunächst nur nach einer alternativen Bewaffnung anhört, entfaltet schnell seinen ganz eigenen Reiz, denn neben den direkt wirkenden Plasmiden gibt es auch welche, die subtilere Effekte auf die Umgebung haben. Zum Beispiel markiert ein bestimmtes Plasmid Gegner als Ziele für das Sicherheitssystem von Rapture, woraufhin Selbstschussanlagen und Sicherheitsroboter das Ziel angreifen. Mit einem anderen Plasmid kann man einen Big Daddy davon überzeugen, dass man eine Little Sister ist, wodurch man einen mächtigen Verbündeten und Beschützer an die Seite gestellt bekommt.

Es macht Spaß mit diesen Möglichkeiten zu experimentieren und jeder Spieler kann so seine ganz eigene Spielweise entwickeln. Außerdem ist der Spieler in der Lage Computer, Sicherheitssysteme oder herumstehende Automaten zu hacken. Dies wird durch ein einfaches Minispiel vermittelt, was leider auf die Dauer sehr monoton wird.

Wenn der Spieler stirbt muss nicht das obligatorische Savegame geladen werden, sondern der Spieler wird ganz in der Nähe in einer sog. Vitachamber wiederbelebt. Was sich zunächst sehr innovativ anhört macht das Spiel teilweise leider ziemlich kaputt, denn die Vitachamber belebt den Spieler unendlich oft wieder und wenn an Gegnern einmal Schaden angerichtet wurde, dann bleibt dieser bestehen.

In der Praxis führt das dazu, dass man so gut wie keine Medipacks mehr benutzt und auch die Bedrohlichkeit der Umgebung stark abnimmt, da man praktisch unsterblich ist und die Gegner so zu Tode „vitachambern“ kann.

Unrealistisch schönes Wasser
Grafisch ist Bioshock über alle Zweifel erhaben. Die neue Unreal Engine zeigt echte Muskeln und Bioshock ist momentan eines der grafisch besten Spiele, die es am PC zu bestaunen gibt. Insbesondere die Wassereffekte sind absolut atemberaubend. Was jedoch den eigentlichen Reiz an der Grafik von Bioshock ausmacht, ist nicht die reine Engine, sondern das extrem stimmige und kreative art-deco Design der Umwelt. Hier kommt echter 60er Jahre Flair auf, der den Spieler sofort in seinen Bann zieht. Selten ist eine so detaillierte und liebevolle Darstellung der Umgebung in einem 3D-Shooter gelungen. Bioshock ist in Sachen Design definitiv ein kleines Meisterwerk und im künstlerischen Aspekt sehr gelungen.

Auch der hervorragende Sound reiht sich in dieses Bild ein und vervollständigt die stimmige Präsentation. Der Bass wummert, wenn ein schwerfälliger Big Daddy durch die Gänge von Rapture stapft und auch die Waffensounds haben richtig Wumms. Alle Geräusche sind sehr klar und passen perfekt zum Geschehen auf dem Bildschirm. Die englischen Sprecher sind über jeden Zweifel erhaben, jedoch auch die deutschen sind hervorragend und das Voiceacting ist vorbildhaft.

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Infos

Bioshock

Bioshock

PCXBOX 360PlayStation 3
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Entwickler:
n/a
Publisher:
2K Games
Genre:
Ego-Shooter
USK:
18
Release:
24.08.2007
Link:
PC
ab 19,95 €
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