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Test - Mit Ezio auf Rachefeldzug

Assassin's Creed 2 - Test

Gerne erinnern wir uns an den ersten Teil der Assassin’s Creed-Reihe. Im November 2007 kam er auf den Markt und überzeugte nicht nur mit einer sehr guten Grafik, sondern auch mit einer innovativen Spielidee. Allerdings stellten sich kleinere Motivationsdefizite ein, da vor jedem zu erledigenden Auftrag, nach dem gleichen Schema das Attentat vorbereitet werden musste. So wirkte der Titel trotz der vielen positiven Aspekte, gerade im Bereich Spielspaß, noch ausbaufähig. Weil der zweite Teil nur wenige Sekunden nach dem Ende von Assassin’s Creed einsetzt, wollen wir den aktuellen Status noch einmal anschneiden. Wir schlüpfen erneut in die Rolle von Desmond Miles. Gegen unseren Willen wurden wir von einem Geheimbund der Templer festgehalten und sollten mittels Animus in die Vergangenheit reisen. Rein virtuell zumindest, denn die Animus ist eine Maschine, die uns Ereignisse aus dem Leben unserer Ahnen ins Gedächtnis rufen kann. Die erste Reise führte uns ins finstere Mittelalter, um genauer zu sein in die Zeit der Kreuzzüge. Dort haben wir als Altair ein mächtiges Artefakt gesucht. Gegen Ende des Spiels gelang uns mithilfe einer Rebellengruppe die Flucht und genau an dieser Stelle setzt der zweite Teil ein. Nachdem wir aus dem Hauptquartier entkommen konnten, finden wir uns bei unseren Befreiern wieder, welche ihrerseits die Animus 2.0 entwickelt haben. Sie wollen uns einen Teil des Lebens von Ezio Auditore da Firenze einverleiben, um aus Desmond in der Realität einen Assassinen zu machen. In den Erinnerungen gelangen wir in das Italien des fünfzehnten Jahrhunderts. Unsere ersten Schritte machen wir dabei in der Rolle des gerade siebzehnjährigen Ezio durch das damalige Florenz. Freundlich formuliert mangelt es uns hier an allem, was einen Assassinen ausmacht. Das Einzige was wir im Kopf haben sind Streitigkeiten mit einer verfeindeten Familie, Schlägereien und unsere nächtlichen Besuche bei der Tochter des Hauses. Stolz ist nicht wirklich das Wort, was unser Vater für uns aufbringen kann. Doch mit einem Schmunzeln im Gesicht verrät er uns, dass wir ihn an sich selbst in jüngeren Jahren erinnern.
Während Ezio also nach wie vor in den Tag hineinlebt, muss erst etwas Dramatisches passieren, um ihn wachzurütteln. Tatenlos muss er zusehen, wie sein Vater als auch seine Brüder verhaftet und hingerichtet werden. Ab diesem Moment schwirren seine Gedanken nur noch um eines: Rache! Langsam werden wir an die Möglichkeiten eines Assassinen herangeführt und die Freundschaft zu niemand geringeren als Leonardo da Vinci entwickelt. Dies belebt nicht nur die Geschichte, sondern erweist sich als äußerst hilfreich in puncto Ausrüstung. Kein Wunder, schließlich sind wir die Ersten, die seine neuesten Erfindungen ausprobieren und einsetzen dürfen. Das Spiel schreitet dabei anfänglich gemächlich voran und erst nach mehreren Spielstunden führen wir unseren ersten Auftragsmord an einem korrupten Richter aus. Eine wahrlich dramatische Inszenierung, die den neuen Lebenswandel von Ezio endgültig besiegelt.

Riesiger Aktionsradius
Uns stehen im Grunde die gleichen Möglichkeiten, wie auch schon im ersten Teil zur Verfügung. Wir können fast überall unsere Kletterfertigkeiten unter Beweis stellen und in Windeseile auf Häuserdächer springen, um unseren Feinden zu entkommen. Auf Tastendruck mischen wir uns unter kleinere Mengen Zivilisten, um nicht aufzufallen. Da unsere Verfolger zumeist sehr hartnäckig sind, bleibt uns manchmal gar keine andere Wahl, sondern nur der Kampf, der viele Facetten bietet. Wir können nur mit den Fäusten Gegner unschädlich machen, aber auch Angriffe auskontern, den Gegner entwaffnen oder mit Spezialattacken ins virtuelle Nirvana befördern. Frei, nachdem Motto: „Nur Bares ist, Wahres“ können erledigte Gegner auch noch geplündert werden. Dies ist zwar nicht die feine englische Art, aber wir befinden uns schließlich auch in Italien.

Zudem sind auch noch in der kompletten Stadt lukrativere Schatzkisten versteckt, die es zu finden und leeren gilt. Das Plündern unserer Kontrahenten ist somit nicht zwangsläufig notwendig. Nach und nach schalten wir Nebenaufgaben frei, wie etwa Checkpoint-Rennen oder das Aufspüren und Aufreiben von untreuen Ehemännern, was zu äußerst skurrilen Situationen führt. Weitere Sidequests, wie die Suche nach den Assassinen-Gräbern oder etwa das Erklimmen der zahlreichen Aussichtspunkte, sorgen für reichliche Abwechslung.  Dennoch liegt der Fokus des Spiels auf die Attentate. Die einzelnen Aufgaben wurden dabei sehr gut ins Spiel eingefügt und motivieren enorm. Auch die Lokalitäten sind abwechslungsreich ausgefallen. Während wir uns zu Beginn des Spiels noch in Florenz und dem Bergdorf San Gimignano du der Villa unseres Onkels befinden, erfolgt gleich darauf ein zeitlicher Sprung in die Gegenwart, gefolgt von einem Ausflug ins alte Venedig und so weiter. Durch die vielen Zeitsprünge fällt erst nach und nach auf, dass wir unseren Protagonisten über einen Zeitraum von einer Dekade begleiten. Genaueres zur Story wollen wir jedoch nicht verraten und warum uns der letzte Abschnitt des Spiels in den Vatikan führt, erst recht nicht. Lasst euch einfach überraschen!
Aber kommen wir wieder zurück zum eigentlichen Gameplay. Die Steuerung wird uns zu Beginn des Spiels in kleinen Happen präsentiert und geht von Minute zu Minute immer besser von der Hand. Innerhalb kürzester Zeit klettern wir durch die virtuellen Städte Italiens, als hätten wir niemals etwas anderes gemacht. Die Kämpfe sind gut inszeniert und wie beim Vorgänger leider keine große Herausforderung. Sollten wir gegen eine Ansammlung von Gegnern unser Glück versuchen, kommt es allerdings zu gelegentlichen Aiming-Problemen, die den Schwierigkeitsgrad ungewollt anheben. Der liebe Ezio greift nämlich nicht immer den nächsten Feind an, sondern auch schon mal den am weitesten entfernten Gegner. Das sieht zwar äußerst komisch aus, ist aber zum Glück eher die Ausnahme, als die Regel. Zusätzlich zu den Kämpfen, herrscht in den Städten reges Treiben. Ständig gibt es Interaktionsmöglichkeiten mit unserem Charakter, was das Spiel realer erscheinen lässt.

Städtereisen
Grafisch bietet das Spiel eine ganze Menge! Wer schon einmal in Florenz oder Venedig war, wird viele Gebäude im Spiel wiedererkennen, die liebevoll nachgebaut wurden. Die Entwickler geben uns hier weitläufige, frei erkundbare Areale an die Hand, die einfach richtig gut designt wurden. Zudem ist Ezio der etwas bessere Altair. Die Animationen im ersten Teil waren schon gut, sieht man aber, wie Ezio klettert, kämpft oder von Haus zu Haus springt, merkt man, dass hier eine Menge Feintuning betrieben wurde. Auch die Art und Weise, wie die ganze Stadt in Bewegung ist, auf unsere Taten reagiert, weiß zu gefallen. So gibt es zum einen Bürger, die direkt das Weite suchen, wenn sich in der beschaulichen Stadt ein Kampf entwickelt, andere hingegen schauen gebannt zu, ganz wie im echten Leben. Auf den Dächern der Stadt angekommen, haben wir eine überragende Weitsicht, welche uns in Ihren Bann zieht. Doch trotz der Grafikpracht gibt es auch kleinere Mankos. Zum einen gibt es immer wieder aufpoppende Objekte und zum anderen trüben gelegentliche Ruckler die ansonsten tadellose Technik.

Lebende Stadt
Besonders hervorheben, wollen wir die Lebendigkeit der Spielwelt. Nur selten finden wir ein ruhiges Plätzchen und können die Umgebung alleine genießen. Ständig begegnen uns Non-Player-Characters, die die Straßen mit Leben füllen. Egal wo man hinsieht, überall unterhalten sich Menschen, werden Ware verkauft oder einfach dem Tagewerk nachgegangen. Diese Tatsache wird zudem auch akustisch perfekt in Szene gesetzt, was zwar erst auf dem zweiten Blick auffällt, aber einen großen Anteil an der dichten Atmosphäre hat. Die deutsche Synchronisation ist derweil sehr gut gelungen, die Stimmen passen zu den Charakteren und verleihen Ihnen Tiefe. Wer des Englischen mächtig ist, bekommt trotzdem die Empfehlung das Ganze auf Englisch zu spielen, weil es noch einen Tacken besser rüberkommt. Die Soundeffekte passen zu jeder Aktion, egal ob wir uns in Kämpfen befinden oder etwas Free Running durch die Stadt betreiben. Alles klingt äußerst passend und glaubwürdig. Zu guter Letzt bleibt noch der Soundtrack, der je nach Stadt und Zeit verschiedene Tracks bietet, die nicht aufdringlich, aber dennoch förderlich sind.

 

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Kommentare

3 Kommentar(e) bisher
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TerminatorG3R
TerminatorG3R
schrieb am 03.01.1970
um 04:46
Ich mochte schon den Vorgänger. Und es scheint als hätte Ubisoft alles richtig gemacht. Es kann aber erst zu Weihnachten in meiner 360 oder ps3 rotieren. Welche Version wäre denn besser?
t0by
t0by
schrieb am 03.01.1970
um 05:33
Also ich kann sie nur bedingt vergleichen. Die 360 Version ist in meinen Händen, die PS3 habe ich flüchtig gezockt. Ich sehe persönlich keine allzu großen Unterschiede. Solltest dich einfach danach entscheiden, welches Gamepad dir mehr zusagt :P
cutie
cutie
schrieb am 03.01.1970
um 06:49
Sehe ich ähnlich. Bei dem Titel wurde so gut gearbeitet, da kann man wirklich ohne Bedenken auf beide Versionen zugreifen. :)

Infos

Assassin's Creed 2

Assassin's Creed 2

PCXBOX 360PlayStation 3
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Entwickler:
Ubisoft Montreal
Publisher:
Ubisoft
Genre:
Action-Adventure
USK:
16
Release:
04.03.2010
Link:
PC
ab 37,00 €
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