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Dredd 3D - Kinofilme"
In einer nicht allzu fernen Zukunft leben bis zu 800 Millionen Menschen zusammengepfercht in gigantischen Metropolen, den Mega Cities. Dass so etwas selten gut funktioniert, beweist eine exorbitant hohe Kriminalitätsrate. Das letzte bisschen Gesetz wird von den ikonischen Judges vertreten: Exekutive und Judikative in einer einzigen Instanz vereint. Dredd, dargestellt von Karl Urban („Star Trek“, „Lord of the Rings 2 & 3“), ist einer von ihnen, wenn nicht sogar der Beste. Ihm wird die junge und ebenso idealistisch wie telepatisch veranlage Anfängern Cassandra Anderson zur Seite gestellt (Olivia Thirlby, „The Darkest Hour“), mit der er versucht, drei Todesfällen auf den Grund zu gehen. Ereignet haben sich diese im gigantischen Wolkenkratzer Peach Trees, welcher einem vertikalen Slum entspricht. Dort herrscht die grausame Ma-Ma (Lena Headey, „300“, „Game of Thrones“), und kontrolliert den Fluss der Droge Slo-Mo, deren Wirkung darin besteht, dass die Konsumenten ihre Umwelt in Zeitlupe wahrnehmen. Als Dredd und Anderson dahinter kommen, riegelt Ma-Ma den Komplex hermetisch ab und hetzt die verarmten Bewohner gegen die Judges auf. Eine gnadenlose Treibjagd beginnt.
Was den Film neben einigen nett gemachten Slow-Motion-Sequenzen vor allem auszeichnet, ist die kompromisslos plakative Gewaltdarstellung und die vollkommen unreflektierte Haltung dazu. Dredd spricht in 96 Minuten mehr Todesurteile aus, als Texas in einem Jahr, und erscheint mehr als Roboter, denn als denkender Mensch. Selbst Wehrlose und Unschuldige werden Opfer dieser Diktatur auf Beinen. Der zaghafte Versuch, über den idealistischen Gegenpol in Form des zunächst unschuldig wirkenden Sidekicks Anderson, eine moralische Fragwürdigkeit in den Film zu implementieren, geht im Lärm der ratternden Schusswaffen gnadenlos unter. Als Dokument einer verdorbenen und düsteren Zukunft mag das in Ordnung gehen, wer das allerdings einfach so hinnimmt, oder gar cool findet, sollte sich mal Gedanken um seinen Charakter machen. Aufgrund der Tatsache, dass Dredd dem Comic entsprechend nie den Helm abnimmt und somit sein Gesicht nicht offenbart, fällt es aber ohnehin schwer, sich mit diesem anonymen 'Helden' zu identifizieren, während Anderson zwar einige lichte Momente zu verbuchen hat, insgesamt aber recht blass bleibt. Lena Headey dagegen überzeugt in der finsteren Rolle einer verbrauchten Gangsterbraut und versprüht damit quasi im Alleingang, das bisschen Charisma das DREDD zu bieten hat.
Geschrieben von Calixto Pape
Titel: Dredd 3D
von Universum Film
Releasetermin: 15.11.2012





