Lang, lang ist es her – 12 Jahre, um genau zu sein. 1998 erschien das viel beachtete und hoch gelobte „StarCraft“ aus dem Hause Blizzard. Die Geschichte um die Invasion der Zerg, die Konflikte innerhalb der Föderation und die Machenschaften der Protoss konnte begeistern. Einige Zeit später gesellte sich das Add-On „BroodWar“ hinzu und machte das Echtzeitstrategiespiel auch für seinen Multiplayer berühmt. Bis heute gilt „StarCraft“ als das am besten ausbalancierte Echtzeitstrategiespiel der Welt.
Dann wurde es lange Zeit sehr ruhig um „StarCraft“. Die Begeisterung für das Spiel, vor allem in Korea, ist ungebrochen, doch auf die Ankündigung eines Nachfolgers mussten die Fans lange warten. Auf der WorldWide Inventional 2007 wurde die Katze endlich aus dem Sack gelassen – „StarCraft II“ kommt! Die anfängliche Freude wurde bald durch die Release-Verschiebungen gedrückt, fast schien der Erscheinungstermin in unerreichbare Ferne gerückt.
Doch dann der Paukenschlag: Vor kurzem startete die Beta zu „StarCraft II“! Eine Mischung aus BlizzCon-Besuchern, WoW-Spielern und glücklichen Auserwählten dürfen das Echtzeitstrategiespiel vorab antesten. Zur Verfügung steht nur der Multiplayermodus, der im eSports sehnlichst erwartet wird. Blizzard möchte das Spiel so ausgeglichen wie möglich gestalten, und tausende Versuchskaninchen folgen freudig dem Ruf der Beta-Keys – wir auch!
23.02. 13:14 Der Beta-Key ist eingetroffen! Ich fange an, mir das 1,6 Gigabyte große Paket herunterzuladen und informiere mich in der Zwischenzeit über Youtube und diverse Foren über grundlegende Taktiken und Einheiten. Als begeisterter „Warcraft 3“-Spieler sollte mir der Einstieg etwas erleichtert werden.
23.02. 15:36 Die Beta ist heruntergeladen, das erste Spiel wird gestartet. Ich nehme mir die Zerg vor, irgendwie gefallen mir die ekligen Viecher. Durch intensives Stream-Schauen habe ich bemerkt, dass die Spiele bisher kaum über zehn Minuten dauern - falsch gedacht. Mein Gegner, Terraner, igelt sich mit einer Mischung aus Flugabwehrtürmen, Bunkern und Panzern ein. Letztere können ihre Stelzen ausfahren und werden dann zu einer mächtigen Artillerie. Nach knapp 50 Minuten ist er aber ausgeblutet und ich überrenne seine Stellungen.
23.02. 17:01 Zeit, mal die Grafik des Spiels zu begutachten. Wer mit „StarCraft“ groß geworden ist, wird sich sofort heimisch fühlen. Das Hauptgebäude der Zerg, die Pylons der Protoss, die Kasernen der Terraner - alles erinnert an den Vorgänger. Die Gebäude wurden mit viel Liebe zum Detail erstellt und die Animationen der Einheiten stimmen. Vor allem die kleinen Zerglinge wirken in großen Massen wie ein richtiger Schwarm, der über die Gegner herfällt. Hier und da wurden geschickt Gloweffekte eingebaut, so strahlen die Kristallfelder gleich doppelt schön. Wenn es in den Kampf geht, explodiert der Bildschirm förmlich. Marines schießen aus allen Rohren, Schaben spucken grünen Schleim und Hetzer verschießen tödlichen Laser.
Anfangs ist es daher schwer, den Überblick zu behalten - auch aufgrund der Masse an Einheiten, man gewöhnt sich aber erstaunlich schnell an die Effektvielfalt und kann sich auf das Wesentliche konzentrieren: Siegen!
23.02 17:36 Ich mache einen kurzen Ausflug Richtung Terraner – als Betatester im Dienst muss man sich schließlich alle Rassen des Spiels anschauen! Neben der etwas anderen Spielweise fällt mir sofort eines auf: die unglaublich gute Musik! Die atmosphärischen und düsteren Klänge der Zerg veranlassten mich schnell, meine eigene Musik anzuschmeißen, doch die Stücke der Terraner sind eine Wucht. Zum Teil sind es Cover der aus „StarCraft“ bekannten Terranermelodien, zum anderen ganz neue Stücke. Sie alle haben diesen einmaligen Mix aus Weltraumatmosphäre, Country-Klängen und coolen Gitarrenriffs – Ohrwurm garantiert!
23.02. 19:47 So langsam bin ich mit den Grundzügen des Spiels vertraut. Wer in „StarCraft“ Probleme mit der Steuerung hatte, wird jetzt erleichtert aufatmen können: Es können so viele Einheiten in eine Gruppe gepackt werden, wie wir wollen, verschiedene Gebäude können jetzt auf einen Hotkey gelegt werden. Das alles erleichtert den Einstieg natürlich enorm und wird sicher dafür sorgen, dass sich auch Gelegenheitszocker packende Schlachten liefern. Blizzard hat die Hotkeys für die Produktion von Einheiten und deren Spezialfähigkeiten übrigens handschonend auf der linken Hälfte der Tastatur vereint. Nur dass T für Angreifen steht, irritiert sehr.

24.02 15:03 Zeit, sich die Rassen genauer anzuschauen. Viel wurde auf den ersten Blick nicht verändert, doch der Teufel steckt bekanntlich im Detail. Berserker, todbringende Nahkampfeinheiten der Protoss, Marines, die aus allen Rohren feuernden Soldaten und Zergline, in Massen unaufhaltbar, sind wie auch in Teil eins die Basiseinheiten. Dafür musste beim Protoss der Dragoner weichen, eine fiese und beliebte Fernkampfeinheit. An ihre Stelle treten die Hetzer, die sich nach einem Upgrade sogar durch die Gegend teleportieren können. Terraner, die ihre Zugangsrampe zur Basis zubauen, müssen sich also in acht nehmen. Die Terraner ihrerseits können Höhen und Hindernisse mit ihrer neuen Einheit ebenfalls mühelos überwinden. Die mit Jetpacks ausgerüsteten Rächer sind flink wie Wiesel, machen erhöhten Schaden gegen Gebäude und sind vor allem zu Beginn der Partie ein echtes Ärgernis für jeden, der seine Arbeiter kurz unbeobachtet lässt. Nur die Zerg haben nichts Vergleichbares, ihnen wurde sogar der Schleicher genommen, eine Einheit, die sich in den Boden gräbt und dann tödliche Stachelangriffe ausführt. Noch ist aber nicht endgültig, ob die Schleicher aus dem Spiel verschwinden oder doch noch hinzugefügt werden.




schrieb am 03.01.1970
um 22:54
schrieb am 03.01.1970
um 23:19