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Dark Void - Test
Test - Zur Hölle mit den Bermudas!

Third-Person-Shooter gibt es wie Sand am Meer. Deshalb müssen sich Entwicklerstudios und Publisher etwas Neues einfallen lassen, womit sie ein Produkt für Spieler interessant machen können. Capcom hat sich deshalb gedacht, dass ein simpler Gears of War-Klon nicht ausreicht und hat Held William Augustus Grey deshalb kurzerhand einen Raketenrucksack verpasst. Ob das Konzept aufgeht oder der Protagonist eine Bruchlandung hinlegt, erfahrt ihr in unserem Review.

Zur Hölle mit den Bermudas!
In Dark Void schlüpfen wir in die Rolle von Will, einem Kurierpiloten der zusammen mit seiner Verflossenen Ava im Bermuda Dreieck abstürzt und in ein Paralleluniversum teleportiert wird. Dort treffen die beiden nicht nur auf andere Menschen, die sich Überlebende nennen, sondern auch auf eine gefährliche Alienrasse namens Beobachter. In einem Dorf der Überlebenden trifft Will obendrein noch auf den Erfinder Nikola Tesla, der ihn mit einem Raketenrucksack ausstattet. Im Gegenzug dafür soll er allerdings Technologie der Beobachter beschaffen und die Überlebenden im Kampf unterstützen. Die Geschichte mag zwar flach sein, ist jedoch recht ordentlich inszeniert, was nicht zuletzt an den fabelhaften Sprechern liegt, statt an der opulenten Grafik. Aber dazu später mehr.

Jetpack hui, Laufen pfui
Dark Void spielt sich im Grunde genommen, wie jeder x-beliebige Third-Person-Shooter. Mit den Analogsticks laufen wir und sehen uns um, während wir mit den Schultertasten zielen, schießen und Granaten werfen. Die Steuerung wäre größtenteils in Ordnung, wenn da nicht das Problem mit der Ungenauigkeit wäre. Will bewegt sich viel zu schwammig und auch das Kämpfen will nicht so recht einfach von der Hand gehen. Wo der Kampf auf ebenem Untergrund nicht wirklich funktioniert, machen die Luftkämpfe umso mehr Spaß. Mit wenigen Knöpfen können wir den Schub aktiveren, die Bremse anziehen oder die Geschütze unseres Jetpacks abfeuern. Wem das nicht reicht, der kann mit den Analogsticks einige Kunststückchen ausführen und so den UFOs oder Luftabwehrgeschützen der Beobachter entgehen. Allerdings ist auch hier Vorsicht geboten, denn zünden wir unsere Flughilfe einmal in einem engen Gang, ist schneller Schicht im Schacht als man gucken kann. Prallt Will etwas zu hart gegen eine Wand führt dies unweigerlich zu seinem Tod.

Das mag zwar realistisch sein, für ein Videospiel, in dem die Spielbarkeit im Vordergrund stehen sollte, ist das aber nicht wirklich geeignet.

Das schlechteste Gameplay-Element ist jedoch, dass die roboterhaften Beobachter, die sich obendrein kaum voneinander unterscheiden, viel zu viele Kugeln einstecken, ehe sie in der Hölle für Altmetall landen. Zwar können wir mit Technikpunkten, die wir nach besiegten Gegnern einstreichen, unsere Waffen aufrüsten, allerdings bringt das überraschend wenig. Dafür sind im Gegenzug dazu die Nahkampfangriffe zu stark, weshalb man, falls man schnell genug ist, eine ganze Gruppe Beobachter mit der Nahkampffunktion unschädlich machen kann. Ist man zu langsam, segnet Will das Zeitliche. Das kommt öfter vor, als einem lieb ist, da Will relativ wenig blaue Bohnen verträgt.

Interessant, aber ebenfalls eher schlecht umgesetzt, ist der vertikale Kampf. Ganz ähnlich wie der normale Bodenkampf nehmen wir hier hinter Vorsprüngen oder ähnlichem Deckung und müssen uns unseren Weg nach oben oder unten bahnen. Dabei stellen sich – wie immer – jede Menge Beobachter in den Weg.

Verlorene Technik?

Optisch macht Dark Void anfangs einen recht ordentlichen Eindruck, dann aber stechen einem die detailarme Vegetation, die eckige Architektur und unsauberen Texturen ins Auge. Was im Jahre 2010 auch nicht mehr sein darf: die Pflanzen reagieren nicht auf unsere Spielfigur. Das hätte schöner gelöst werden können. Die Charaktermodelle sehen mit ihrem leichten Cartoon-Look gut aus, kommen uns aber in der Umgebung der Parallelwelt dennoch wie Fremdkörper vor. Die Partikel- und Unschärfeeffekte sind toll ins Spiel integriert, besonders bei Nutzung des Raketenrucksacks. Auch die Animationen während des Fliegens sind gelungen, wohingegen die restlichen Animationen etwas steif herüberkommen.

Vollends überzeugen kann die Akustik. Zwar wurde das Spiel nicht mit deutschen Sprechern vertont, dafür sind die Originalsprecher aber auch viel zu gut. Will bekommt seine Stimme beispielsweise von Nolan North geliehen, den einige sicherlich als Nathan Drake aus Uncharted oder Desmond Miles aus Assassin’s Creed kennen. Auch die restlichen Sprecher verleihen ihren Charakteren genügend Glaubwürdigkeit, auch wenn die Dialoge eher von der schlechteren Sorte sind. Die Musik wurde von Battlestar Galactica Komponist Bear McCreary komponiert und braucht sich wirklich nicht zu verstecken. Während Schusswechseln dröhnen tiefe, donnernde Bässe aus den Lautsprechern und bei ruhigeren Szenen ist die Musik eher zurückhaltend. Auch das Sounddesign ist hörenswert. Zum Beispiel, wenn wir mit dem Raketenrucksack durch die Lüfte sausen, dabei unter Beschuss geraten und die Projektile ganz knapp an unserem Helden vorbeischwirren. Allerdings rettet die Akustik weder das Gameplay noch die maue Geschichte. Schade.

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Kommentare
2 Kommentar(e) bisher
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stefan-bowack
stefan-bowack
schrieb am 03.02.2010
um 18:24
Evtl. leihe ich es mir in der Videothek aus... dann muss mir aber WIRKLICH langweilig sein! :)
t0by
t0by
schrieb am 02.02.2010
um 11:38
guter Artikel. Hatte überlegt mal zuzuschlagen, aber nach den allgemein schlechten Kritiken werd ichs dann wohl lassen. Hatte mir schon mehr erhofft
Infos
Dark Void
PCXBOX 360PlayStation 3
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Entwickler:
Airtight Games
Publisher:
Capcom
Genre:
3rd-Person-Action
USK:
16
Release:
22.01.2010
Off. Seite:
PC
nur 6,89 €
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