Die FBI-Agentin und Serienkiller-Spezialistin Nicole Bonnet ist zurück! Nachdem Teil eins und zwei der Reihe "Die Kunst des Mordens" allein in Deutschland mehr als 70.000 Mal über die Ladentheke gingen, war für die Entwickler ein dritter Teil klar. "Karten des Schicksals" heißt der vielsagende Name des Adventures.
Wieder hält ein Serienkiller Nicole Bonnet in Atem. In der Eingangssequenz sehen wir, wie eine ahnungslose Krankenschwester vor ihrem Auto überrascht wird. In der nächsten Szene liegt sie geknebelt und gefesselt in einem Müllcontainer, der gerade in einen Müllwagen entleert wird. Dann fängt die mobile Presse an zu arbeiten, die stahlharten und unnachgiebigen Wände kommen immer näher - die Frau hat keine Chance.
Der Urlaub ist vorbei Von diesem Mord hat natürlich niemand etwas mitbekommen. Deshalb latscht Nicole in der nächsten Szene entspannt durch ihre geräumige Wohnung - sie hat Urlaub. Ein Paket allerdings reist sie aus ihren Träumen. Im Päckchen befinden sich eine alte Glühbirne und ein verrosteter Bolzen. Nach einigem Kombinieren ist klar: Diese Gegenstände weisen auf einen bestimmten Ort hin, ein sterbender Vorort mit einem verlassenen Kino. Auf dessen Leinwand flimmert ein für sie hinterlegter Film ab: Der Serienkiller macht ihr eine Kampfansage, deutet an, dass auch sie in Lebensgefahr schwebt. Der Psychopath zeigt der atemlosen Ermittlerin, dass er sie anscheinend schon Jahre verfolgt und genau studiert hat. Fortan beginnt ein packendes Katz-und-Maus-Spiel, in der wir öfter als nur einmal dem Tod von der Schippe springen - andere bekommen das leider nicht so gut hin, weshalb wir auch im dritten Teil wieder mit einigen Leichen konfrontiert werden. Zu allem Überfluss kehrt der lieb gewonnene Kollege Nick dem FBI den Rücken, angeblich freiwillig. An seine Stelle tritt der Schreibtischhengst Dick Parry, der Nicole ständig in ihrem Tatendrang zu hemmen versucht und die Fakten lieber im gemütlichen Bürosessel dreht und wendet, anstatt der Sache vor Ort nachzugehen.
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Die Recherche kann sich mitunter sehr gruselig gestalten. Der Serienkiller kann mit belebten Plätzen nicht wirklich etwas anfangen und hinterlässt seine Spuren deshalb auf ungastlichen Friedhöfen, düsteren Kirchen oder in einem Vergnügungspark, der seine besten Tage längst hinter sich hat. Selbst die Sümpfe Louisianas bleiben Nicole nicht erspart. Nach solchen abenteuerlichen Erkundungstouren ist man fast froh, wenn man wieder in die hellen, nicht gerade einladenden, aber dennoch gemütlichen Räume des FBI-Quartiers zurückkehrt - irgendwie kann man den Kollegen Dick schon verstehen.
Tolle Rätselvielfalt Knobeltechnisch macht Die Kunst des Mordens - Karten des Schicksals einiges her. Das Adventure richtet sich an eher erfahrene Rätsler, die auch um die Ecke denken können. Trotzdem wird das Spiel nie unfair, es simuliert sogar verblüffend gut die Recherche einer Ermittlerin. Zunächst die Erkundung vor Ort, dann die Auswertung der Daten im FBI-Quartier. Dadurch entsteht eine sehr objektorientierte und auf Fakten basierende Knobelei. Trotzdem geraten wir nie in einen Trott, kein Rätsel scheint dem anderen zu gleichen, was auch in späteren Spielstunden immer noch für eine ordentliche Frische sorgt. Eine Besonderheit ist, dass wir jeden Gegenstand drehen können und so möglicherweise versteckte Hinweise entdecken - die Rückseite einiger Beweisstücke fördert verblüffendes zu Tage. Leider arten einige Aufgaben in wildes Rumprobieren aus, auch ist es oft nicht möglich Gegenstand A mit B zu kombinieren, während B und A zusammen die Lösung ergeben. So können wir zwar einen Glasreiniger mit einer Küchenrolle benutzen, umgekehrt funktioniert der Vorgang aber nicht. Das geht sehr zulasten der eigenen Geduld, vor allem wenn man nicht weiterkommt, des Rätsels Lösung aber eigentlich schon auf der Hand hatte. Ist Die Kunst des Mordens - Karten des Schicksals also bereits das erste Highlight des noch jungen Jahres? Leider nein. Dazu hängen Grafik und Sound dem Gameplay zu sehr hinterher, außerdem kommt es immer wieder zu unschönen Fehlern. Die Synchronsprecher klingen teils sehr unmotiviert und unbeholfen, oft passt der Tonfall nicht zur Situation. Die Gespräche selbst sind nicht gut geschrieben. Oft reden die Personen auf Kosten eines schmissigen Kommentars oder fiesen Seitenhiebs aneinander vorbei, manchmal wird sogar ein Thema gar nicht zu Ende geführt - ob das ein Bug oder schlechte Dialogregie ist, war nicht endgültig festzustellen. Der Musikuntermahlung merkt man außerdem deutlich an, wenn das Stück wieder von vorne beginnt, die Übergänge sind sehr abrupt, einige Geräuschkulissen passen zudem überhaupt nicht zur Umgebung. Bei der Grafik ergibt sich ein ähnliches Bild: Die Hintergründe sind ansprechend gestaltet und mit ansprechenden Details versehen – leider wirken einige Schauplätze seltsam leblos. Durch die ständigen Ortswechsel kommt zum Glück nie Langeweile auf. Ein Graus sind die lieblos designten und animierten Charaktere. Es sieht sogar so aus, als seien einige Modelle, unter anderem das von Nicole, einfach komplett aus dem Vorgänger übernommen worden.
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