Home Sweet Home. Hat diese Floskel universale Gültigkeit, dann befindet sich Ryan Bingham in einem ganz anderen Teil der Milchstraße. Denn anstatt es sich zu Hause gemütlich einzurichten, fliegt Bingham, gespielt von George Clooney, tagtäglich quer durch die Vereinigten Staaten, um schlechte Stimmung zu verbreiten. Denn wenn Firmen sich davor drücken wollen, ihren Angestellten zu kündigen, kommt Bingham ins Spiel und versucht, ihnen die schlechte Nachricht möglichst bekömmlich beizubringen. Als sich seine Kollegin Natalie mit frischen Ideen und ihren weiblichen Reizen in sein Leben drängt, scheint es mit Binghams geliebter Anonymität dahin zu sein.
George Clooney mal ganz anders. Kennen wir den smarten Grauhaarmacho sonst nur in charismatischen Rollen, spielt er im Drama Up in the Air den introvertierten Normalo, der eigentlich am liebsten gar nicht auffallen will und Beziehungen oder Freundschaften nur als Ballast ansieht. Erstaunlicherweise nimmt man Clooney den Rollenwechsel tatsächlich ab. Regisseur Jason Reitman schafft es hier aus der eher mäßig erfolgreichen Buchvorlage von Walter Kirn eine packende Geschichte zu inszenieren, die die Antwort auf eine in unserer Gesellschaft akute Frage sucht: Ist es möglich, ein Leben ohne Zwischenmenschlichkeit zu führen und dabei glücklich zu sein? Wer eine Antwort auf diese Frage möchte, dem sei ein Kinobesuch wärmstens empfohlen, wenn auch nur um George Clooney mal nicht als Gentleman mit großer Klappe zu erleben.
Geschrieben von Florian Zandt
Titel: Up in the Air
von Paramount
Releasetermin: 04.02.2010
Das die Truppe eines Bombenentschärfungsdienstes mehr als gefährlich lebt, ist allseits bekannt. Dass der Irakkrieg kein Kindergeburtstag ist, sollte ebenfalls jedem klar sein. Wie riskant die Sondereinsätze solcher Bombenexperten sind, zeigt "Tödliches Kommando“ in einer ganz besonderen intensiven Art und Weise. Der Film handelt vom Leben und Überleben der Kompanie Bravo des Kampfmittelräumdienstes der US-Army inmitten des Iraks. Die beiden Elite-Soldaten Sergeant Sanborn (Anthony Mackie) und Specialist Eldridge (Brian Geraghty) verlieren während eines Einsatzes ihren Kameraden Sergeant Thompson (Guy Pearce). An seine Stelle tritt der risikofreudige Staff Sergeant William James. Leider ist dieser mehr als todessehnsüchtig und geht an die Bombenentschärfung immer recht locker und angstfrei heran. Obwohl der Sergeant Frau und Kind zu Hause hat, scheint ihm das Spiel mit dem Tod, um einiges wichtiger zu sein, als das Leben an der Front im Eigenheim. Bei den lebensgefährlichen Einsätzen inmitten der lebensfeindlichen Umgebung des Iraks, bekommt der Zuschauer ein sehr emotionales und spannendes Schauspiel geboten das fesselt, mitreißt und berührt. Die beklemmende Atmosphäre koppelt sich sehr gut an die Spannungsmomente im Film. Ebenso kann der Zuschauer sehr gut auf die Gedanken der Soldaten blicken, was den Bombenentschärfungsstreifen zu einem echten Intensivkracher macht. Wer sich für tödliche Kommandos interessiert, bekommt hier ein wirkliches Highlight in dem Antikriegsgenre geboten, der wesentlich mehr ist als schnöde Abendunterhaltung.
Geschrieben von Erik Rössler
Titel: Tödliches Kommando - The Hurt Locker
von Concorde Video
Releasetermin: 03.12.2009
Max Brooks weiß mehr als wir alle. Zumindest, wenn es um das Thema Zombies geht. Schon im Jahre 2004 kam sein erster Survival Guide raus. In „Überleben unter Untoten“ wurde ziemlich detailliert beschrieben, auf was man vorbereitet sein muss, um nicht von den Untoten überrannt zu werden. Inklusive des idealen Waffenarsenals für den Heimgebrauch. Das Buch hat viele Auswirkungen gehabt. Einige fanden es einfach nur unterhaltsam, bei anderen hingegen wurde unterbewusst eine Angst vor etwas ausgelöst, mit dem man sich bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht beschäftigt hatte. In dem illustrierten Band „Dokumentierte Angriffe“ hat er zusammen mit Zeichner Ibraim Roberson zwölf Episoden der Evolution in Szene gesetzt. Dort lernen wir, dass es schon immer Zombies gab. Schon in der Steinzeit musste man sich seiner Haut erwehren. Doch jede Epoche macht immer wieder den gleichen Fehler. Sie vergisst, mittels Aufzeichnungen, die Nachwelt vor der permanenten Gefahr zu warnen. So müssen sich die Ägypter, die Römer, die Russen und viele andere Nationen, vollkommen überrascht, mit den zahlenmäßig überlegenen Zombies ins Gefecht begeben. Diese Graphic Novel überzeugt durch seine düsteren und sehr atmosphärischen Zeichnungen. Um den Autor zu zitieren: „Lerne aus der Geschichte oder sei verdammt!“. Deswegen wollen wir dieses Comic jedem ans Herz legen, schließlich besteht eine realistische Chance, dass es jedem Leser mal das Leben retten kann.
Geschrieben von Thomas Kwasnitza
Titel: Der Zombie Survival Guide
von Panini Comics
Releasetermin: 20.07.2010






