Rollenspiele sind zurzeit in aller Munde. Mit Risen und Dragon Age - Origins gab es in den letzten Monaten äußerst interessante Erscheinungen und natürlich auch heiße Diskussionen bei den Gamern, welches denn nun das beste Rollenspiel ist. Doch was erwartet uns nächstes Jahr? Kann der Erfolg als auch der Spielspaß von Dragon Age noch getoppt werden? Wir wollten dieser Frage genauer auf den Zahn fühlen und haben uns auf den Weg gemacht, die tapferen Recken von Zuxxez Entertainment zu besuchen, um uns als erstes Onlinemagazin überhaupt Two Worlds II genauer anzuschauen. Welchen Eindruck Two Worlds II dabei hinterlassen hat und ob ihr schon einmal anfangen solltet, eure Taler zusammen zulegen, erfahrt ihr in unserer Vorschau.
On The Road Es war ein äußerst ungemütlicher Tag. Es regnete, als würde eine Sinnflut bevorstehen, weit und breit gab es keinen McDonalds, um ein ordentliches Frühstück zu sich zu nehmen und die Autobahnen waren verstopfter als die Arterien eines durchschnittlichen Lanparty-Teilnehmers. Ja, man kann mit Fug und Recht sagen, dass uns die Reise zu Zuxxez Entertainment nicht leicht gemacht wurde. Nach über vier Stunden Fahrtzeit, inklusive gefühlten 20 Stunden Stau, kamen wir dann endlich an unser Ziel. Wie echte Rollenspieler es so machen, haben auch wir gleich erst einmal unseren Spielstand gespeichert, den Wagen geparkt, unsere Ausrüstung kontrolliert, Items verteilt und sind auf ins Ungewisse. Zwar mussten wir zuerst an zwei riesigen, behaarten Wachen mit großen Zähnen vorbei, doch auch diese Prüfung meisterten wir und trafen auf unsere Questgeber, den Jungs von Zuxxez. Das Abenteuer sollte beginnen und schon nach kurzer Zeit wurde uns klar: Was uns in den heiligen Hallen der Two Worlds II-Macher erwartete, war alle Anstrengungen und Widrigkeiten wert!
Let’s get ready to rumble! Die Geschichte von Two Worlds II knüpft an die des überaus erfolgreichen Vorgängers an. Wir befinden uns im Kerker von Gandohars Schloss. Keine Hoffnung, keine Aussicht auf Frieden, nur der unbedingte Wille, unsere Schwester aus den Klauen des Tyrannen zubefreien, halten uns am Leben. Gandohar, der bereits im ersten Teil versuchte die Welt zu unterjochen, verfolgt einen teuflischen Plan. Eile ist geboten, und als wir die Hoffnung schon fast aufgegeben haben, passiert das Unmögliche, wir werden befreit. An dieser Stelle beginnt auch das interaktive Tutorial von Two Worlds II, auf das wir gleich eingehen möchten. Die Geschichte hat, wie auch schon im Vorgänger, epische Ausmaße und führt uns durch eine riesige Welt, über weite Landstriche, idyllische Insel und dem Untergrund, stets mit dem Gedanken, dass wir unsere Schwester befreien müssen.
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Die Hauptstoryline für sich, wird bereits um die 20 Stunden in Anspruch nehmen, wobei unzählige Sidequests die Spielstundenzahl vervielfachen sollen. Was genau passieren wird und ob wir es dieses Mal werden schaffen können, verraten wir an dieser Stelle natürlich nicht. Soviel sei jedoch gesagt: In Two Worlds II werden wir des Öfteren in Situationen geraten, in denen wir uns entscheiden müssen. Vertrauen wir der Person vor uns und schenken ihren Worten glauben oder ist es nur ein Trick, uns in eine Falle zu locken? Die Entscheidungen sind schwer, aber unausweichlich und prägen den Verlauf des Spiels, wodurch sich die Welt sehr lebendig anfühlt und uns genügend Freiheiten gegeben werden. Aber kommen wir doch erst einmal zum schon erwähnten Tutorial zurück, das wir in voller Länge begutachten konnten und das sehr ansprechend gelöst wurde. Anders als in vielen Rollenspielen müssen wir uns nicht durch unzählige Seiten mit Tastenkombinationen und Erläuterungen klicken, sondern befinden uns gleich mitten im Geschehen. Wir folgen einer mystischen Assassine, die uns befreit hat, durch die Korridore des Verlieses und bekommen an den jeweiligen Punkten passend eine kurze Texteinblendung mit einer Tastenbelegung angezeigt. Aber, Moment mal! Wieso sollten wir der Assassine folgen, das Verlies sieht doch äußerst einladend aus. Hier zeigt sich eine erste Besonderheit von Two Worlds II, die sich bereits im Tutorial zeigt und sich am besten mit einem beliebten Satz aus Swingerclubs beschreiben lässt: „Alles kann, nichts muss“. Wir müssen nicht gleich der schönen Fremden folgen, sondern entscheiden selber, ob wir nicht lieber zu erst die Umgebung genauer betrachten wollen, was sich auch auszahlt. So finden wir in einer entlegenen Ecke, auf einer Erhöhung eine Truhe versteckt, die wir allerdings nicht erreichen können. Und hier ist schon die zweite Besonderheit des Rollenspiels, nämlich die Tatsache, dass wir mit unserer Umgebung voll und ganz interagieren können. Ein herumstehendes Fass wird kurzer Hand umfunktioniert, vor der Erhöhung positioniert und als Treppe missbraucht. Der Lohn unserer Achtsamkeit ist ein erstes Item, was wir auch gleich in unserem Inventar verstauen. Dann aber machen wir uns doch auf den Weg zu unserer Befreierin, folgen ihr durch die Katakomben, während ein Sturm über das Schloss zieht und Wasser durch einzelne Öffnungen auf uns niederregnet. Ab und an bleiben wir stehen und unterhalten uns in kurzen Sequenzen mit ihr und erfahren, dass es sich um ein Mitglied des Aufstandes handelt. Sie ist nicht alleine, kurze Zeit später treffen wir auf einen grünhäutigen Zeitgenossen namens Rogdor, der uns erklärt, dass eine Rettung unserer Schwester in unserem Zustand zwecklos ist und wir erst einmal genügend Kraft für einen Schlag gegen Gandohar sammeln müssen. Und hier kommen wir zur dritten Besonderheit von Two Worlds II, der lebendigen und glaubwürdigen Welt. In den meisten Rollenspielen würden wir nach dieser Szene weiter hinaufsteigen und versuchen zu entkommen, während Rogdar und seine Recken einfach stehen bleiben, als würden sie einen Wettbewerb im Langzeitstehen austragen. Dies ist jedoch hier nicht der Fall, als wir uns entscheiden doch noch einmal die Umgebung genauer anzuschauen, sehen wir wie Rogdar mit einer Wache in einen Seitenkorridor rennt. Neugierig, wie wir sind, folgen wir ihm und sehen, wie er seinen Worten Taten folgen lässt und sich an einem Türschloss zu schaffen macht, während seine Wache ein Auge aufhält und hinterm Vorsprung immer wieder hervor schaut. Dies ist zwar im Grunde genommen eine Kleinigkeit, doch eben solche lassen die Welt von Two Worlds II glaubwürdig und lebendig erscheinen.
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