Einmal Programmchef eines Fernsehsenders sein, ist sicherlich nicht der Traumberuf jedes kleinen, vorpubertären Kindes, aber doch schon eine beachtliche Stufe auf der Karriereleiter und obendrein ein feiner Titel, mit dem man sich schmücken kann. In M.U.D. TV schlüpfen wir in die Rolle eines solchen Knaben und müssen eine anfangs recht kleine TV-Station managen, die entweder mithilfe von gigantischen TV-Blockbustern oder mit jämmerlichen Daily Soaps massenhaft Zuschauer anlockt. Wir haben uns eine erste Vorabversion angesehen und wollen euch nun einen Einblick in das Treiben eines Fernsehsenders gewähren.
Am Anfang war der Sendeplan In M.U.D. TV können wir unseren Programmplan selbst zusammenstellen, entweder zeigen wir nachmittags beispielweise einige langweilige Dokumentationen, während gegen Abend die Nachrichten und Actionreißer gespielt werden. In unserem Archiv sammeln sich einige Sendungen an, die wir jederzeit erneut abrufen können. Aber Vorsicht: Kein Zuschauer möchte jeden Abend denselben Spielfilm oder die ewig gleiche Folge Tatort sehen. Deshalb sind Abwechslung und Vorausplanung gefragt, denn auch die richtige Zielgruppe will angesprochen werden. Darunter zählen zum Beispiel die Hausfrauen, die gerne mal beim Bügeln nebenbei ihre Seifenopern ansehen, die Machos, die auf explosive Actionfilme ohne viel Hirn stehen, oder die Emos, Hippies sowie Rentner. Jede Zielgruppe schaltet zu einer anderen Zeit den Fernseher ein und so will der Sendeplan wohl überlegt sein. Möchten wir unseren Sendeplan etwas qualitativer gestalten, so sollten wir uns Studios und Autorenbüros zulegen, in denen unsere begnadeten Schreiberlinge dann neue Serien oder Formate entwickeln.
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Generell sollten wir darauf achten, dass wir unser Personal aus kompetenten Mitarbeitern zusammenstellen auf die Verlass ist. Niemand möchte seine Sklaven ständig wieder an die Arbeit schicken müssen, weil sie sich eine Kaffeepause zu viel genehmigt haben. Je nach den Charakterwerten, wovon es sechs an der Zahl gibt, ist ein Mitarbeiter für einen Job eher geeignet als für einen anderen. Regisseure sollten ein mehr als gesundes Ego mitbringen, wenig Charisma haben und verkannte Genies sein, damit sie Erfolge einstreichen können. Bei den Schauspielern ist es umgekehrt. Mit der Zeit werden unsere Untertanen immer erfahrener. Das ist einerseits gut und vorteilhaft, andererseits verwandeln sich schüchterne Jungs dadurch vielleicht in arrogante Besserwisser. Zu Beginn sollte auf der Prioritätenliste deshalb das Wort Flexibilität ganz oben stehen, insbesondere bei einem kleinen Team. Was das heißt? Nun, das heißt, dass eventuell ein Autor oder Kameramann als Darsteller für eine Low-Budget-Produktion einspringen muss. Überzeugend werden sie in ihrer Rolle wohl nicht sein, aber es schont den Geldbeutel und das Ego.
Natürlich sind wir nicht die einzige TV-Station im weiten Videospielland. So wollen uns unsere Konkurrenten nicht nur mit ihrem möglicherweise überlegeneren Programmplan ausstechen, sondern hetzen uns vielleicht sogar Saboteure auf den Hals, die unsere Produktion verlangsamen oder gar komplett lahmlegen. Wir können die Quälgeister jedoch mit wenigen Klicks beseitigen und weiter unserer Arbeit nachgehen. Im Mehrspieler sollte die Sabotage-Funktion für jede Menge Spaß, aber auch Frust sorgen.
Technische Störung? Optisch ist M.U.D. TV für eine Wirtschaftssimulation durchaus gelungen. Die knuddelige Cartoon-Optik überzeugt mit witzigen Animationen und einem netten Slapstick-Humor, da stört es gar nicht, dass die Figuren aussehen als entsprängen sie einem Überraschungs-Ei. Die Musik bietet leicht rockige Sounds, die sehr an ältere Spiele erinnern.
Das unterstreicht den Retroflair, denn im Grunde genommen ist M.U.D. TV nur ein Remake des Klassikers Mad TV oder besser gesagt: der geistige Nachfolger in einer moderneren Aufmachung und anderem Namen, aber mit einer ähnlichen Spieltiefe wie im Original von 1991.
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