Battlefield 3 - Test
Keine Frage, „Battlefield 3“ ist, in vielerlei Hinsicht der Blockbuster des Jahres 2011 und bekannt für seinen ausgezeichneten Multiplayer-Modus, jener Vorgänger, der seinesgleichen sucht. Doch wie sieht es mit dem Singleplayer-Teil aus? Ja richtig, der wahre Nachfolger von „Battlefield 2“ hat eine Singleplayer-Kampagne. Somit ist es auch laut Entwickler Dice der erste Battlefield-Teil, der eine eigene Story besitzt – „Battlefield Bad Company“ mal ausgeschlossen. Jetzt stellt sich die Frage, was darf man im Singleplayer-Teil eines Multiplayer Shooters erwarten? Eine Revolution im Shooter-Genre mit bombastischer Grafik? Oder eine langweilige Ballerorgie mit bombastischer Grafik? Lasst es uns herausfinden!
Call Of Battlefield?
Die erste Frage, die man sich stellen wird, ist: "Kann „Battlefield 3“ den Marktführer im Shooter-Bereich „Call of Duty“ ausstechen?" „Battlefield 3“ fühlt sich zumindest an vielen Stellen, ganz drastisch gesagt, genau so an wie „Call of Duty“. Doch was macht „Battlefield 3“ anders? Im „Call Of Duty: Modern Warfare“-Franchise spielt man einen knallharten Spec-Ops Soldaten, umgeben von knallharten Spec-Ops Soldaten, der von einer völlig abgefahrenen Situation in die Nächste gerät. Wahnwitzige Missionen à la Hollywood findet man dabei am laufenden Band! Doch „Battlefield 3“ bleibt überwiegend auf dem Teppich. Alles wirkt authentischer, alles wirkt wie ein echter Krieg, der fast genau so jederzeit ausbrechen könnte. Kein beinharter Spec-Ops Typ, sondern ein schmächtiger Marine namens Blackburn, ist der Held des Spiels. Gezeichnet von seinen letzten Kampfhandlungen sitzt er zusammen mit zwei Männern in einem stickigen Raum. Dort wird die Geschichte um Blackburn gestrickt.
Doch es kommt was bestimmt viele erwartet haben, die Story beherbergt nichts Neues. Es gab schon immer böse Menschen mit bösen Waffen, die die Welt zerstören wollen. Dieses Szenario wurde schon oft in Spielen sowie Filmen verwurstet. Bedeutet das automatisch das uns pure Langeweile erwartet? Mitnichten! Wenn man schon keine innovative Story hat, dann sollte man diese so spannend und unterhaltsam wie möglich inszenieren - genau das schafft „Battlefield 3“ ziemlich gut. Der Einstieg ist extrem rasant und actionlastig, kein Tutorial oder Trainingsmissionen, es geht sofort sehr heiß her und mit einem "Woohoo"-Effekt. Der fulminante Einstieg soll als Vorgeschmack dienen und erreicht sein Ziel, den Spieler von der ersten Minute an zu fesseln!
Nach der ersten Sequenz, die viele Fragen aufwirft, darf man den ersten Blick auf den nicht wirklich heldenhaft aussehenden Helden werfen.
Denn dieser sitzt in einem Verhörraum und hat wohl nicht alles richtig gemacht in seiner Marine-Laufbahn, oder? Nach zwei bis drei weiteren Missionen schlüpfen wir plötzlich in den Körper von Jet-Kopilotin Hawkins und im weiteren Verlauf sogar in andere Charaktere, wie Sergeant Miller, der mit seinem Panzer zur Hilfe eilt, oder in den russischen Spezialagenten Dimitir "Dima" Mayakowsky. Das mag verwirrend wirken, macht aber tierisch viel Spaß, wenn die Hauptstory aus einer anderen Sicht weitergeführt wird. Auch das ist zwar nichts Neues und Innovatives, aber hey, es passt alles super zusammen, es ist abwechslungsreich und ist, wie bereits erwähnt, erstklassig in Szene gesetzt. Von dieser Seite gibt es somit nichts zu bemängeln! Außerdem kommt hinzu, dass durch die fantastischen Gesichtsanimationen, den Charakteren leben eingehaucht wird und man automatisch Bezug zu den Kameraden entwickelt, die ständig in den brenzligen Situationen an eurer Seite stehen. Leider ist die komplette Singleplayer-Kampagne an einem gemütlichen Abend locker durchgespielt, wie auch nicht anderes zu erwarten war.
Viele Waffen? Dann will ich ballern!
Nun kommen wir zum Kern dieses Genres. Ballern, bis nichts mehr steht! Und es wird geschossen, dass die Fetzen fliegen! Durch enge Gassen, auf freiem Feld, in der Luft oder mit einem Panzer, so gut wie jede Möglichkeit wird ausgeschöpft, um euch so gut es geht auf den Multiplayer vorzubereiten. Aber auch Spieler, die gerne ein wenig taktischer vorgehen, werden bei „Battlefield 3“ nur belohnt! Denn Rambos haben hier schlechte Karten! Sogar auf dem leichtesten Schwierigkeitsgrad wird man ziemlich schnell umgenietet, wenn man nicht von Deckung zu Deckung hechtet und sich mal beherzt auf den Boden schmeißt. Da ertappt man sich auch hier und da beim "q" und "e" drücken, wenn man in der Deckung hockt, weil man um die Ecke gucken möchte. Im Singleplayer wäre ein anständiges Deckungssystem bestimmt nicht verkehrt gewesen.

Dass der Schwierigkeitsgrad so knackig rüberkommt, liegt nicht unbedingt an der tollen KI der gegnerischen Soldaten, die wie immer gerne einfach mal stupide quer über das Feld rennen, sondern schlichtweg an der Masse der Gegner und den erschwerten Kampfbedingungen, denen ihr ausgesetzt seid. Überall fliegen effektvoll Kugeln durch die Luft, explodieren Granaten und andere Geschosse, es regnet und stürmt, Nebel zieht auf, ihr werdet von vier großen Scheinwerfern und Gegnern mit Lasern geblendet.
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