Home Sweet Home. Hat diese Floskel universale Gültigkeit, dann befindet sich Ryan Bingham in einem ganz anderen Teil der Milchstraße. Denn anstatt es sich zu Hause gemütlich einzurichten, fliegt Bingham, gespielt von George Clooney, tagtäglich quer durch die Vereinigten Staaten, um schlechte Stimmung zu verbreiten. Denn wenn Firmen sich davor drücken wollen, ihren Angestellten zu kündigen, kommt Bingham ins Spiel und versucht, ihnen die schlechte Nachricht möglichst bekömmlich beizubringen. Als sich seine Kollegin Natalie mit frischen Ideen und ihren weiblichen Reizen in sein Leben drängt, scheint es mit Binghams geliebter Anonymität dahin zu sein.
George Clooney mal ganz anders. Kennen wir den smarten Grauhaarmacho sonst nur in charismatischen Rollen, spielt er im Drama Up in the Air den introvertierten Normalo, der eigentlich am liebsten gar nicht auffallen will und Beziehungen oder Freundschaften nur als Ballast ansieht. Erstaunlicherweise nimmt man Clooney den Rollenwechsel tatsächlich ab. Regisseur Jason Reitman schafft es hier aus der eher mäßig erfolgreichen Buchvorlage von Walter Kirn eine packende Geschichte zu inszenieren, die die Antwort auf eine in unserer Gesellschaft akute Frage sucht: Ist es möglich, ein Leben ohne Zwischenmenschlichkeit zu führen und dabei glücklich zu sein? Wer eine Antwort auf diese Frage möchte, dem sei ein Kinobesuch wärmstens empfohlen, wenn auch nur um George Clooney mal nicht als Gentleman mit großer Klappe zu erleben.
Geschrieben von Florian Zandt
Titel: Up in the Air
von Paramount
Releasetermin: 04.02.2010
Erneut hat sich Regisseur Peter Jackson an eine Buchverfilmung herangewagt. Das Original, „The lovely bones“ von Alice Sebold beschäftigt sich mit dem Tod der vierzehnjährigen Susie. Am 06. Dezember 1973 wird ihr Leben urplötzlich beendet. Der Mörder wird nicht gefasst, er schafft es sein unauffälliges Dasein weiter zu führen. Für Susies Eltern wird das Leben immer schwerer. Ihre Mutter (Rachel Weisz) hüllt den Mantel des Schweigens über die Ereignisse und verdrängt ihre Tochter aus ihren Gedanken. Doch das ist für den Vater (Mark Wahlberg) nicht möglich. Zu groß sind seine Schuldvorwürfe, nicht für sein kleines Mädchen da gewesen zu sein. So stellt er auf eigene Hand Ermittlungen an, um den Mörder zu finden. Die Großmutter (Susan Sarandon) entwickelt sich zur guten Seele im Haus und versucht alle zusammenzuhalten. Was jedoch keiner weiß, Susie bekommt alles mit. Seit ihrem Tod befindet sie sich in einer Zwischenwelt, in ihrem Himmel. Diese surreale Welt ist sehr beeindruckend in Szene gesetzt. Peter Jackson hat hier einen sehr sensiblen und einfühlsamen Film erschaffen, welcher sich nah an der Vorlage orientiert. Im Vergleich zu seinen letzten Mammutwerken sind dieses Mal „nur“ 135 Minuten zusammengekommen. In diesen erlebt man aber eine Achterbahnfahrt der Gefühle. So entspannt, beruhigend und schön die Traumwelt manchmal wirkt, gibt es auch gegensätzliche Passagen. Man trauert mit der Familie und zunehmend wächst auch im Zuschauer die Wut und der Zorn gegenüber dem Mörder. Eine sehr gute Umsetzung des schwierigen Stoffs und ein spannender Diskurs bis zur letzten Minute.
Geschrieben von Thomas Kwasnitza
Titel: In meinem Himmel
von Paramount Home Entertainment
Releasetermin: 19.08.2010
Max Brooks weiß mehr als wir alle. Zumindest, wenn es um das Thema Zombies geht. Schon im Jahre 2004 kam sein erster Survival Guide raus. In „Überleben unter Untoten“ wurde ziemlich detailliert beschrieben, auf was man vorbereitet sein muss, um nicht von den Untoten überrannt zu werden. Inklusive des idealen Waffenarsenals für den Heimgebrauch. Das Buch hat viele Auswirkungen gehabt. Einige fanden es einfach nur unterhaltsam, bei anderen hingegen wurde unterbewusst eine Angst vor etwas ausgelöst, mit dem man sich bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht beschäftigt hatte. In dem illustrierten Band „Dokumentierte Angriffe“ hat er zusammen mit Zeichner Ibraim Roberson zwölf Episoden der Evolution in Szene gesetzt. Dort lernen wir, dass es schon immer Zombies gab. Schon in der Steinzeit musste man sich seiner Haut erwehren. Doch jede Epoche macht immer wieder den gleichen Fehler. Sie vergisst, mittels Aufzeichnungen, die Nachwelt vor der permanenten Gefahr zu warnen. So müssen sich die Ägypter, die Römer, die Russen und viele andere Nationen, vollkommen überrascht, mit den zahlenmäßig überlegenen Zombies ins Gefecht begeben. Diese Graphic Novel überzeugt durch seine düsteren und sehr atmosphärischen Zeichnungen. Um den Autor zu zitieren: „Lerne aus der Geschichte oder sei verdammt!“. Deswegen wollen wir dieses Comic jedem ans Herz legen, schließlich besteht eine realistische Chance, dass es jedem Leser mal das Leben retten kann.
Geschrieben von Thomas Kwasnitza
Titel: Der Zombie Survival Guide
von Panini Comics
Releasetermin: 20.07.2010






