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Spezial - Die Mars Chroniken

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Gibt es Leben auf dem Mars? Diese Frage beschäftigt die Wissenschaft noch heute, und obwohl wir mittlerweile schon ein gutes Stück weiter sind als zu Lebzeiten des Science Fiction-Schriftstellers Ray Bradbury, gibt es darauf immer noch keine völlig zufriedenstellende Antwort. Bradbury selbst hat seine Vision von der Besiedlung des Roten Planeten bereits 1948 schriftlich niedergelegt, 1979 wagte sich Regisseur Michael Anderson an eine dreiteilige Verfilmung für das amerikanische Fernsehen, die lange Zeit so gut wie nicht aufzutreiben und unter Sammlern entsprechend begehrt ist. Koch Media hat diese klaffende Lücke nun endlich mit einer hübschen Box geschlossen.

Zehn Jahre hat Colonel Wilder (Rock Hudson) am Zeus-Projekt gearbeitet, 1999 ist es endlich so weit: Eine mit zwei Astronauten bemannte Raumfähre wird Richtung Mars geschickt. Die Expedition ist jedoch nur von kurzer Dauer, denn die beiden werden bereits erwartet und der Kontakt zur Besatzung bricht ab. Ein Jahr später werden in einem zweiten Anlauf die Astronauten Black, Lustig und Hinkston hinterher gesandt, und als sie landen, können sie nicht fassen, was sie sehen. Der Mars, so stellt sich heraus, ist keineswegs eine unbewohnbare Wüstenlandschaft, sondern gleicht vielmehr einem beschaulichen Kaff in Illinois, genau genommen Blacks Geburtsort. Als Black dort auf seine tote Familie stößt, die sich bester Gesundheit erfreut, und auch Lustig und Hinkston schmerzlich vermisste Freunde und Verwandte wieder treffen, ist die Freude zunächst groß, doch schnell kommen berechtigte Zweifel auf, ob dies alles echt sein kann oder vielleicht doch eher eine Illusion der Marsianer ist.

Vier Jahre später soll die Besiedlung des Mars schließlich trotz des holprigen Einstieges gelingen und zahlreiche Aussteiger nehmen die Gelegenheit wahr, fernab von der Erde ein neues Leben zu beginnen. Auch die Eltern des verschollenen Astronauten David Lustig lassen sich in einer der zwölf Kolonien nieder und genießen den neuen Anfang. Doch auch hier ereignen sich seltsame Dinge. So taucht in einer regnerischen Nacht der verschollene David wieder auf, während einem Missionar in seiner Kirche der leibhaftige Jesus Christus erscheint. Unterdessen steht auf der Erde ein thermonuklearer Krieg an, der auch die Kolonien auf dem Mars bedroht.

Um „Die Mars-Chroniken“ rankten sich jahrelang Legenden. Insbesondere in der Zeit vor dem Internet waren Kopien des Dreiteilers extrem begehrt, da so gut wie nirgendwo zu finden. Nach der Erstausstrahlung im ZDF im Jahr 1983 wurden zwar Ausschnitte aus der zweiten Episode ad infinitum im Nachmittagsprogramm des Mainzer Senders wiederholt, um das neu eingeführte Zweikanalton-Verfahren vorzuführen, eine komplette Wiederholung aller drei Teile blieb man jedoch aus dem einfachen wie erschreckenden Grund schuldig, dass die Originalbänder vernichtet wurden.

Dass es Koch Media nun 28 Jahre nach der deutschen Uraufführung gelungen ist, dieses begehrte Schätzchen zu bergen, muss man den Münchnern hoch anrechnen. Um so größer ist die Freude, dass sich auf den drei DVDs im Pappschuber nicht nur die offenbar seinerzeit gekürzte ZDF-Fassungen in Original-Synchronisation zu finden sind, sondern auch die wieder eingefügten, zusätzlichen Szenen, die jedoch nur untertitelt wurden.
Mit Rock Hudson, Maria Schell und Roddy McDowall fährt Regisseur Michael Anderson („Flucht ins 23. Jahrhundert“) einige große Namen der damaligen Zeit auf, was darauf schließen lässt, dass hier nicht gespart wurde. Auffällig ist auch, wie gut Bild und Ton nach all den Jahren noch erhalten sind. Dennoch kommt man, sofern man die Serie in den Achtzigern bereits gesehen hat, nicht darum herum, festzustellen, dass Ausstattung und Effekte in der Erinnerung aus Kindertagen um einiges besser ausgesehen haben als bei erneuter Betrachtung. So täuschen die Raumschiffe heute keinen mehr darüber hinweg, dass es sich bei ihnen um Plastikminiaturen handelt, und auch darüber hinaus zeichnen sich die „Mars-Chroniken“ an der einen oder anderen Stelle durch die liebenswerte Naivität der Science Fiction aus dem Mitte des letzten Jahrhunderts aus, die einerseits schon so weit war und sich andererseits einfach so vieles noch nicht vorstellen konnte.

Dennoch bleiben „Die Mars-Chroniken“ für zahlreiche ältere Semester ein unbedingter Pflichtkauf, und sei es nur zur Vergewisserung, was man da eigentlich damals genau gesehen hat.

Von Peter Vignold

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