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Test - Willkommen im Dreck!

Apox - Test

Die Menschheit steht am Abgrund. Auf der Welt entbrennt der Kampf ums nackte Überleben. Jeder steht sich jetzt selbst am Nächsten und will eigentlich nur noch den nächsten Tag erleben. Doch, was ist eigentlich passiert? Gab es den atomaren Fallout und die verbliebenen der Erdenbürger streiten sich um die letzten Ressourcen des einst Blauen Planeten? Wir werden es nie erfahren. Denn das kleine Indiestudio BlueGiant Interactive aus Indien pfeift auf eine geschichtsträchtige Handlung und deren Präsentation und will mit „APOX“ durch einen cleveren Genremix von Strategie und Rollenspiel begeistern. Der bei Steam schon erhältliche Download-Titel wird nunmehr auch den Weg in die Händlerregale finden. Wir verraten euch in unserem Test, ob sich die Investition von knapp 20 Euro auch lohnt.

Aller Anfang ist schwer
Dann mal los ins Schlachtgetümmel! Nach Starten des Spiels kommen wir in das lieblos gestaltete Hauptmenü und können zwischen Grundausbildung, Missionen, Einzelspieler, Co-op und Mehrspieler wählen. Die Grundausbildung dient als klassisches Tutorial und zeigt uns im kleinsten Detail, welche Fähigkeiten die einzelnen Einheiten besitzen und wie sie effektiv gegen die Feinde einzusetzen sind. Dies wird leider sehr schwerfällig und langweilig präsentiert, weswegen es einem nicht unbedingt leicht fällt, die Einstiegsabschnitte mit trägen Duellen gegen die herumstehende KI bis zum Ende durchzustehen. Soldaten auswählen, in das vor ein geparktes Auto schicken, zum Feind fahren und warten, bis der gegnerische Lebensbalken versiegt ist, macht einfach keinen Spaß! Zumal es keinerlei Sprachausgabe gibt und den Spieler eine schlampige Übersetzung erwartet. Dem Ganzen wird die Krone aufgesetzt, wenn die Aufgaben mal in englischer, mal in deutscher Textform dargeboten werden. Wer nun hofft, unter dem Menüpunkt Missionen ein wenig Abwechslung zu bekommen, der wird eines Besseren belehrt. Hier setzt sich die Monotonie fort und kann als erweitertes Tutorial angesehen werden.

Tristesse, soweit das Auge reicht
In der Einführung des Spiels haben wir bereits einen Vorgeschmack auf die grafische und soundtechnische Leistung von "APOX" werfen dürfen. Für audiovisuelle Spieler ist spätestens hier Schluss. Denn das RTS-Game aus indischen Landen stellt hier eine unterirdische Präsentation zur Schau. Die Grafik ist völlig veraltet. Soldaten und Einheiten sind aus der Weitwinkelperspektive nur schwer zu unterscheiden. Bei einer zu nahen Ansicht des Kampfgebiets haben wir Probleme die nötige Übersicht zu behalten. Ein altbekanntes Problem bei Strategiespielen, welches hier überhaupt nicht gelöst wurde. Matschige Texturen lassen die nötige Schärfe vermissen und hübschen die gähnende Leere auf den spielbaren Karten nicht gerade auf. Lediglich das Setting selbst wurde gut eingefangen, es leidet aber merklich unter der schwachen Grafikbrust.

Selbst der Sound passt sich der allgemeinen Untergangsstimmung des Mad-Max-Settings an. Blecherne und schlecht vertonte Soundeffekte rauben den audiophilen Konsumenten den letzten Nerv. Ein Maschinengewehr beispielsweise klingt auf seine eintönige Art wie eine zwischen Fahrradspeichen gesteckte Spielkarte, ratternd und stumpfsinnig. Dies zieht sich durch das komplette Spiel und erstickt eventuell aufkommende Atmosphäre bereits im Keim. Immerhin können wir unter Optionen die Lautstärke einstellen.

Auf zum Schrottplatz
Bekanntlich ist Grafik nicht alles, und wer sich bis zum Spielekern durchkämpft, wird durchaus mit einem interessanten Mix aus Strategie und Rollenspiel belohnt. Das Stein-Papier-Schere-System ist bis ins kleinste Detail ausgereift und entfaltet auf den über 100 Mehrspielerkarten, die nach und nach freigeschaltet werden müssen, sein ganzes Potenzial. Das Aufleveln der eigenen Reihen mit entsprechenden Erfahrungspunkten und das Wählen der Tascheninhalte der Soldaten strahlt ein bisschen Rollenspielflair aus.

Die Postapokalypse weckt in den Menschen nicht die Vernunft und die nötige Sehnsucht nach Frieden, sondern eher nach erbittertem Kampf um die verbliebenden Ressourcen auf der Erde. Im Spiel werden diese in Altmetall, Metall, Benzin, Munition und Überlebende unterschieden. Überlebende sammeln sich im Hauptgebäude und werden in der Kaserne mit entsprechenden Waffen bestückt oder mit Neubauten beispielsweise für eine Altmetallfabrik beauftragt. Die kommt uns gerade mit ihrem Produkt Munition gerade Recht. Erfahrungsgemäß lässt es sich durch die Kombination Waffe und Munition besser schießen.

 

Die Spielmechanik präsentiert sich dabei erfrischend unkonventionell. Gebäude werden nicht einfach erbaut und Ressourcen abgeerntet, sondern unsere bewaffneten Zivilisten erobern wichtige Gebäude, die sich auf den einzelnen Karten verteilen und die begehrten Rohstoffe liefern. Es ist natürlich klar, dass hier nicht nur soziale Brennpunkte entstehen, sondern diese Stellen bis zum Tode bekriegt werden. In besonderem Maße sind dabei die Superwaffen wie beispielsweise ein schwer gepanzertes Fahrzeug hilfreich. Das will aber mit Treibstoff und Munition versorgt sein, um sich im Kampf mit seiner zerstörerischen Wirkung entscheidend in Szene zu setzen. Doch auch dieses ist nicht in der Lage, wie ein Bulldozer die Karte leer zu fegen. Ein gezielter Schuss aus einem Scharfschützengewehr, und der Fahrer ist dahin, das Vehikel zum Erobern freigegeben. Bei bis zu 32 Mitspielern wird es dann wohl oft auf den Maps zu schweißtreibenden Wechseln der Superwaffen kommen.

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Infos

Apox

Apox

PC
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Entwickler:
Blue Giant
Publisher:
HeadUp Games
Genre:
Echtzeit-Strategie
USK:
16
Release:
24.02.2011
Link:
PC
ab 11,17 €
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