Wenn am 4. Februar 2010 die Sims ihren 10.Geburtstag feiern, dann jubiliert eine Serie, die sich innerhalb einer Dekade zu einer der erfolgreichsten und einflussreichsten Marken der Videospielhistorie gemausert hat. Seit ihrer Veröffentlichung im Jahre 2000 wurden über 100 Millionen Sims-Spiele verkauft, die Reihe wurde in 22 Sprachen übersetzt und bescherte Entwickler Maxis und Publisher Electronic Arts einen netten Geldsegen in Höhe von gigantischen 1,6 Milliarden Dollar. Die Simulation über das Leben der sympathischen Wesen mit dem grünen Kristall über dem Kopf war auf allen Systemen ein voller Erfolg, es gab dem Spielprinzip nach mehr oder weniger identische Versionen für Playstation 2 und 3, der Xbox und ihrem 360-Nachfolger, den Nintendo DS und die Wii, für das Handy und den iPod. Seine größten Erfolge feierte das Spiel aber vor allem auf dem PC:

In den Jahren 2000 bis 2004 standen die ersten beiden Sims-Spiele an der Spitze der meistverkauften Titel des Jahres, das Original ist mit über 6,3 Millionen verkaufter Einheiten bis heute das meistverkaufte PC-Spiel überhaupt, und Die Sims 3 hat sich seit seinem Erscheinen im Juni 2009 ebenfalls bereits über 1,4 Millionen Mal verkauft. Die zahlreichen Add-ons  sind ein Dauergast in den Verkaufscharts, weltweit kassierte die Reihe Topwertungen und Auszeichnungen.

Fahrstuhlmusik gegen Kane und Co
Als Maxis-Mitbegründer Will Wright, Schöpfer des legendären Aufbauspiels Sim City, im Februar 2000 sein Spiel auf die Welt losließ, gab es begründete Zweifel, ob eine solche Lebenssimulation überhaupt funktionieren würde. Es bot keine fetten Grafiken wie Half Life oder Unreal Tournament, die wenige Monate zuvor das Actiongenre revolutioniert hatten, und Echtzeittitel wie Age of Empires 2 oder Command & Conquer 3 dominierten das Strategiegenre.
Die Sims dagegen boten ein gemächliches Spielprinzip, in dem es darum geht, Karriere, Leben und Liebe unter einen Hut zu bringen. Präsentiert wurde das Ganze in knuffiger Optik, untermalt mit Fahrstuhlmusik und der eigenwilligen Sprache der Sims, dem Simlisch, einem emotionsgeladenen Kauderwelsch.

Niemand konnte voraussagen, wie die Spieler auf ein solches Produkt reagieren würden. Einen derartigen Erfolg aber hätten wohl nur die wenigsten einem Spiel zugetraut, in dem sich der Spieler eigentlich nur mit einer abgespeckten Form des gleichen Stresses herumschlagen muss, mit dem er sich auch im wahren Leben herumplagt.

Das Leben, die Liebe und der Tod
Ein wesentlicher Grund für den enormen Erfolg des Spiels liegt darin, dass es dem Spieler erlaubt, selbst zu entscheiden, auf welche Art er es spielen möchte, und dabei ein breites Feld an Spielertypen bedient, vom Reality-TV-Gucker bis hin zum Sadisten, Trophäenjäger ebenso wie Puppenspieler. Monatelang kann man einfach nur mit dem umfangreichen Editor herumbasteln und eigene Häuser und Nachbarschaften erstellen, mithilfe der zahlreichen Farben, Teppiche, Möbel und Accessoires Wohnungen gestalten und einrichten, oder mit dem detailreichen Figurengenerator Freunde und Verwandte virtuell nachbilden.

Anschließend kann man sich ganz dem Leben seiner Schützlinge widmen, ihre Karriere vorantreiben, sie in heiße Affären verwickeln oder ihnen wie in einem Aquarium einfach nur bei ihrem selbstständigen Tagewerk zuschauen. Und auch wer einfach ein wenig Unfrieden stiften will, findet zahlreiche Möglichkeiten, seiner fiesen Art freien Lauf zu lassen: Wer kann schon reinen Gewissens behaupten,  nicht schon einmal seinen Sim eingemauert oder ihm das Bett und die Toilette weggenommen zu haben? Und es gibt sicher nicht wenige Spieler, die einfach die Ausstiegsleiter aus dem Swimming Pool entfernen, sobald sein Sim seine Bahnen dreht, oder die ihren armen Sim in eine Küche voller Holzmöbel und ohne Ausgang platzieren und abwarten was passiert, wenn er aufgrund mangelnder Kochkünste den Herd in Brand setzt.



Die verschiedensten Bedürfnisse der Sims und ihre quenglige Art, diese kundzutun, laden geradezu ein, gelegentlich ruhig mal ein wenig sadistisch zu sein. Auch Will Wright macht da keinen Hehl draus: „Wir wissen, dass die Spieler es lieben, ihre Sims zu quälen.“

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Kay 28.01.10 // 12:25 Uhr



Sims Online konnte man meines Wissens in den USA sogar spielen. War jedoch letztendlich nicht besser als ein Chatprogramm mit Grafik.

Vukudlak 27.01.10 // 19:09 Uhr



Die Sims.. *lol* stimmt, ist schon ein ziemlicher Kult. leider kenne ich so die Add-ons nicht, nur die PS2 Version, aber es macht trotzdem immer wieder Spass, dafür die alte Kiste nochmal anzuschmeissen und ne Weile seine Zeit zu vertreiben. Aber dass mal eine Online-Version in Vorbereitung war, ist mir neu. Klingt nach "second life", nur besser. Naja, jedenfalls möchte ich an dieser Stelle auch mal gratulieren. Auf die nächsten 10 Jahre ;)